Der Boden war zu trocken

TOBEL. Das Alterszentrum Sunnewies muss seine Demenzkranken bald nicht mehr mit elektronischen Armbändern ausstatten. Gestern war Baubeginn für die neue Demenzstation. Der Viereinhalb-Millionen-Bau wird nächstes Jahr eingeweiht.

Olaf Kühne
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Hinter dem Alterszentrum Sunnewies fährt der Bagger auf. (Bild: Olaf Kühne)

Hinter dem Alterszentrum Sunnewies fährt der Bagger auf. (Bild: Olaf Kühne)

«Wir wollten nicht so tun als ob», sagt Heini Stürm. Der Tobler Kirchenpräsident ist als Heim- und Baukommissionspräsident verantwortlich für das neueste Projekt des Alterszentrums Sunnwies: Im letzten Herbst bewilligte die Katholische Kirchgemeinde, die Betreiberin des Altersheimes, den Bau einer Demenzstation.

Erste Anmeldungen liegen vor

Zum gestrigen Spatenstich verzichtete Stürm auf die obligaten Spaten. Nicht nur, weil man eben nicht so tun wolle als ob. «In unserer Baukommission würden wir auch niemanden finden, der einen Spaten in diese trockene und harte Erde stechen könnte», sagt Stürm und lacht. So musste es ein eigens herbeigeschaffter Bagger richten.

Dem Publikum – mehrheitlich bestehend aus Bewohnerinnen und Bewohnern, im schützenden Schatten plaziert und mit reichlich Flüssigkeit versorgt – gefiel die Abwechslung vom Heimalltag so oder so. Zufrieden über den Baubeginn zeigt sich auch Gemeindepräsident Anton Stäheli. «Es ist sehr wichtig, dass Demenzkranke, die besonders auf ihre Wurzeln angewiesen sind, in der Gemeinde bleiben können», sagt er. Die ersten Anmeldungen für die dereinst 16 Plätze lägen denn auch bereits vor, berichtet Heimleiterin Heidi Bötschi und ergänzt: «Natürlich erst provisorisch.» Dennoch: Die Plätze könnte sie jetzt schon gut brauchen. Läuft alles planmässig, rechnet Architekt Markus Willi mit einer Bauzeit von 16 Monaten, die Demenzstation dürfte also just Ende 2016 bezugsbereit sein. Ein Jahr vorher, um die kommende Weihnachtszeit, soll laut Willi der Rohbau stehen. «Unseren Bewohnerinnen und Bewohnern steht zwar eine lärmige, dafür aber auch sehr interessante Zeit bevor», kommentiert Stürm.

Einstimmig genehmigt

Die künftige Tobler Demenzstation wird ein eingeschossiger Anbau an das bestehende Hauptgebäude sein, mit acht Doppelzimmern und einem geschützten Aussenbereich. Im Untergeschoss sind unter anderem die Wäscherei und ein Personalraum vorgesehen. Für eine vollständige Unterkellerung «auf Vorrat» bewilligte die Kirchgemeindeversammlung 200 000 Franken, für den eigentlichen Bau 4,2 Millionen Franken – einstimmig, wie Kirchenpräsident Heini Stürm gestern erneut freudig betonte.