Der Frühling fällt aus und bringt die Blumenbranche in Bedrängnis – Bei der Züberwanger Rutihauser AG droht Kurzarbeit

Die Rutishauser AG in Züberwagen steht mitten in der wichtigen Tulpensaison. Doch es gibt keine Absatzkanäle mehr. Nun droht Kurzarbeit.

Hans Suter
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Ein Bild aus besseren Tagen: In der Gärtnerei Rutishauser werden frische Tulpen für den Verkauf vorbereitet. Dieses Jahr fällt die Hauptsaison und damit eine wichtige Einnahmequelle aus.

Ein Bild aus besseren Tagen: In der Gärtnerei Rutishauser werden frische Tulpen für den Verkauf vorbereitet. Dieses Jahr fällt die Hauptsaison und damit eine wichtige Einnahmequelle aus.

Bild: Raphael Rohner

«Wir müssen die Tulpenproduktion dramatisch herunterfahren», sagt Geschäftsführer Bruno Rutishauser. In seinen Worten klingt Wehmut mit. Kein Wunder: Wer die Gewächshäuser voller blühender Pflanzen schon einmal an Ort und Stelle gesehen hat, vergisst diese paradiesische Schönheit nie mehr. Bis vor kurzem war es unvorstellbar, dass die Hälfte der Tulpensaison auf einen Schlag wegbrechen, der Frühling gewissermassen ausfallen würde. Doch genau das ist nun eingetreten – mit fatalen Folgen für das traditionsreiche Familienunternehmen.

Antrag auf Kurzarbeit ist unumgänglich

Die Zeit um Ostern ist die Hauptsaison für Tulpen. Und zugleich die wirtschaftlich wichtigste Zeit. «Uns fallen die wichtigsten acht Wochen des Jahres und damit auch die Einnahmen weg», sagt Bruno Rutishauser. «Zum Glück haben wir mit den Heilpflanzen ein zweites Standbein aufgebaut, das kommt uns nun zugute.»

Familie macht stark

An einem Antrag auf Kurzarbeit kommt die Blumenfamilie trotzdem nicht vorbei. «Das gab es noch nie in der fast 110-jährigen Geschichte unseres Familienunternehmens», sagt Rutishauser nachdenklich. Dennoch gibt er sich optimistisch: «Wir sind ein Familienunternehmen und stehen zusammen. Gemeinsam werden wir diese Krise überwinden.

Solidarität trotz eigener Not

Die Gärtnereien und Blumenläden sind ohnehin nicht auf Rosen gebettet. Die Corona-Pandemie wird einigen den Todesstoss versetzen. Trotz der Not: Viele Geschäfte schmücken nun Ortstafeln mit Blumen, um ein wenig Farbe in die grau gewordene Welt zu zaubern.

App statt Rosenstand

Auch die Rosenaktion fällt dem Virus zum Opfer

Vom Veranstaltungsverbot betroffen ist auch die Rosenaktion in Degersheim. Heute Samstag hätten Schülerinnen und Schüler Rosen verkauft, um Spenden für «Fastenopfer» und «Brot für alle» zu sammeln. Da schon die Suppentage wegen des Corona-Virus abgesagt werden mussten, sehen sich die Verantwortlichen bezüglich der Spendengelder in einer finanziellen Notlage. Nun gibt es jedoch die Möglichkeit, mit der App «Give a rose» virtuelle Rosen zu verschenken. Wer dennoch spenden wolle, sei herzlich dazu eingeladen, teilen die Organisatoren mit. Einzahlungsscheine liegen in der Kirche in Degersheim auf. (kab)