Der Hof zu Wil geht nach Melide

WIL. Die Swiss Miniatur in der Tessiner Ortschaft Melide soll mit dem Hof zu Wil bereichert werden. Wil Tourismus hat bereits den Kontakt zur Tessiner Organisation aufgenommen. Das Modell könnte im Frühling 2012 eingeweiht werden.

Silvan Meile
Drucken
Teilen
Der Hof als Gebäudekomplex soll im Massstab 1:25 Teil der Ausstellung an der Swiss Miniatur in Melide werden. (Bild: sme.)

Der Hof als Gebäudekomplex soll im Massstab 1:25 Teil der Ausstellung an der Swiss Miniatur in Melide werden. (Bild: sme.)

Rund 220 000 Besucher zählt die Swiss Miniatur in Melide jährlich von Mitte März bis Ende Oktober. Detailgetreu nachgebaute Häuser, Burgen und Denkmäler der Schweiz stehen in einem Massstab von 1:25 in einer Parkanlage unter freiem Himmel. Wer als Kind mit den Eltern oder auf der Schulreise einst dort war, kehrt irgendwann zurück mit den eigenen Kindern oder den Enkelkindern. Die Schweiz im Kleinformat in der Sonnenstube des Landes verschaffte sich seit seiner Einweihung vor über 50 Jahren einen Ruf über die Landesgrenze hinaus. Nun soll auch der Gebäudekomplex des Wiler Hofs Platz in dieser Ausstellung finden. Wil Tourismus setzte dafür erste Bestrebungen in Gang. Am Dienstag, 19. April, wird an der Hauptversammlung die Idee vorgestellt, dass die Äbtestadt auch an der vielbeachteten Swiss Miniatur vertreten sein soll.

Interesse auch in Melide

Auf der Liste der nachgebauten Gebäude aus der Ostschweiz, welche bei der Swiss Miniatur vertreten sind, fehlen beispielsweise Bauten wie der St. Galler Dom, das Schloss Sargans oder jenes in Rapperswil. Aufgeführt sind hingegen die Schlösser Hagenwil und Frauenfeld, das Rathaus Bischofszell, das Dorf Werdenberg oder die Hauptstrasse von Appenzell. Bei Wil Tourismus kam die Idee auf, dass auch der geschichtsträchtige Hof zu Wil in die Ausstellung aufgenommen werden könnte. Auf eine entsprechende Anfrage sei sofort Interesse aus dem Tessin signalisiert worden, erklärt Christian Schmid, Präsident von Wil Tourismus. Die Aufnahme zur Schweiz im Kleinformat beruht aber nicht alleine auf den Kriterien der entsprechenden Gebäude, sie ist auch eine Kostenfrage. Je nach Komplexität des zu bauenden Modells, was von der Swiss Miniatur selbst vorgenommen wird, erhöhen sich auch die Kosten. Und diese übernimmt der Auftraggeber. Im Fall des Hofs zu Wil wäre das Wil Tourismus. «Beim Hofkomplex inklusive Brauerei, Haus zum Toggenburg und dem Roten Gatter mit der Kapelle beläuft sich der Bau des Modells auf 25 000 Franken», erklärt Schmid. Dafür sei eine 25-jährige Präsenz in der Swiss Miniatur garantiert.

Finanzierung noch ungewiss

Von dieser Präsenz des Wiler Hofs an der Swiss Miniatur verspricht sich Schmid «eine fantastische Werbung für Wil und die Region».

Die Finanzierung des Modells ist aber noch nicht geregelt. Diesbezüglich seien Anfragen bei der Stadt Wil, dem Kanton und der Stiftung Hof zu Wil gemacht worden. Eine verbindliche Zusage habe man bisher keine erhalten, sei aber bei den Angefragten auf Wohlwollen gestossen. «Einen wesentlichen Teil des Geldes würde sicherlich Wil Tourismus selber beisteuern», sagt Schmid. Zustüpfe von andern Stellen wären aber wohl wünschenswert. Bis im Sommer soll Klarheit darüber bestehen, ob das Projekt finanziert werden kann. Dann würde bei der Swiss Miniatur im nächsten Winter während vier Monaten das Modell des Hofs erstellt werden. Die Einweihung könnte dann im Frühling 2012 auf dem Gelände der Swiss Miniatur erfolgen.