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Der Flawiler Daniel Baumgartner auf dem Sprung ins Präsidium des Kantonsrats

Die Fraktion SP-Grüne des St. Galler Kantonsrats schlägt des Flawiler Daniel Baumgartner als Vize-Präsident des Kantonsrates vor. Die Wahl erfolgt zum Auftakt der Junisession am nächsten Montag.
Andrea Häusler
Daniel Baumgartner ist als Vizepräsident vorgeschlagen, Imelda Stadler soll neu den Kantonsrat präsidieren. (Bild: Andrea Häusler)

Daniel Baumgartner ist als Vizepräsident vorgeschlagen, Imelda Stadler soll neu den Kantonsrat präsidieren. (Bild: Andrea Häusler)

Seine Wahl gilt als so gut wie sicher. Daniel Baumgarter geniesst über die Parteigrenzen hinweg breite Akzeptanz. Dennoch gibt sich der 64-jährige Sozialdemokrat diplomatisch zurückhaltend: «Ich hoffe, dass mir das Parlament das Vertrauen ausdrückt – gern mit einem guten Ergebnis.»

Baumgartners politischer Leistungsausweis kann sich sehen lassen – auf kommunaler wie auf kantonaler Ebene. 2005 in den Kantonsrat gewählt, verlor der langjährige Co-Präsident der SP-Ortspartei Flawil – mit der Verkleinerung des Parlaments im Jahr 2008 – zwar sein Mandat, rückte jedoch drei Jahre später für Neu-Nationalrätin Barbara Gysi nach. Seit der Wiederwahl im Jahr 2012 sitzt Daniel Baumgartner in der Pfalz auf sicherem Sessel.

Das Mandat ist ihm wichtig. Weil ihm sozialpolitisches Engagement eine Herzensangelegenheit und die Entwicklung des Bildungswesens ein zentrales Anliegen ist. «Politik und Bildung sind eng miteinander verworben», macht Daniel Baumgartner klar, zumal die Hoheit über das Bildungswesen bei den Kantonen liege – auch jene über die Sonderschulen. Die Ausbildung junger Menschen hat den Primarlehrer, Schulischen Heilpädagogen, Schulleiter und heutigen Institutionsleiter der Heilpädagogischen Schule Flawil sein gesamtes Berufsleben lang begleitet. Ende Juli 2019 wird er nach über dreissigjährigem Engagement an der HPS pensioniert. Wenige Wochen nachdem er – so das Parlament will – vom Vizepräsidenten des Kantonsrats zum höchsten St. Galler «befördert» wird.

Dringliche Vorstösse zu Spitalschliessungen

Angesprochen auf den zeitlich perfekt koordinierten Übergang vom Arbeitsleben in die Vollzeitpolitik, sagt Daniel Baumgartner: «Einer dieser Zufälle, die es dem Vernehmen nach nicht gibt.» Aber ein willkommener. «Wäre der Zeitpunkt ein anderer gewesen, hätte ich beruflich zurückbuchstabieren müssen.» Das Kantonsratspräsidium mit den Repräsentationspflichten und der jeweiligen Sessionsvorbereitung sei ausgesprochen aufwendig, sagt er. Bereits das Vizepräsidium beschere ein gerüttelt Mass an Arbeit. Denn während der Sessionen werde nichts dem Zufall überlassen: «Alles muss drehbuchmässig ablaufen.»

Als Vizepräsident wird Daniel Baumgartner die Behandlung der parlamentarischen Vorstösse leiten und den Votanten das Wort erteilten. In dieser Aufgabe dürfte er bereits am ersten Tag der Junisession ordentlich gefordert sein. «Fest steht: es wird extrem spannend», sagt er und verweist auf die erwarteten «Dringlichen Vorstösse» zur neu entflammten Diskussion um Spitalschliessungen, welche von der Regierung noch in der laufenden Session zu behandeln sind. Baumgartner weiss: «Die Mitarbeitenden in den Departementen sitzen wie auf Nadeln.»

Neuerliche Kandidatur im Jahr 2020

Daniel Baumgartners Vorfreude ist sicht- und spürbar. «Es ist schon speziell, als Leiter einer Heilpädagogischen Schule und als Sozialdemokrat aus Flawil das Amt des höchsten St.  Gallers avisieren zu dürfen», sagt er. Die Ehre hat jedoch ihren Preis: der Verzicht auf diverse parteipolitische Funktionen in lokalen und regionalen Gremien sowie das Ausscheiden aus den kantonsrätlichen Kommissionen. Hinzu kommt eine weitgehende Abstinenz von der direkten politischen Einflussnahme. «Parlamentarische Vorstösse werde ich als Mitglied des Ratspräsidiums beispielsweise keine einreichen können.»

Wenn Daniel Baumgartnersein Vizepräsidialjahr gemeistert und im Juni 2019 – nach Bruno Isenring (FDP), August Holenstein (CVP) sowie Fritz Lüdi (FDP)– als vierter Politiker und erster Sozialdemokrat der Gemeinde Flawil den St. Galler Kantonsrat präsidiert, wird dies der Höhepunkt seiner Laufbahn sein. Gleichzeitig auch der Abschied vom politischen Parkett? Baumgartner verneint. «Ich werde im Jahr 2020 nochmals kandidieren.» Zwar pflege er Hobbys wie Musik, Ski- und Velofahren oder die Imkerei, doch mache ihm die Politik nach wie vor besondere Freude. Ausserdem hat er längst noch nicht all seine (gesellschaftspolitischen) Ziele erreicht.

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