Der Bedarf an Strom ist hoch

KIRCHBERG. Der Stromverbrauch in der Gemeinde Kirchberg ist seit dem Jahr 2005 um 33,7 Prozent gestiegen. Gründe sind die gestiegenen Einwohnerzahlen sowie ein Mehrbedarf der Industrie.

Beat Lanzendorfer
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Die Hitzewelle der vergangenen Woche hat dazu geführt, dass der Strombedarf im Bazenheider Industriegebiet ausserordentlich hoch war. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Hitzewelle der vergangenen Woche hat dazu geführt, dass der Strombedarf im Bazenheider Industriegebiet ausserordentlich hoch war. (Bild: Beat Lanzendorfer)

2005 war das letzte volle Jahr, in dem sich täglich Tausende von Autos durch Bazenheid quälten und sowohl die Wiler- als auch die Toggenburgerstrasse verstopften. Besserung trat erst mit der Eröffnung der Umfahrungsstrasse im September 2006 ein.

Mit der Aufwertung der Lebensqualität stieg auch der Bedarf an Wohnraum – im Speziellen in Bazenheid. Die Folge davon: Der Stromverbrauch ist von rund 64 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2005 auf über 86 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2014 angestiegen. Ein Blick in die Statistik bringt Erstaunliches zutage.

Zehn Prozent mehr Einwohner

Die Zahl der gesamten Wohnbevölkerung blieb in den Jahren 2005 bis 2009 praktisch identisch – sie nahm in dieser Zeit sogar von 8193 auf 8169 geringfügig ab. Der markante Zuwachs begann vor fünf Jahren und ist dem Bauboom zuzuschreiben, der im Besonderen in Bazenheid eingesetzt hat. Allein das Spelterinidorf wuchs in den Jahren 2010 bis 2014 von 4000 auf gut 4500 Einwohner an.

Lebten Ende 2010 8264 Menschen auf Kirchberger Gemeindegebiet, waren es beim Jahreswechsel 2014/15 bereits 8827 Einwohner. Ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar. Laut Martin Ledergerber, Leiter Einwohnerdienste, konnte er im Verlauf dieses Jahres den 9000. Einwohner der Statistik zufügen.

Kalte Winter

Der überdurchschnittliche Stromverbrauch ist zum einen auf die Industrie zurückzuführen, welche mit Neuansiedlungen in den Jahren 2009 und 2010 markant zugelegt hat. Laut Auskunft von Andreas Jossi, Geschäftsführer Regionalwerk Toggenburg AG (rwt), haben allerdings auch die schon länger angesiedelten Betriebe zum Wachstum beigetragen. Zum andern gilt die Faustregel: Der Verbrauch der Haushalte ändert sich mit der Anzahl Haushalte und (noch stärker) mit dem Wetter (kalter Winter = grösserer Verbrauch, milder Winter = weniger Verbrauch). Und hier blicken die Menschen nicht nur gefühlsmässig auf härtere Winter zurück, es war effektiv auch kälter. So waren die Temperaturen im Januar 2010 rund drei Grad unter dem langjährigen Mittelwert. Auch der ganze Winter 2009/10 lag um 1,5 Grad unter diesem Wert. Der folgende Winter war insgesamt ebenfalls zu kalt und begann sehr früh. Viele werden sich auch noch an das Jahr 2013 erinnern, als es im Frühlingsmonat März bitterkalt war und die Heizungen Überstunden leisteten.

Konjunktur beeinflusst

Ergänzend fügt Andreas Jossi hinzu: «Läuft die Konjunktur, steigt auch der Verbrauch beim Strom an. Umgekehrt spüren wir dies auch. Die Hitzewelle hatte ebenfalls Auswirkungen auf den Stromverbrauch. Kühlaggregate und Ventilatoren waren im Dauereinsatz, was das Strompendel in die Höhe schiessen liess», meint der rwt-Geschäftsführer abschliessend.

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