Der Mittagstisch wird gedeckt

SIRNACH. 400 Jahre hat sie schon auf dem Buckel. Seit 20 Jahren steht sie leer. Doch nun kehrt Leben zurück in die Sirnacher «Brückenwaage». Nach den Sommerferien ziehen der Mittagstisch und die Tagesbetreuung ein.

Olaf Kühne
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«Die Sicherheit ist das grosse Thema bei diesem Umbau», sagt der Sirnacher Gemeindeschreiber Peter Rüesch. Tatsächlich scheint die Lage des ehemaligen Restaurants Brückenwaage, das seit 20 Jahren leer steht, auf den ersten Blick nicht ideal, um hier dereinst eine lebhafte Kinderschar zu betreuen. Mitten im Dorf – unmittelbar neben dem Gemeindehaus – liegt das Gebäude zwar, aber an einer heiklen Kurve der stark befahrenen Wilerstrasse. Dazu mit einer Eingangstüre, die auf ein Trottoir mündet, das wegen seiner Schmalheit seinen Namen nicht verdient.

Eingang von der Rückseite

Doch wenn am 12. August die ersten Sirnacher Kinder in der «Brückenwaage» am Mittagstisch Platz nehmen werden, wird alles anders sein. Die augenscheinlichste Änderung: Der Eingang wird auf die Rückseite des 400 Jahre alten Gebäudes verlegt. Hierfür sind zurzeit die Umbauarbeiten in vollem Gange. Handwerker gestalten den Garten und die Terrasse hin zur ruhigen Unterdorfstrasse zu einem kindergerechten Platz um.

15 000 Franken sparen

Derweil legt im Inneren des Restaurants Brückenwaage ein Schreiner letzte Hand an. Gilt es doch, nebst Brandschutz- auch Hygienevorschriften gerecht zu werden. Gekocht wird zwar auch künftig nicht mehr im ehemaligen Restaurant. Vielmehr bezieht die Tagesbetreuung Sirnach (TagSi) die Mahlzeiten von der Littenheider Privatklinik Clienia. «Wir haben es durchgerechnet», erklärt Gemeindeschreiber Peter Rüesch diesen Umstand. «So sparen wir rund 15 000 Franken im Jahr und können den Kindern erst noch vegetarische oder allergikergerechte Mahlzeiten anbieten – und dies in einer Qualität, die wir hier mit einer Teilzeitküche wohl kaum zustande brächten», betont Rüesch.

Stelle noch nicht besetzt

Die Leitung der Tagesbetreuung obliegt einer 80-Prozent-Stelle. Diese sei noch nicht besetzt, weiss der Gemeindeschreiber, aber die Vorstellungsgespräche seien am Laufen. Genau so wie die 75 000 Franken teuren Umbauarbeiten. Noch stehen die Maler- und Elektrikerarbeiten sowie die grosse Endreinigung an. Doch Christian Senn, Leiter Bau und Liegenschaften, ist zuversichtlich, dass in der «Brückenwaage» pünktlich gegessen werden kann: «Wir sind im Zeitplan.»