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Der Herr Rüebli

KIRCHBERG. «Daucus carota masculinus» – so lautet der lateinische Namen dieses selten vorkommenden Rüeblis. Dessen Besonderheit: Es ist männlich und macht keinen Hehl daraus.
«Deutlich männliches Rüebli». (Bild: Leserbild: Peter Matter)

«Deutlich männliches Rüebli». (Bild: Leserbild: Peter Matter)

KIRCHBERG. «Daucus carota masculinus» – so lautet der lateinische Namen dieses selten vorkommenden Rüeblis. Dessen Besonderheit: Es ist männlich und macht keinen Hehl daraus. Das männliche Geschlechtsteil ist unschwer, ja fast aufdringlich auf der Fotografie zu erkennen, die uns Leser Peter Matter verdankenswerterweise zustellte. Und er merkt an: «Bei uns im Garten wachsen unter anderem <deutlich männliche Karotten>.»

Phänomen der Wissenschaft

Auch die Wissenschaft befasst sich mit diesem gut bestückten Gemüse. Lebensmitteltechnologen beschreiben die Rinde als «eindeutig härter». Das Mark hingegen sei weicher als beim weiblichen Rüebli. Geschmacklich ist das männliche Rüebli herber als das weibliche Pendant, im Nachgeschmack süsser. Der Carotin-Gehalt ist doppelt so hoch wie beim weitverbreiteten Rüebli. Britische Forscher haben die Auswirkungen des männlichen Gemüses auf den Organismus untersucht. Die Resultate haben sie kürzlich in einem renommierten Wissenschaftsmagazin publiziert. Erstaunliches kann das Forscherteam berichten: Der Verzehr der «Daucus carota masculinus» durch Frauen wirke auf sie leicht aphrodisierend. Aber nur bei Frauen, die Brillen tragen. Bei Frauen mit voller Sehkraft ist das männliche Rüebli wirkungslos. Eine Wirkung von weiblichen Rüebli auf das männliche Geschlecht konnten die Forscher nicht nachweisen. Die britischen Biologen erklären das wie folgt: Regelmässiger Konsum weiblicher Rüebli macht Männer immun gegen den Lust steigernden Wirkstoff.

Und noch ein Phänomen

Halt! Obiges ist Humbug. Produkt der Phantasie, inspiriert durch das Leserbild (das tatsächlich existiert). Dieses Bild würde sich bestens für die Bebilderung eines Nihil-Artikels eignen, einem fingierten Lexikoneintrag (von lat. nihil – nichts). Das Ziel eines solchen Artikels ist es, dass ein Leser das Erfundene für wahr hält. Nicht zu verwechseln ist ein Nihil-Artikel mit einer Zeitungsente. Eine solche Falschmeldung kann auch unbewusst den Weg in eine Zeitung finden. Der Verfasser eines Nihil-Artikels arbeitet mit bewusster Täuschung. Und wenn einem die Natur schon schöne Vorlagen liefert, wieso auch nicht? Sebastian Keller

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