Der Mann hinter dem Cartoon

Ein Frosch im Schilf protestiert nach den Kantonsratswahlen für Uzwil. Rackern im Bergwerk illustriert die Uzwiler Bemühungen zur Arbeitsintegration. Wer steckt dahinter?

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Cartoonist Andreas Buser in seinem Atelier. Schon als 10-Jähriger zeichnete Andreas Buser sein erstes Daumenkino. Fasziniert von den lebendig gewordenen Figuren skizzierte er in jeder freien Minute an Trickfilmen. (Bild: zVg)

Cartoonist Andreas Buser in seinem Atelier. Schon als 10-Jähriger zeichnete Andreas Buser sein erstes Daumenkino. Fasziniert von den lebendig gewordenen Figuren skizzierte er in jeder freien Minute an Trickfilmen. (Bild: zVg)

UZWIL. Cartoons bebildern seit einigen Monaten Presseinformationen der Gemeinde Uzwil. «Buser» steht kurz und klar darunter. Dahinter versteckt sich Andreas Buser. Berner. Präziser Beobachter. Virtuose.

Verblüffende Leichtigkeit

Cartoons – so sagt er – seien harte Arbeit. Nicht, weil das Zeichnen schwer fällt. Im Gegenteil. Der Stift huscht in sicheren Bewegungen übers Papier. Mit verblüffender Leichtigkeit entstehen Menschen und Landschaften. Erzählen ein paar Striche Geschichten. Werden trockene Themen zu humorvollen Bildern, bevor die Farbe trocken ist.

Hirnen

Herausforderung für jeden Cartoonisten ist die Frage: Wie stelle ich ein Thema dar? Andreas Buser sagt dazu: «Mit dem Cartoon erzähle ich eine Geschichte. Bevor ich mich ans Zeichnen mache, sitze ich mit den Kunden zusammen. Höre aufmerksam zu. Begreife, welche Botschaft der Kunde transportieren will. Ich muss verstehen, um einen Cartoon zu entwickeln. Erst dann geht's ums Verdichten, ums Zuspitzen, ums Ideen und Geschichten Entwickeln. Jeder Cartoon soll im Kopf des Betrachters eine Geschichte auslösen.»

Zeichner seit Geburt

Mehrere Stunden investiert Buser teilweise in einen Cartoon, bevor er den ersten Strich aufs Papier setzt. Schon als 10-Jähriger zeichnete Andreas Buser sein erstes Daumenkino. Fasziniert von den lebendig gewordenen Figuren skizzierte er in jeder freien Minute an Trickfilmen.

Nach der Schule folgte die Kunstgewerbeschule in Bern. Dann sofort der Sprung in die Selbständigkeit. Seine Nasenmännchen erschienen regelmässig in der Berner Zeitung, den Schaffhauser Nachrichten, im Beobachter und anderswo.

Uzwil - Bern

Andreas Buser ist Berner durch und durch, wohnt in Bern. Ist diese Zusammenarbeit quer durch die Schweiz nach Uzwil nicht schwierig? Dazu Andreas Buser: «Zusammensitzen geht natürlich nicht. Telefon und E-Mail sei Dank liegt Bern direkt vor den Toren von Uzwil. Die Wege sind kurz, der Kontakt zur Gemeinde unkompliziert, die Zusammenarbeit gegenseitig bereichernd und erfrischend, meine künstlerische Freiheit wird respektiert.» Und wie ist man in Uzwils Gemeindehaus auf diesen Berner namens Buser gestossen? Verwaltungsleiter Thomas Stricker: «Andreas Buser versteckt sich nicht im Atelier. Er zeichnet oft an Anlässen live Karikaturen. So haben wir ihn und seine Arbeit kennen gelernt.»

Freiheit

Wie ein Cartoon aussieht, wie Andreas Buser das Thema umsetzt, weiss man im Gemeindehaus im voraus nicht. Thomas Stricker: «Für uns ist ein spannender Moment, den ersten Blick darauf zu werfen.» Der Cartoonist geniesst Freiheit. Auch gegenüber der Gemeinde als Auftraggeberin. Das ist gewollt. Stricker dazu: «Wir mögen's <verliide>, wenn seine Cartoons frecher und auch uns gegenüber kritisch sind.»

Neues wagen

Mit den Cartoons geht die Gemeinde Uzwil bewusst neue Wege. Dazu Gemeindepräsident Lucas Keel: «Wir liefern gerne Bilder mit, welche unsere Informationen auf den Punkt bringen. Ein Cartoon kann mehr zuspitzen, als jeder Text. Er findet den Weg übers Auge zur Seele. Cartoons beleuchten Themen kontrovers. Das bereichert die Diskussion. Wir wollen unsere Bevölkerung facettenreich informieren. Busers Cartoons sind dazu ein lustvolles und so ganz unamtliches Element. Das passt zu uns.» (gk.) ?