Der Entscheid fällt an der Urne

An einer ausserordentlichen Bürgerversammlung stimmte die Zuzwiler Bürgerschaft dem Antrag von Gemeinde- und Primarschulrat zu, die Grundsatzabstimmung zu den drei Oberstufen-Varianten im Juni an der Urne durchzuführen.

Ivo Rechsteiner
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zuzwil. Nur gerade eine Gegenstimme konnte von Schulratspräsident Thomas Rubli registriert werden. Die überwältigende Mehrheit der 177 anwesenden Stimmberechtigten (5,6 Prozent) stimmte dem Antrag von Gemeinde- und Primarschulrat zu, der da lautete: «Die Grundsatzfrage für die zukünftige Oberstufenlösung für Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Zuzwil soll an der Urnenabstimmung vom 13. Juni 2010 geklärt werden.

» Eine Urnenabstimmung macht aus Sicht der Räte deshalb Sinn, weil auf diese Weise eine weit höhere Teilnahme als an einer Bürgerversammlung erwartet werden darf. So soll ein zufälliges Resultat verhindert werden.

Pädagogische Auswirkungen?

War der Antrag der Zuzwiler Räte an sich unumstritten, so wurde die Gelegenheit doch genutzt, im Rahmen des Traktandums Umfrage über die Oberstufen-Varianten zu diskutieren.

Kantonsrat Marc Mächler bemängelte, dass trotz umfangreicher Dokumentation aller drei Varianten keine pädagogischen Fragen gestellt worden seien. «Zum Beispiel gibt es sicher auch Nachteile bei der Geschlechtertrennung», sagte Mächler in Bezug auf die «Kathi»-Lösung. Dagegen seien bauliche Fragen «eigentlich irrelevant». Im Weiteren drohe ein Schildbürgerstreich, da die Angaben des Kantons «völlig unbefriedigend» seien.

Er sei sich beispielsweise nicht sicher, ob es möglich sei, dass alle Oberstufenschülerinnen und -schüler an einer Privatschule beschult werden, wie dies bei der Variante «Kathi» der Fall wäre, sagte Mächler. Damit der Kanton noch vor der Abstimmung Stellung bezieht, hat Mächler mit weiteren Kantonsratsmitgliedern eine Interpellation eingereicht.

Nur Stiftungsräte bestimmen

Mächler äusserte sich ferner kritisch zur im Gutachten erwähnten «angemessenen Mitbestimmung» im Stiftungsrat des St. Katharina, habe doch gerade die fehlende Mitbestimmung zur Kündigung des Schulvertrags mit Niederhelfenschwil geführt. «Wir gehen beim «Kathi» von 40 Prozent Mitsprache aus», erklärte Thomas Rubli.

Es sei aber Tatsache, dass nicht die Bevölkerung, sondern lediglich die Stiftungsräte mitbestimmen könnten. Am grössten sei das Mitbestimmungsrecht zweifellos bei der eigenen Oberstufe, hielt Thomas Rubli weiter fest.

Drei Varianten zur Auswahl

Ein Votant warf die Frage auf, weshalb auf die freie Schulwahl verzichtet werde. Dies habe planerische Gründe, begründete Thomas Rubli und sagte weiter: «Wir wollen wissen, wo unsere Schüler beschult werden.» Dies sei mit nur einem Schulort am einfachsten zu regeln.

Auf dem Stimmzettel sollen – ähnlich der kantonalen Abstimmung zum Rauchverbot – drei Wahlmöglichkeiten vorzufinden sein, erklärte Gemeindepräsident Roland Hardegger auf eine entsprechende Frage.

Falls zwei Varianten dieselbe Anzahl Stimmen erhielten, würde eine Stichfrage Klarheit in der Abstimmung liefern. Auf die Abstimmung hin werden die Zuzwiler Räte auch eine Empfehlung an die Wähler bezüglich der drei Varianten abgeben.

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