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Der erste Albaner im Parlament

Er ist nicht der erste Stadtparlamentarier mit einem Migrationshintergrund. Arber Bullakaj ist jedoch der erste Vertreter mit albanischsprachigem Hintergrund in der Wiler Politik. Dadurch vertritt er rund zwölf Prozent der Bevölkerung der Stadt.
Silvan Meile
Bild: SILVAN MEILE

Bild: SILVAN MEILE

Der Jungpolitiker Arber Bullakaj wird die erste albanischsprachige Stimme im Wiler Stadtparlament. Umgangssprachlich könne er sich ausgezeichnet in seiner Muttersprache Albanisch verständigen, die albanische Schriftsprache beherrsche er aber nicht perfekt, erzählt er gegenüber der Wiler Zeitung. Perfekt ist hingegen sein Ostschweizerdialekt. Als Achtjähriger kam er aus Kosovo in die Schweiz, ein Jahr später nach Wil, wo der heute 26-Jährige seither lebt und vor rund sechs Jahren eingebürgert wurde. Am vergangenen Sonntag «erbte» er nun vom ersten Ersatzplatz aus den Stadtparlaments-Sitz von SP-Parteikollege Dario Sulzer, der am Sonntag in den Stadtrat gewählt wurde.

Grosse albanische Gemeinschaft

Arber Bullakaj ist ein Aushängeschild der grossen albanischen Gemeinschaft der Region Wil. Rund zwölf Prozent der Bevölkerung der Stadt Wil hat einen albanischsprachigen Hintergrund und somit einen Bezug zu den Nationen Mazedonien, Montenegro, Albanien, Kosovo oder sogar Teilen Serbiens. Wie Bullakaj besitzen einige auch die Schweizer Staatsbürgerschaft. Seine Heimat sei in Wil, wo all seine Freunde wohnen, wo sich sein Leben abspielt, wo er arbeitet und sich nach der Wirtschaftsmittelschule schliesslich als Buchhalter in der Finanzbranche selbständig machte. «Meine Wurzeln und besonders meine Verwandtschaft in Kosovo habe ich aber nicht vergessen, auch wenn ich bei Besuchen in der alten Heimat auf der Strasse nicht immer als Einheimischer wahrgenommen werde», erzählt er.

Resonanz aus der ganzen Schweiz

Aus albanischsprachigen Kreisen habe er zu seiner Kandidatur fürs Wiler Stadtparlament eine grosse Unterstützung gespürt, sagt er. Das albanisch-schweizerische Onlinemagazin Albinfo.ch widmete Bullakaj vor den Wiler Kommunalwahlen einen ausführlichen Artikel und verkündete am vergangenen Sonntag auch seinen Sprung ins Stadtparlament. Zu seinem guten Wahlresultat habe er von albanischsprachigen Kreisen aus der ganzen Schweiz positive Rückmeldungen erhalten, erzählt Arber Bullakaj. Er rührte vor den Stadtparlamentswahlen eigens die Werbetrommel. Über die Internetplattform Facebook, per Email und in Gesprächen hätte er seine Bekannten auf die Kandidatur fürs Wiler Stadtparlament aufmerksam gemacht und zum Gang zur Urne motiviert. Die grosse Resonanz auf sein politisches Engagement zeigt auch seine extra für die Wiler Stadtparlamentswahlen erstellte Facebook-Seite «Arber Bullakaj ins Wiler Stadtparlament», die von über 1200 Personen eine Sympathiebekundung per Mausklick erfahren hat.

Nicht nur albanische Stimme

Doch Bullakaj ist mehr als der erfolgreiche, immigrierte Albaner aus Kosovo. Vielmehr versteht er sich als Weltbürger. «Mein Denken macht nicht vor Landesgrenzen halt», sagt er. Er zähle sehr viele Schweizer, aber auch Personen unterschiedlicher Nationalitäten zu seinem Kollegenkreis. Als Politiker will er sich für die Anliegen der albanischsprachigen Menschen einsetzen: Ihnen eine bessere Integration ermöglichen, hat er sich auf die Fahne geschrieben. Er will aber nicht nur für diese Bevölkerungsgruppe da sein, sondern für alle: «unabhängig von Abstammung und Religion», sagt er, der von einer katholischen Familie kommt. Als Mitbegründer des Vereins Fair Wil möchte er sich für ein besseres Zusammenleben zwischen Menschen verschiedener Kulturen einsetzen. Berührungsängste mit anderen politischen Themen kennt der künftige Stadtparlamentarier aber keine. Aufgrund seines Berufs sieht er seine Stärken auch in Finanzfragen. Und wenn im Wiler Parlament wieder einmal von sozialer Durchmischung an den Schulen gesprochen wird, fühlt er sich vielleicht an seine eigne Primarschulzeit als fremdsprachiges Ausländerkind zurückerinnert.

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