Der Bedarf steigt und steigt

Mit Tannzapfenland, Sirnach und Münchwilen-Eschlikon fusionieren gleich drei Spitex-Vereine. In kleineren Gemeinden ist die Pflege bereits in grösserem Rahmen organisiert, in Wilen und Rickenbach über die Thurvita AG.

Marco Zala
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MÜNCHWILEN. Noch dauert es fast zwei Jahre, doch der Zusammenschluss ist auf gutem Weg: Die Spitex-Vereine Münchwilen-Eschlikon, Sirnach und Tannzapfenland werden ab dem 1. Januar 2018 zu einer regionalen Spitex im Hinterthurgau fusionieren. In den kommenden zwei Wochen werden Vereinsmitglieder als erste über Details informiert. Dies an den jeweiligen Generalversammlungen am 25. April in Dussnang, am 27. April in Eschlikon und am 3. Mai in Sirnach.

Mit dem Zusammenschluss wollen die Vereine in erster Linie effizienter werden. Kleinere Spitex-Vereine wie Münchwilen-Eschlikon kommen immer mehr an ihre Grenzen. Der Leistungskatalog der Pflegefinanzierung überträgt ihnen Aufgaben, für die spezialisierte Mitarbeiter benötigt werden, sagte Präsidentin Petra Sewo bereits vergangenen Herbst in dieser Zeitung. Für Bereiche, in denen sie jährlich nur zwei bis drei Fälle haben, können sie keine Vollzeit einstellen. Als Beispiel nannte sie die Kinder-Spitex, die Psychiatrie-Spitex oder die Palliativpflege.

Gemeinden nicht abgeneigt

Kurt Baumann, Gemeindepräsident von Sirnach, ist der geplanten Fusion grundsätzlich positiv gesinnt. Er erhofft sich durch die neue Grösse kleinere Fixkosten. «Momentan werden viele administrative Aufgaben dreifach verrichtet», so Baumann. Neben den Krankenversicherern und der Patientenbeteiligung tragen die Wohngemeinden mittels der Restfinanzierung zur Kostenabdeckung bei. Laut Baumann sind die Beiträge der Versicherer seit einigen Jahren gleich geblieben, wobei der Pflegebedarf und die Pflegekosten gestiegen sind. So erhöhen sich die von der Gemeinde zu übernehmenden Restkosten jährlich überproportional.

Auch die Spitex in Wängi ist einer Fusion nicht abgeneigt. Letztes Jahr hat der Verein über einen Zusammenschluss mit der Spitex in Matzingen oder mit Münchwilen-Eschlikon, Sirnach und Tannzapfenland nachgedacht. «Wenn jemand mit solchen Plänen auf uns zukäme, wären wir offen», sagt Geschäftsführerin Karin Eggenberger. Bei den restlichen Hinterthurgauer Spitex-Organisationen besteht momentan kein Fusionsbedarf. Sabine Vuilleumier-Koch, Präsidentin der Aadorfer Spitex, sagt zum Beispiel: «Gegenwärtig sind wir in jeder Hinsicht zufrieden. Neben einer guten Verankerung in der Bevölkerung verfügen wir über hervorragendes Personal.»

Trotz Mehraufwand zufrieden

In Wilen und Rickenbach werden die Pflegeleistungen über die Kantonsgrenze hinaus durch die Thurvita AG gedeckt. Beide Gemeinden sind Mitbesitzer dieser gemeinnützigen Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Wil. Obwohl ihnen die unterschiedlichen kantonalen Reglemente administrativen Mehraufwand bescheren, sei man mit der aktuellen Lösung ganz zufrieden, sagt Therese Gerber von der Geschäftsleitung. Die Gemeinden Bettwiesen, Braunau, Lommis und Tobel-Tägerschen sind bereits zusammen mit Affeltrangen in der gemeinsamen Spitex Lauchetal eingebettet.

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