Der lange Weg zum Jugendtreff

Kürzlich konnte der neue Jugendtreff in der ehemaligen Truppenunterkunft Enzenbühl eröffnet werden. Endlich, ist man geneigt zu sagen. Denn der Weg bis dahin war steinig und vor allem lang. Am Samstag ist Tag der offenen Tür.

Melanie Graf
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Bis die Gemeinde die Jugendlichen im neuen Treff begrüssen durfte, verging eine lange Zeit. (Bild: Melanie Graf)

Bis die Gemeinde die Jugendlichen im neuen Treff begrüssen durfte, verging eine lange Zeit. (Bild: Melanie Graf)

FLAWIL. Während etwa 25 Jahren trafen sich die Flawiler Jugendlichen im «Haus Meise», das zuvor ein alkoholfreies Restaurant war. Die Fachstelle für Jugendfragen «Step-in» hatte den Jugendtreff aufgebaut. Da damals schon das Bedürfnis nach besseren Räume bestand, wollte der Gemeinderat 2005 einen Jugendraum in den geplanten Gemeindesaal integrieren. Doch die Projektkommission beschloss ein Jahr später, aus verschiedenen Gründen auf einen Jugendraum zu verzichten. Auch Fachleute vom «Step-in» waren der Meinung, dass sich Jugendraum und Gemeindesaal nicht bedürfnisgerecht vereinbaren liessen. So blieb der Jugendtreff im «Haus Meise». 2008 wurde der Lindensaal gebaut – ohne Jugendraum.

Auftrag an Gemeinderat

Die IG Jugendtreff gelangte Ende 2008 an den Gemeinderat mit dem Anspruch, das Feuerwehrdepot am Marktplatz für die Jugendarbeit einzurichten, sollte der Neubau im Töbeli zu stehen kommen. Doch das geplante Feuerwehrdepot im Töbeli wurde im Mai 2009 von der Bürgerschaft abgelehnt.

An der Bürgerversammlung im März 2010 machte die IG Jugendtreff wieder auf die Situation der Jugendlichen aufmerksam und verlangte nun vom Gemeinderat Nägel mit Köpfen. Die IG beauftragte den Gemeinderat, an der Bürgerversammlung 2011 über die Resultate einer Bedürfnisabklärung durch Fachpersonen für zusätzlichen Jugendraum in Flawil und geeignete Standorte Bericht zu erstatten. Die Bürgerversammlung stimmte diesem Antrag mehrheitlich zu. Die Auswertung der Bedürfnisabklärung wurde der Bürgerversammlung im März 2011 vorgelegt. Die IG war enttäuscht. Die Behörden hätten lediglich eine Bestandesaufnahme der Situation gemacht, war seitens der IG zu vernehmen: «Das Abklären von Räumen ist zur Nebensache geworden und die Raumfrage in eine Personalfrage geändert worden.» Die IG sprach von einem verwässerten Auftrag und beantragte dem Gemeinderat, einen Bericht mit Substanz und nicht mit leeren Worthülsen zu präsentieren.

Öffentlicher Aufruf

An der Bürgerversammlung 2012 sollte erneut Bericht erstattet werden. Auch über geeignete Standortvarianten für zusätzliche, betreute Jugendtreff-Räumlichkeiten. Der Gemeinderat machte daraufhin einen öffentlichen Aufruf. Es sollten geeignete Standorte gemeldet werden. Und als weitere Massnahme wurde Ende 2011 der bestehende Jugendtreff in der «Meise» erweitert und das Personal aufgestockt. Die Büroräume des Personals wurde in den ersten Stock verlegt und zwei zum Jugendtreffpunkt angrenzende Räume wurden in den Treffbetrieb integriert.

«Züglete» ins Enzenbühl

Im Mai 2012 präsentierte die Projektgruppe «Evaluation von mehr Jugendraum» drei von 14 analysierten Räumlichkeiten: Als Favoriten galten die Truppenunterkunft Enzenbühl, das Pfadiheim Riedern und das alte Feuerwehrdepot.

Der Gemeinderat sprach sich für die Truppenunterkunft Enzenbühl aus: Sie liege zentral, habe mehrere unterteilbare Räume, verursachte nur geringe Umbaukosten und die Räume wären schnell bezugsbereit. Die IG stimmte dem von Gemeinderat Erich Baumann, Bereichsvorsteher Soziales und Gesundheit, vorgestellten Bericht über geeignete Standortvarianten für zusätzlich betreute Jugendtreff-Räumlichkeiten zu. Somit zog der Jugendtreff nach einigen Umbauarbeiten im Sommer 2014 von der «Meise» in die Truppenunterkunft Enzenbühl. Mitte Oktober wurde der Jugendtreff mit einer Party eröffnet. Allerdings erforderte der Umzug einiges an Geduld. Denn der Bezug der Räume war auf Anfang 2014 geplant. Die Verzögerung stand mit der Koordination der Sanierung des Schulhauses Enzenbühl und der Tagesstruktur in Zusammenhang.

Zukunft der «Meise» ist offen

Die Zukunft der «Meise» ist noch offen. Aktuell laufen diverse Abklärungen, wie die Räume des ehemaligen Jugendtreffs genutzt werden können. Am Samstag, dem 8. November, von 9 bis 12 Uhr ist die Bevölkerung eingeladen, den Jugendtreff und das sanierte Schulhaus Enzenbühl sowie die Tagesstruktur zu besichtigen.

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