Der Kunststoffsack ist gefragt

An der Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid wurde über die Unterflurbehälter informiert. In grösseren Gemeinden ist man kritisch. Zudem wurde publik, dass schon 5000 Kuh-Bags ausgeliefert wurden.

Martina Signer
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Bereits nach wenigen Wochen lässt sich sagen: Die Lancierung eines gebührenpflichtigen Kunststoffsacks könnte eine Erfolgsgeschichte werden. (Bild: pd)

Bereits nach wenigen Wochen lässt sich sagen: Die Lancierung eines gebührenpflichtigen Kunststoffsacks könnte eine Erfolgsgeschichte werden. (Bild: pd)

REGION. Die Unterflurcontainer entsprechen laut Claudio Bianculi, Geschäftsleiter des ZAB, immer mehr einem Bedürfnis der Bürger, weil diese Entsorgungsmöglichkeit rund um die Uhr genutzt werden kann. Mittlerweile sind schon rund 140 Unterflurbehälter in über der Hälfte aller Verbandsgemeinden im Einsatz. Bis Ende des Geschäftsjahres dürfte für fast alle Mitgliedgemeinden ein Konzept für die Einführung von Unterflurbehältern vorliegen. Basierend auf den Gemeindeplanungen wird sich im kommenden Jahr die Zahl der installierten Unterflurbehälter mehr als verdoppeln.

Über 100 Behälter für Wil

Vertreter grosser Verbandsgemeinden äusserten sich kritisch wegen der Kosten. In Uzwil oder Wil müssten jeweils über 100 Unterflurbehälter installiert werden, damit es für die Bürger sinnvoll werde. Deshalb seien sie noch kritisch gegenüber dem neuen System. Verwaltungsratspräsident Kurt Bauman fügte hinzu, bei den Investitionskosten sei man den Gemeinden schon sehr entgegengekommen. Das Angebot sei bereits gegenüber den ersten Rechnungen substanziell erhöht worden. Bianculli ergänzte: «Wir beteiligen uns je nachdem auch an den Tiefbaukosten.» Denn der Tiefbau sei in grossen Städten meist problematisch.

Gemischte Kunststoffsammlung

Die Abfallzweckverbände ZAB und KVA Thurgau führten im Oktober gemeinsam die Sammlung von gemischten Kunststoffen aus Haushalten ein. Die Sammlung gemischter Verpackungskunststoffe ist als Ergänzung zu den bestehenden Sammlungen für PET- und Plastikflaschen und nicht als Konkurrenz gedacht, um eine grössere Menge Kunststoff in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. Mit den Gebühren werden laut Bianculli die Kosten, die für den normalen Gebührensack wegfallen, etwas kompensiert. Denn wenn der Kunststoffabfall nicht mehr im normalen Kehrichtsack landet, braucht man nur noch rund die Hälfte an gängigen Gebührensäcken. Der sogenannte Kuh-Bag kostet mit zwei Franken für einen 60-Liter-Sack weniger als ein Kehrichtsack gleicher Grösse. Anders als beim Kehrichtsack erfolgt die Materialrücknahme aber über ein Bringsystem.

15 Rücknahmestellen

Erhältlich ist der neue Sack im ZAB-Verbandsgebiet an den üblichen Verkaufsstellen für Kehrichtsäcke (ausser Migros). Dazu kommen Verkaufsstellen bei den Easydrives in Bazenheid, Degersheim und Gossau. Eine aktuelle Liste der Verkaufs- und Rücknahmestellen findet sich auf der dafür eingerichteten Webseite. Ausserdem ist dort genau beschrieben, was im Sack landen darf. So zum Beispiel auch Tetrapaks oder Lebensmittelverpackungen.

Die bereits gemachten Erfahrungen seien erfreulich. Mittlerweile konnte in den ZAB-Gemeinden ein Netz von rund 60 Verkaufsstellen und 15 Rücknahmestellen aufgebaut werden. Nach rund sieben Wochen wurden bereits 5000 der Kuh-Bag-Rollen ausgeliefert.

Claudio Bianculli Vorsitzender der Geschäftsleitung

Claudio Bianculli Vorsitzender der Geschäftsleitung