Der Lauf der Geschichte

Zur Neugestaltung des Wallfahrtsorts Dreibrunnen Zum Ausbau der Schulsozialarbeit

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Da war einmal eine Pächterfamilie in Maria Dreibrunnen, die sich für einen geordneten Ablauf rund um das Pilgerheiligtum Dreibrunnen mit vollem Einsatz kümmerte. So bewirtschaftete Emil Koster mit Erfolg den Landwirtschaftsbetrieb, und zugleich amtete er noch zusammen mit der Familie als Mesmer in der Wallfahrtskirche. Seine Frau Annemarie betrieb mit viel Umsicht das Restaurant Pilgerhaus und bediente und verköstigte die Besucher. Nun aber trat eine markante Wende ein. Der Pachtvertrag für die Landwirtschaft und das Pilgerhaus wurde wegen Pensionierung beendigt. Den Mesmerdienst übernahm die Franziskanergemeinschaft. Die Landwirtschaft alleine ist nicht mehr nutzbringend zu bewirtschaften, somit macht es keinen Sinn, das alte Landwirtschaftsgebäude stehen zu lassen. Es bringt für die Zukunft nur hohe Unterhaltskosten. Die Einnahmequelle eines künftigen Pächters fliesst nur noch über den Gastbetrieb. Das Restaurant ohne Ergänzungsbau bietet keine Existenz für eine Wirtefamilie.

Daher glaube ich, dass wir mit offenen Augen das Problem angehen und uns nicht in eine Traum-Euphorie verstricken sollten. Das Gesamtprojekt bietet der kommenden Wirtefamilie eine echte Existenz, den Franziskanern einen anständigen Arbeitsplatz und den vielen Besuchern unseres Wallfahrtsortes ein Haus der Einkehr. Daher benötigen wir nebst dem Umbau Pilgerhaus und Abbruch der Scheune einen von den Instanzen bewilligten «Schür- Neubau». Wenn wir den Vorstellungen des «Freundeskreis Dreibrunnen» folgen wollten, geben wir rund zwei Millionen Franken aus für ein unbefriedigendes und undurchdachtes Projekt. Der Vorschlag des Kirchenverwaltungsrates mit dem Neubau «Schür» kostet zwar vier Millionen Franken, aber dafür wird die Zukunft von Maria Dreibrunnen nachhaltig gesichert. Sowohl die Seelsorge als auch der Gastbetrieb erhalten die nötige Infrastruktur für einen zukunftsfähigen Wallfahrtsort. Auch ich bin fürs «Sparen»! Ich bin aber bereit, dem zweckmässigen und den Anforderungen entsprechenden Vier-Millionen-Franken-Projekt des Kirchenverwaltungsrates zuzustimmen, statt zwei Millionen in den Sand zu stecken.

Martin Giger Engistrasse 6, 9535 Wilen bei Wil

Das Sparen will gelernt sein

Das Wiler Parlament hat beschlossen, die Schulsozialarbeit auszubauen. Ein Referendumskomitee, bestehend aus Mitgliedern der CVP, SVP, GLP sowie parteilosen Bürgerinnen und Bürgern hat sich zwischenzeitlich gebildet. Mit dem Ausbau der Schulsozialarbeit sollen jährlich wiederkehrende Kosten von 345 414 Fr. den Haushalt der Stadt Wil belasten. Die Schulsozialarbeit leistet zweifelsohne einen wertvollen Beitrag und dient als wichtige und nützliche Stütze für den Schulbetrieb an den Wiler Schulen. Bei gewissen Ereignissen ist es sinnvoll, dass es einen Schulsozialdienst gibt, der den Eltern und Schülern eine Unterstützung bieten kann. Der Bedarf ist teilweise ausgewiesen, der Zeitpunkt hingegen ist denkbar schlecht gewählt, um weitere 250 Stellenprozente zu schaffen. Die heutigen Pensen reichen aus, um wichtige Arbeit in den Bereichen Kriseninterventionen sowie Einzel- und Gruppengesprächen zu leisten. Die Aufstockung bei der Schulsozialarbeit wird also nicht benötigt, um akute Probleme zu lösen, sondern um den Bereich der Prävention auszubauen. Ein Ausbau ist daher zeitlich nicht dringend, und somit muss die Sanierung des in Schieflage geratenen städtischen Haushaltes Priorität haben. Die Stadt Wil muss weiter äusserst haushälterisch umgehen mit den Steuereinnahmen. Zudem werden auch anderweitige Sparübungen nötig, um das strukturelle Defizit von 2,5 Millionen Franken nachhaltig zu beseitigen.

Mit einer Unterschriftensammlung für ein Volksreferendum soll der Wiler Bevölkerung die Gelegenheit geboten werden, einen demokratischen Entscheid in dieser heiklen Angelegenheit an der Urne zu fällen.

Patrik T. Lerch Weinbergstrasse 2, 9500 Wil

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