Der Bau des neuen Schulhauses in Schwarzenbach ist auf Kurs – um den Aussenbereich wie geplant zu gestalten, fehlen aber 150'000 Franken

Damit die geplante Spiellandschaft rund um das neue Schulhaus umgesetzt werden kann, ist die Projektgruppe auf der Suche nach Sponsoren.

Tobias Söldi
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Martin Birrer vom Wattwiler Architekturbüro Schällibaum AG, das die Arbeiten leitet, führt durch die Mehrzweckhalle.

Martin Birrer vom Wattwiler Architekturbüro Schällibaum AG, das die Arbeiten leitet, führt durch die Mehrzweckhalle.

Bilder: Tobias Söldi

Noch fällt es schwer, sich vorzustellen, wie durch diese kahlen, kühlen Gänge und Räume dereinst Kindergeschrei hallt. Wie hier zwischen rohen Betonwänden, traurig von der Decke hängenden Glühbirnen und aus dem Boden ragenden Stromkabeln gelernt, gemalt und geturnt werden soll.

Doch lange dauert es nicht mehr. Die Bauarbeiten am neuen Schulhaus in Schwarzenbach sind auf Kurs – das Coronavirus hat den Zeitplan dieses Generationenprojektes nicht durcheinandergebracht, der Abschluss im Frühling 2021 ist noch immer realistisch.

2021 sollen die kahlen Gänge und Räume belebt werden.

2021 sollen die kahlen Gänge und Räume belebt werden.

Längst haben das Schulhaus und die Mehrzweckhalle Gestalt angenommen, und Architekt Martin Birrer von der die Arbeiten leitenden Schällibaum AG kann auf dem Medienrundgang auf Details aufmerksam machen: die Holzstruktur im Beton, die Wärme ausstrahlen soll; die Gruppenräume, mit denen die Schulzimmer verbunden sind; die ungewöhnliche L-Form des Handarbeitsraumes.

Martin Birrer, Architekt

Martin Birrer, Architekt

Primarschulhaus mit Tiefgarage

Doch die Baustelle ist nicht nur in die Höhe gewachsen, sondern auch in die Tiefe, wo sich eine Garage befindet.

Nicht alltäglich: Das Primarschulhaus hat eine Tiefgarage.

Nicht alltäglich: Das Primarschulhaus hat eine Tiefgarage.

Eine Besonderheit, betont Gemeindepräsident Stefan Frei. Und erklärt, welche Überlegungen dahinter stecken:

«So haben wir mehr Aussenfläche zur Gestaltung zur Verfügung.»
Stefan Frei, Gemeindepräsident

Stefan Frei, Gemeindepräsident

Denn auch dort ist etwas Spezielles geplant: ein integrativer, generationenübergreifender Bewegungs- und Begegnungsplatz. Hinter dieser etwas verschwurbelten Bezeichnung steckt die Idee einer Spiellandschaft, aufgeteilt in sieben Kontinente, von der Antarktis über Europa bis nach Asien.

Landschaftsarchitekt Roman Häne erklärt am Beispiel von Südamerika, wie das aussehen könnte: Dichter Pflanzenwuchs soll den Dschungel auf dem Subkontinent nachahmen, es gibt einen Kletterbaum und ein abgestürztes Flugzeug zum Entdecken.

Roman Häne, Landschaftarchitekt

Roman Häne, Landschaftarchitekt

Sponsoren zur Unterstützung gesucht

Der Anstoss zu diesem Begegnungsort kam von Senioren der Jonschwiler Interessensgemeinschaft Aktives Alter. Sie haben vorschlagen, den Platz nach den Ideen der Zürcher Stiftung Hopp-La zu gestalten, welche sich für intergenerative Bewegungs- und Gesundheitsförderung einsetzt. Die Stiftung unterstützt das Schwarzenbacher Projekt denn auch mit mindestens 60'000 Franken.

Doch das reicht nicht aus. Es fehlt an Geld, ist die vollständige Realisierung des Konzeptes doch nicht im Budget vorgesehen. Gemeindepräsident Frei:

«Damit wir das Konzept vollständig realisieren können, brauchen wir noch 150000 Franken. Können wir diese Summe nicht generieren, müssen wir einzelne Geräte oder Kontinente weglassen.»

Deshalb ist man nun auf der Suche nach Sponsoren, die das Projekt unterstützen, etwa Stiftungen, Gewerbetreibende oder Private. Frei: «Wir wissen, dass es dafür nicht die beste Zeit ist. Aber vielleicht erfährt das Projekt eine ähnliche Welle der Solidarität, wie wir sie während der Coronakrise erlebt haben.»

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