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Der Herr der Mehrwegbecher

Das Niederwiler Unternehmen cup & more ist nur ein Jahr nach der Gründung führender Anbieter von Mehrweglogistik in der Schweiz. Das überrascht sogar Geschäftsführer Ernst Brunner. Angefangen hat einst alles mit einem Festzelt.
Mario Fuchs

Niederwil. Ernst Brunner strahlt über beide Ohren. Der gelernte Landwirt hätte noch bis vor Jahresfrist nie davon zu träumen gewagt, einst Schweizer Marktführer zu sein. Doch genau dies ist im Verlaufe dieser Woche erfreuliche Tatsache geworden. «Mit der Feldschlösschen Getränke AG, der grössten Brauerei im Land, konnten wir eine exklusive Zusammenarbeit eingehen», erzählt der 31-Jährige im Gespräch mit der Wiler Zeitung.

Zwischen Boxen voller Mehrwegbecher, grossen Gastro-Geschirrspülanlagen und Verpackungstischen aus Edelstahl berichtet Ernst Brunner von seiner Erfolgsgeschichte.

6000 Becher – pro Stunde

Angefangen hat alles 2002 mit einem Fest, das heute auf den Namen «Nightparty» hört und überregionalen Bekanntheitsgrad geniesst.

«Mit dem Gewinn kauften wir ein Festzelt, organisierten eine zweite Party, kauften weiteres Mobiliar und wuchsen so stetig an», berichtet Ernst Brunner.

Mit steigendem Erfolg kamen Kühlschränke, Musik-Equipment, grössere Zelte, mobile Toiletten und eben auch Mehrweggeschirr dazu. «Anfänglich lief das alles nebenher, doch irgendwann wurde es zu viel. Ich gab schliesslich meinen Job auf und arbeitete nur noch für die Firma.

» Heute beschäftigt Ernst Brunner in seiner Cygnet GmbH zwölf Mitarbeitende, grösstenteils in Teilzeitpensen. Gibt es viel zu tun, beispielsweise während Grossveranstaltungen wie dem OpenAir St. Gallen, dem Jonschwiler Sonisphere-Festival, der Rhema oder Wufa, kann das Team zusätzlich auf Aushilfen aus der nächsten Umgebung zählen. «Dann waschen, trocknen und verpacken drei Leute 6000 Becher – pro Stunde», erklärt der Geschäftsführer. Diese Effizienz kommt allerdings nicht von ungefähr.

Riesiges Potenzial vorhanden

Das Mehrweglogistik-Konzept von cup & more ist bestens erprobt, denn die Cygnet GmbH führt das System als Franchisenehmer einer deutschen Firma. «Das brachte den riesigen Vorteil mit sich, dass wir die Infrastruktur, insbesondere die Controlling-Software, nicht selbst von null aufbauen mussten», so Brunner. Jenes Controlling gab letztlich auch den Ausschlag, warum sich Feldschlösschen für die Spezialisten aus Niederwil entschieden hat.

«Bei jeder einzelnen Box kann lückenlos zurückverfolgt werden, woher sie kam, wohin sie ging und von wem sie kontrolliert und gefüllt wurde. In der Schweiz sind wir die einzigen, die diesen Service anbieten.» Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass Feldschlösschen derzeit ganze 17 Millionen Einwegbecher pro Jahr verbraucht. Dieser Anteil wird sich laut Brunner in den nächsten Jahren rasant zugunsten der Mehrwegbecher verschieben.

Zweiter Standort geplant

Feldschlösschen habe Wert darauf gelegt, dass der Auftrag in der Schweiz bleibe. Ebenfalls zum Kundenstamm zählen unter anderen die Brauereien Schützengarten, Sonnenbräu, die Wega Weinfelden oder das Seenachtsfest Kreuzlingen. Steigt irgendwo in der Region ein grösseres Fest, das auf Mehrwegbecher setzt, kommen die Niederwiler Senkrechtstarter zum Zug. «Ich bin überzeugt, dass weitere Grossveranstaltungen folgen werden», meint Ernst Brunner optimistisch. Erst kürzlich konnten die Winterthurer Musikfestwochen ins Boot geholt werden.

Wer so schnell wächst, muss sich die Frage nach einer geeigneten Lokalität stellen. Unterschlupf hat man vorerst in einem Gossauer Industriegebäude gefunden, doch herrscht Platzmangel. «Für mich ist klar, dass wir in Niederwil oder Gossau bleiben werden», sagt Brunner, der auf dem Boden geblieben ist und zu Hause weiterhin selbst zu den Kühen schaut. Dafür sei ein zweiter Standort in Fribourg angedacht.

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