Der Marsch aufs Rathaus

Die Grünen Prowil möchten mit Daniel Stutz in die Stadtregierung einziehen. Am Dienstagabend wurde der Parlamentarier als Kandidat nominiert. Mit 29 weiteren Personen stellt er sich auch für die Legislative zur Verfügung.

Philipp Haag
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Gehen vorwärts: Die Kandidierenden der Grünen Prowil für das Wiler Stadtparlament. (Bilder: Philipp Haag)

Gehen vorwärts: Die Kandidierenden der Grünen Prowil für das Wiler Stadtparlament. (Bilder: Philipp Haag)

WIL. Ihr Ziel liegt nur wenige hundert Meter entfernt. Nach der Nominationsversammlung für die Wahlen ins Stadtparlament und den Stadtrat marschieren die Kandidierenden der Grünen Prowil am Dienstagabend aus dem Hof zu Wil. Sie schlagen den Weg Richtung Rathaus ein, machen für das Fotoshooting dann aber einen Schwenk auf den Hofplatz. Ins Rathaus, dort, wo die Stadtregierung sich zu Sitzungen trifft, einziehen soll Daniel Stutz. Die Mitglieder der Grünen Prowil nominieren ihn einstimmig zum Kandidaten für die Wahlen in die Wiler Exekutive vom nächsten Herbst. Sein Ziel ist allerdings nicht primär das Rathaus, sondern ein Verwaltungsgebäude in Bronschhofen. Stutz interessiert sich für das im neuen Ortsteil beheimatete Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV).

Leistung hinter Erwartung

Das vom wieder kandidierenden Stadtrat Marcus Zunzer (CVP) geführte Departement hat einige der in den letzten Monaten im Stadtparlament am stärksten diskutierten und nicht nur von den Grünen Prowil kritisierten Geschäfte zu verantworten wie beispielsweise das Bauvorhaben auf der Oberen Weierwise. «Die Leistungen des BUV liegen hinter unseren Erwartungen», nennt Stutz den Grund, weshalb er das BUV avisiert. Er ortet das Problem bei der Führung. Stutz nennt weitere Beispiele: den Kreditantrag für die Sanierung der Gebäudehülle des Lindenhofschulhauses. «Ich habe noch selten eine derart schlechte Vorlage gesehen.» Oder die Reorganisation der städtischen Hausdienste. «Es war erschreckend, wie mit dem Personal umgegangen worden ist.» Bei der Revision des Zonenplans hat die Stadt in den Augen von Stutz bei der Umteilung des Post-Areals beim Bahnhof «gegen ihre eigenen Interessen» gehandelt. Oder den Abbau beim SBB-Angebot verschlafen.

Stutz ist überzeugt, eine Änderung ist nur herbeizuführen, «wenn sich im Stadtrat etwas ändert». Lieber als rückwärts, richtet Stutz seinen Fokus nach vorn. Das Wohnen in den Quartieren qualitativ weiter entwickeln und die Achse Altstadt–Bleicheplatz–Zentrum–Bahnhof stärken sind Anliegen. Ausserdem das Optimieren des Verkehrs. «Im BUV sind unsere Kernthemen angesiedelt», fasst Stutz zusammen.

Dabei räumt er mit einem Vorurteil auf. «Die Grünen Prowil sind nicht gewerbefeindlich.» Die Partei setze sich beispielsweise dafür ein, dass in der Stadt eingekauft werde und sie mache sich für einen effizienten Umgang mit den Steuergeldern stark. Seine Politik orientiere sich an der ökologischen und ökonomischen Effizienz, sagt Stutz, «sowie den Grundwerten Chancengleichheit, Toleranz und Solidarität». Der 57-Jährige, der beim Institut für Nachhaltigkeitswissenschaften der Agroscope Tänikon als Bereichsleiter «Support und Infrastruktur» mit 49 ihm unterstellten Mitarbeitenden tätig ist, kann sich vorstellen, «für vier Jahre Power zu geben», und allenfalls eine weitere Legislatur anzuhängen. «Es ist ein guter Zeitpunkt, etwas Neues anzufangen.»

Der Mensch im Zentrum

Stutz kandidiert nicht nur für den Stadtrat, er stellt sich auch für eine weitere Amtsdauer im Stadtparlament zur Verfügung. Neben den Bisherigen, zu denen auch Luc Kauf, Michael Sarbach und Guido Wick gehören, kandidieren 26 Neue (siehe Kasten). Ihr Ziel ist es, die Fraktion auszubauen. Den Menschen ins Zentrum stellen, sehen die Grünen Prowil als dringlich an. Die Anliegen der Bewohnenden dürften nicht weiter der Mobilität geopfert werden. «In Wil wohnen, arbeiten und die Freizeit verbringen soll Vorrang haben.» Bei Bildung und Kultur soll nicht gespart werden. Die Grünen Prowil gehen mit den Jungen Grünen eine Listenverbindung ein. Die Jungpartei hat ihre Kandidierenden noch nicht nominiert. Sicher ist, dass Stadtparlamentarier Sebastian Koller wieder antritt.

Stadtratskandidat Daniel Stutz im Gespräch mit der Präsidentin der Grünen Prowil, Eva Noger.

Stadtratskandidat Daniel Stutz im Gespräch mit der Präsidentin der Grünen Prowil, Eva Noger.