Der Mensch gegen die Natur

OBERBÜREN. Florian Brücklmeier aus Oberbüren wird in der Abenteuer-Sendung «Homerun» von Sat1 am 12. Oktober zu sehen sein. Mehrere Wochen lang durchlief er verschiedene Castings und Tests, um zwei Wochen in der Wildnis Afrikas zu überleben und den Weg zurück in die Schweiz zu finden.

Vivien Steiger
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Florian Brücklmeier musste als einer der vier Kandidaten von «Homerun» den Weg von Namibia aus zurück in die Schweiz finden. (Bild: vs.)

Florian Brücklmeier musste als einer der vier Kandidaten von «Homerun» den Weg von Namibia aus zurück in die Schweiz finden. (Bild: vs.)

Der 35jährige Florian Brücklmeier führt zusammen mit seinem Bruder Andi einen Carrosserie-Betrieb in Niederuzwil. Der Single wohnt in Oberbüren, geht ins Fitness-Studio, betreibt Thai-Boxen und ist Hobbykoch. Er dachte sich nicht viel dabei, als er sich vor einigen Monaten für ein Abenteuer anmeldete. Die Verwunderung war umso grösser, als er von den Produzenten ein Telefon bekam, und an sein erstes Casting gehen konnte.

«Ich bin Einzelkämpfer»

Eines Abends sass Florian Brücklmeier zu Hause und schaute Fernsehen, als der Trailer der neuen Sat1-Schweiz-Sendung «Homerun», sein Interesse weckte. Der kurze Filmausschnitt versprach «das grösste Abenteuer deines Lebens» zu werden. Via Trailer wurden Kandidaten gesucht, die sich trauen, eine ungewisse Reise anzutreten. Er setzte sich an den Computer und schaute sich das Ganze genauer an. Brücklmeier erzählte: «Ich musste fünf Fragen beantworten und habe diese abgeschickt. Danach habe ich nicht mehr daran gedacht, bis mein Telefon klingelte und man mich für das erste Casting in Zürich eingeladen hat.»

Beim Casting musste er etwa 30 Minuten über sich erzählen. Die Themen Alphatier, Einzelkämpfer und Frauen in Führungspositionen stachen dabei besonders hervor. «Ich bin ein Alphatier, gebe die Position aber ab, wenn eine geeignete Person anwesend ist. Ich habe keine Probleme damit, wenn eine Frau die Führung übernimmt», sagte Brücklmeier, und weiter: «Ich bin ein Einzelkämpfer, weil ich dadurch am schnellsten und besten vorwärts komme.» Nach drei Wochen teilte man ihm mit, dass er an das Haupt-Casting nach Magglingen (Bern) zum Bundesamt für Sport (Baspo) gehen dürfe. Dort mussten alle Kandidaten einen Orientierungslauf absolvieren und mit selbstgebauten Waffen, Wasser und Nahrung ins Ziel einlaufen.

Medizin-Check in Zürich

Brücklmeier war der einzige Teilnehmer, der am Ende alles dabei hatte. Als Waffen baute er sich Bogen und Lanze. Er fand Nüsse und Heuschrecken als Nahrung und das Wasser hatte er aus einer öffentlichen Toilette, bei welcher er sein T-Shirt im Spülkasten mit Wasser vollsaugen lies. Einige Wochen später musste er an einen Medizin-Check. Dort wurde sein Herz-Rhythmus kontrolliert, Blut abgenommen und sichergestellt, dass er alle Impfungen hatte. Drei Wochen später sass er bei einem Psychologen und liess seine Psyche testen. «Der Ablauf der Castings war sehr spannend und interessant. Obwohl die Zeit zwischendurch der Horror war, da man nie wusste, ob man weiterkam oder nicht», sagte Brücklmeier. Eines Abends bekam er die Zusage, dass er und drei weitere Kandidaten dabei seien. Bei was genau, wohin es ging und wann, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Insgesamt sind vier Kandidaten von der Jury ausgewählt worden.

Einige Tage später bekam Brücklmeier das Material: Wanderschuhe, eine lange Outdoor-Hose, dazu ein kurzärmliges Hemd, eine Faserpelzjacke, lange Thermo-Unterwäsche, einen Rucksack und überraschenderweise einen Regenschutz für den Rucksack. Später erfuhr er das Datum, wann er am Flughafen Frankfurt sein musste. Dort erhielten die vier ausgewählten Kandidaten die Flugnummer und sahen, wo sie ihr Abenteuer hinbringen würde: Windhoek, Namibia, an der Küste Westafrikas. Das Land der Löwen, Schlangen, Skorpione und des Wassermangels. Tagsüber klettern die Temperaturen schnell auf 40 Grad Celsius, nachts wird es bitterkalt. Keiner der vier Kandidaten wusste, was sie in Afrika erwarten würde. «Ich freute mich auf das Abenteuer, es war eine Herausforderung. Ich wollte wissen, wie viel ich durchstehen kann, wie lange mein Körper mitmacht. Grenzen erweitern kann man nur, wenn man die eigenen überschreitet», so Brücklmeier.

Dehydriert und unterernährt

Angst hatte er keine, nur manchmal einige Bedenken. «Wir mussten einen Vertrag unterschreiben, dass wir alles auf eigene Verantwortung machen und uns bewusst sind, dass wir dehydriert oder unterernährt zurückkommen könnten. Wir waren uns der Gefahren bewusst, die wir möglicherweise eingehen würden.» Die Produzenten betonten mehrmals, dass dies kein Pfadilager und kein Feriencamp sei. Es werde eine Herausforderung, doch genau diese suchte Florian Brücklmeier. Angst vor Tieren hat er nicht: «Ich habe keinen Drang, vor Spinnen oder Schlangen davonzurennen, obwohl ich sie nicht mag.»

«Homerun» – die Sendung

Über «Homerun» sagte er: «Die Sendung ist eine ernste Sache. Es ist nicht vergleichbar mit <Dschungelcamp> oder <Big Brother>, bei einer solchen Sendung würde ich nie mitmachen, und das habe ich bei den Castings auch betont. Eine Versicherungsgesellschaft ist Sponsor von «Homerun», deshalb muss es eine seriöse Sendung sein. Etwas anderes könnte sie sich nicht leisten.» Die Sendung ist schon mehrere Wochen im Kasten und wurde nur noch für die Ausstrahlung geschliffen.

Auf die Frage, aus welchem Grund er bei der Sendung mitgemacht habe, sagte Brücklmeier: «Ich tat es nicht, weil ich im Fernsehen kommen wollte, sondern weil ich den Adrenalinkick schon immer suchte. Ich tat es für meine Freunde, Familie und für mich, weil ich schauen wollte, ob ich alles halten kann, was ich mit grosser Klappe versprochen habe. Und um zu zeigen, dass die St. Galler harte Kerle sind», sagte er lachend. «Ich machte bei der Sendung als normaler Mensch mit. Ich hoffe, dass sich andere normale Menschen mit mir identifizieren können.»

Die erste Sendung von «Homerun» wird am 12. Oktober um 19 Uhr auf Sat1 Schweiz ausgestrahlt. Von Namibia aus müssen die vier Kandidaten ohne Geld, Essen und Trinken den Weg zurück in die Schweiz finden. Die Fortsetzung dieses Artikels folgt.

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