Der Jugendtreff schliesst

Nach gut zwei Jahren schliesst der Jugendtreff «planb» in Zuzwil. Weil die Besucherzahl in vergangener Zeit immer kleiner wurde, ziehen die Organisatoren nun die Notbremse. Auch ein letzter Anlass brachte keine Rettung.

Andrea Schlegel
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Lange Gesichter beim Jugendtreff-Team: Sandro Färber, Andreas Grünenfelder und Fabienne Knellwolf (von links). (Bild: as.)

Lange Gesichter beim Jugendtreff-Team: Sandro Färber, Andreas Grünenfelder und Fabienne Knellwolf (von links). (Bild: as.)

ZUZWIL. Jüngst trafen sich die Helferinnen und Helfer des Jugendtreffs «planb» und die Jugendkommission zum letztenmal. Was im August 2010 hoffnungsvoll begonnen hatte, endete zwei Jahre später abrupt. Schon im Frühling 2012 war klar gewesen, dass der Jugendtreff auf der Kippe steht. Ein kleiner Hoffnungsschimmer war damals der letzte geplante Jugendtreff der Saison gewesen.

Gute Erinnerungen

Die Teammitglieder Fabienne Knellwolf, Sandro Färber und Andreas Grünenfelder trafen sich nun noch einmal, um über ihre Arbeit im Jugendtreff-Team Auskunft zu geben. «Wenn ich hinter meinem Musikpult bin, kommen die Besucher zu mir und wünschen sich einzelne Musiktitel. So komme ich in Kontakt mit vielen anderen Jugendlichen. Das finde ich besonders toll», blickt Sandro Färber zur Hochphase des Jugendtreffs zurück. Dabei traf er auch viele, die er schon lange nicht mehr gesehen hatte, und konnte alte Kontakte aufleben lassen. Andreas Grünenfelder sagt, er habe eigentlich überall mitgearbeitet. Mal hinter dem Musikpult, mal hinter der Bar und draussen. «Ich hänge an diesem Treff», sagt Fabienne Knellwolf.

Von Anfang an dabei

Sie hatte schon beim Jugendtreff «Eliquo» mitgearbeitet und war sofort bereit mitzuhelfen, als der «planb» gegründet wurde. Mit 23 Jahren war sie das älteste Teammitglied. Sandro Färber war auch seit der Gründung dabei und erinnerte sich an die Anfangszeiten, als der Raum voller Besucher war. «Es war cool, die vielen Leute zu sehen und zu wissen, dass unser Jugendtreff so gut ankommt.» Besucherzahlen von bis zu 120 waren da üblich gewesen, von überall her seien sie gekommen, sogar aus Weinfelden, Wil und Uzwil. «Ich weiss gar nicht, wie die alle auf uns aufmerksam geworden sind», sagte Färber. Diese Zeiten waren die tollsten Erfahrungen gewesen, die sie machen konnten. Fabienne Knellwolf betonte, dass das Mitarbeiten im Team auch eine gute Erfahrung für das spätere Berufsleben war. Man lerne, Verantwortung zu übernehmen, erfahre, wie Teamarbeit zusammenschweissen könne. «Ich war stolz, dabei zu sein, denn dank meiner Mithilfe lief es», fügte Sandro Färber hinzu.

Ausbleibende Besucher

Im vergangenen Jahr blieben die Besucher immer häufiger aus. Nicht selten fanden sich nur fünf Jugendliche im Treff ein, auch neue Teammitglieder liessen sich nicht mehr finden. Die Jugendlichen rätselten darüber, warum der Besucherstrom zum Rinnsal wurde und schon bald niemand mehr helfen wollte. In der kleinen Gruppe herrschte Ratlosigkeit. Die Frau in der Runde zuckt mit den Schultern und meint: «Der Arbeitsaufwand ist wirklich klein. Vor dem Treffen einkaufen und einrichten, danach noch kurz aufräumen.» Die beiden jungen Männer nicken. Von grossem Aufwand könne keine Rede sein. Gemeinsam wurde ein jährlicher Ausflug geplant. Im vergangenen Jahr habe man Pizza und Glace gegessen und Bowling gespielt. Wenn Probleme während eines Jugendtreffs auftraten, konnten die Teammitglieder immer auf die Hilfe von Erwachsenen zählen.

Keine klaren Gründe

Ob es nun an der Lage nahe bei einem Wohnquartier lag, am Wochentag, an der Organisation oder an der Häufigkeit der einzelnen Anlässe können sie nicht eruieren. Viele Jugendliche veranstalten Home-Parties oder treffen sich zum Gamen, wissen die drei. Ob da kein Bedarf an einem öffentlichen Treffpunkt besteht? Eine letzte Chance war der Jugendtreff vom 9. Juni. Bemühungen wie Besuche in den Schulklassen und Info-Schreiben waren erfolgt, doch auch dann blieb der Jugendtreff ohne neue Besucher. Die Jugendlichen hatten genug, sie wollten in diesem Rahmen nicht mehr weitermachen. Nun ist es amtlich: Ein weiterer Jugendtreff in der Gemeinde Zuzwil schliesst seine Türen.