«Der Himmel war feuerrot»

GÄHWIL. In der Nacht auf gestern brannte in Gähwil ein Bauernhaus mit angrenzender Scheune nieder. Verletzt wurde niemand. Die Kantonspolizei rechnet mit einem Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.

Sebastian Keller
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Am Morgen danach: Das Feuer vernichtete in der Nacht die ganze Scheune. (Bild: seb.)

Am Morgen danach: Das Feuer vernichtete in der Nacht die ganze Scheune. (Bild: seb.)

Kopfschüttelnd stehen die Bauern vor dem Schadenplatz im Schöchli bei Gähwil. Es ist der Morgen nachdem ein Feuer das Haus ihres Nachbarn zerstörte.

«Zum Glück wurde niemand verletzt», sagt Bauer Martin Niederer, als er sich wieder auf den Weg zu seinem Hof im Gauchen macht. Seine Frau Elisabeth habe das Feuer in der Nacht bemerkt, sagt er – «zufällig». Er selber schlief tief und fest. «Der Himmel über dem Schöchli war feuerrot. Das Gebäude brannte lichterloh.» Die Flammen stachen «sicher sechs Meter in die Höhe». Auch das Bersten von Eternitplatten war zu hören. Sofort riefen Niederers die Notrufnummer 118 an. Es war mitten in der Nacht, 1.50 Uhr zeigte die Uhr an.

Haus war unbewohnt

Martin Niederer weiss, dass am Donnerstag noch an der Fassade des nun niedergebrannten Gebäudes gearbeitet wurde. Das Haus und die angrenzende Scheune hätten keinen landwirtschaftlichen Zweck mehr gehabt. Das Gebäude befand sich im Umbau zu einem Wohnhaus. Martin Niederer zeigt auf die Reste und sagt: «Sehen Sie das Isolationsmaterial.» Über die Ursache mag er nicht spekulieren. Den Hauseigentümer kennt er. Dieser wohne in der Nähe von Hinwil im Kanton Zürich. Ihm gehöre das Haus schon seit Jahrzehnten (die Wiler Zeitung konnte den Eigentümer gestern nicht erreichen). «Bis im vergangenen November hat meine Schwester mit ihren Kindern in diesem Haus gelebt», sagt Martin Niederer mit einem Schrecken in den Augen, als sei ihm gerade ein Monster begegnet. «Zum Glück war niemand im Haus drin», sagt er erneut und macht sich auf den Heimweg.

«Feuerwehr-Sperrzone» steht auf dem rot-weissen Band, das den Schadenplatz umgibt. Die Balken, die bis gestern die Scheune stützten, liegen verkohlt auf der Wiese wie Mikadostäbe. Die Brandschutzwand wird – zumindest optisch – ihrem Namen gerecht. Die Kantonspolizei St. Gallen geht von mehreren hunderttausend Franken Schaden aus. So schreibt sie es in der Mitteilung an die Medien. «Der kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei wurde durch die Staatsanwaltschaft mit der Brandursachen-Ermittlung beauftragt», heisst es in der Mitteilung weiter.

«Das ist das normale Vorgehen», sagt Hanspeter Krüsi vom Kapo-Mediendienst auf Anfrage. Es werde ermittelt, weil es sich ja auch um ein Straftat handeln könnte. «Die Ermittlungen laufen aber vorderhand gegen niemand konkretes», betont Krüsi. Zur Brandursache könne er derzeit keine Angaben machen, «das muss zuerst genau abgeklärt werden».

«Heisser» Januar für Feuerwehr

Die Feuerwehr Kirchberg-Lütisburg fand das Haus bereits im Vollbrand vor. Die 50 aufgebotenen Feuerwehrleute bekämpften das Feuer daraufhin erfolgreich.

Es war bisher ein intensiver Januar für die Feuerwehr Kirchberg-Lütisburg: Am Mittwochabend vor einer Woche mussten die Feuerwehrleute den Brand eines Wintergartens in Kirchberg löschen.

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