Der Baumeister ist verschwunden

SCHÖNHOLZERSWILEN. Jahrzehntelang waren die evangelischen Schönholzerswiler überzeugt, dass Ulrich Grubenmann ihre Kirche gebaut hat. Doch dem ist vielleicht gar nicht so. Dafür kommen drei andere Personen ins Spiel.

Monika Wick
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Wer diese Kirche erbaut hat, ist offener denn je. (Bild: Monika Wick)

Wer diese Kirche erbaut hat, ist offener denn je. (Bild: Monika Wick)

SCHÖNHOLZERSWILEN. Niemand kennt die Geschichte der berühmten Baumeister Grubenmann so genau wie die 86jährige Rosmarie Nüesch. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 300jährigen Bestehen der evangelischen Kirche in Schönholzerswilen teilte Rosemarie Nüesch ihr Wissen mit Interessierten.

Jahrelang waren die evangelischen Kirchbürger davon ausgegangen, dass ihre Kirche vor dreihundert Jahren vom berühmten Baumeister Ulrich Grubenmann errichtet worden sei. «Erwiesen ist das nicht», sagte Nüesch. «Es gibt keine Fussnote und keinen Beleg dafür, dass Ueli Grubenmann der Planverfasser ist. Vielleicht wurde die Urheberschaft mündlich überliefert.»

Auch der Kunsthistoriker Eugen Steinmann fand laut Rosemarie Nüesch beim Durchforsten des Pfarrarchivs in Schönholzerswilen keine Erwähnung Ulrich Grubenmanns. In Verträgen werden Maurermeister Joseph Mathias von Wil sowie die Zimmermeister Hans Jakob Baumann und Wilhelm Rutishauser erwähnt, deren Initialen auch in die Holzsäulen der Empore geschnitzt sind. «Für Eugen Steinmann entbehrt die Annahme, dass die Kirche nach Plänen von Ulrich Grubenmann gebaut wurde, jeder historischen Grundlage. Trotz allem ist mit diesen Angaben die Urheberschaft weder bewiesen noch widerlegt», sagt Rosmarie Nüesch.

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