Glosse

Der FC Wil rückt sein Stadion ins rechte Licht

Nach dem Streit zwischen Klub und Stadt wurde das Logo des FC Wil nun am Stadion angebracht.

Gianni Amstutz
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Unspektakulärer als es der Streit darum vermuten liess: das Logo am Stadion Bergholz.

Unspektakulärer als es der Streit darum vermuten liess: das Logo am Stadion Bergholz.

Bild: Gianni Amstutz

Jetzt ist es da: das Logo des FC Wil am Stadion Bergholz. Ohne grosses Aufheben wurde es angebracht. Es gab weder Festreden von Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Klubpräsident Maurice Weber, noch wurden die Bevölkerung und die Medien eingeladen, um die Einweihung des Banners zu zelebrieren.

Angesichts der Vorgeschichte ist das fast schon erstaunlich. Schliesslich schien es manchmal so, als müsste der FC Wil mehr für die Anbringung des Logos am Stadion kämpfen als ursprünglich für den Bau desselben.

Als die Klubverantwortlichen im Vorjahr bei der Stadt mit ihrem Wunsch nach einem Logo am Bergholz vorstellig wurden, stiessen sie auf taube Ohren. Die Rede war von einem Signaletikkonzept und der Wahrung der Gesamtarchitektur. Beides wäre bei einer Anbringung eines Logos nicht mehr gewährleistet, hiess es beim Baudepartement.

Einige Wilerinnen und Wiler dürften sich nun angesichts dieser Begründung beim Anblick des Ergebnisses verwundert die Augen gerieben haben. Wer eine blinkende Leuchtreklame erwartet hat, die jedem fotosensitiven Epileptiker nur schon beim Gedanken daran die Haare zu Berge stehen lässt, kann beruhigt aufatmen. Das Logo ist auf einer schlichten Blache auf der Aussenwand der Gegentribüne zu finden.

Auch bei der Grösse des Logos haben sich die Verantwortlichen zurückgehalten. Wäre die Blache nicht schön säuberlich angebracht, man könnte fast meinen, ein Fan habe nach einem Matchbesuch aus Enttäuschung über eine Niederlage sein Transparent zurückgelassen.

Bezüglich dieses Logos noch von einer Verschandelung der Stadionarchitektur zu sprechen, käme wahrlich niemandem in den Sinn. Es stellt sich aber die Frage, ob der FC Wil damit das Ziel erreicht, «sein Zuhause» von aussen für jeden sichtbar zu machen. Glücklicherweise existiert dafür jedoch schon längst eine andere Lösung.

Die Beleuchtungsanlage des Stadions erzielt eine immens grössere – wenn auch ungewollte und oft kritisierte – Aussenwirkung. Selbst wenn die Klubleitung stets predigt, auch bei guten Resultaten auf dem Boden zu bleiben, fällt es manchem Anwohner dadurch schwer, sich nicht vom Erfolg des Klubs blenden zu lassen.