Der Ball beim FC Uzwil rollt nach mehr als dreimonatiger Abstinenz endlich wieder

Die erste Mannschaft des FC Uzwil, die in der 2. Liga Interregional beheimatet ist, hat diese Woche wieder mit dem Mannschaftstraining begonnen.

Urs Nobel
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20 Uzwiler Spieler nahmen das Teamtraining auf der Sportanlage Rüti in Angriff.

20 Uzwiler Spieler nahmen das Teamtraining auf der Sportanlage Rüti in Angriff.

Bild: Urs Nobel (Henau, 15. Juni 2020)

Der Langzeitverletzte Dario Koller zeigte, wie er und seine Teamkollegen sich auf das erste Mannschaftstraining seit über drei Monaten freuten. Koller nahm einen Fussball in seine Hände, warf ihn in die Höhe und sagte: «Juhu, endlich wieder einmal ein Ball.»

Am 22. August beginnt die Meisterschaft der 2. Liga interregional und es geht wieder um Punkte. Dabei will der FC Uzwil eine gute Rolle spielen – mit neuem Trainerstab und einem im Vergleich zur vergangenen Saison fast unveränderten Kader, das mit vier neuen Spielern verstärkt wurde: Rückkehrer Michel Lanker (FC Gossau), Luca Lanzendorfer (FC Tuggen), Eric Gülünay (SC Brühl) und Mattia Sbocchi (FC Herisau).

Die Freude am Hobby soll an erster Stelle stehen

Der neue Trainer Armando Müller und Assistenzcoach Bekim Marku empfingen am Montagabend ihre Spieler nach langer Pause. Müller, der Sportchef bleibt, informierte, welche Regeln sie wegen der Coronapandemie einhalten müssen.

Präsident Ljubisa Stojanovic betonte in seiner Begrüssungsrede, dass die Spieler stolz sein könnten, bei einem derart gut geführten Verein mit Ambitionen spielen zu dürfen. Doch dann ging es auf den Rasen und die Freude der Akteure war überschwänglich. «So soll es immer sein», sagt Müller.

Die Trainingseinheit war nichts Besonderes. Nach dem gemeinsamen Einlaufen wurde auf engem Raum sieben gegen zwei gespielt. Die Torhüter wurden separat von Andi Lenz betreut. Gut eine Stunde stand der rein spielerische Aspekt im Vordergrund. Die 20 anwesenden Spieler – nur zwei verpassten den Trainingsauftakt – konnten auf dem Platz bei einem Match Dampf ablassen.

Vorerst drei wöchentliche Trainings

Trainer Müller blieb dabei an der Seitenlinie erstaunlich ruhig. Auch wenn er zugibt, mit zunehmendem Alter ruhiger und gelassener geworden zu sein, gilt er doch eher als aktiver und emotionaler Coach. Er meint:

«Dieses Mal ging es darum, dass
der Ball für meine Spieler im Mittelpunkt steht und sie sich austoben konnten. Ich kenne mein Team gut genug, beim Start wollte ich die Akteure für einmal an der langen Leine lassen.»

Er konnte jedoch sehen, dass sich die Neuzuzüge wohl sehr schnell integrieren werden. Aber auch, dass die Jüngeren in der Mannschaft das Talent und Potenzial haben, sich aufzudrängen.

Dazu haben die Spieler in den nächsten acht Wochen genügend Zeit. Die Equipe wird nun drei Wochen dreimal wöchentlich trainieren, ehe zwei Wochen Sommerferien für alle Beteiligten anstehen.

Laufintensive Spielweise ist das Ziel des Trainers

Nach den Ferien hat der Trainer weitere fünf Wochen Zeit für den Feinschliff. Bis zum Meisterschaftsstart Ende August will er die Mannschaft auf eine laufintensive Spielweise trimmen.

Auf die Frage, ob er der Trainer sei, der eher 1:0 oder 4:3 gewinnen wolle, antwortet Müller «4:0». Er ist sich der Erwartungshaltung aufgrund seiner Doppelrolle als Sportchef und Trainer bewusst. Besonderen Druck verspürt er deswegen aber nicht.

«Wir nehmen es ernst» – und damit meint er Vorstand, Trainerstab sowie die Spieler. «Aber der Spassfaktor und die Freude am Fussball soll stets im Vordergrund stehen», sagt Müller.

Vorbereitungsspiele des FC Uzwil

27. Juni: FC Uzwil – FC Winkeln (Henau, Rüti)

4. Juli: FC Uzwil – FC Eschenbach (Rüti)

25. Juli: FC Uzwil – FC Einsiedeln (Rüti)

3. und 5. August: Bazenheider Cup

12. August: FC Uzwil – FC Neckertal-Degersheim

15. August: FC Uzwil – FC Blue Stars Zürich (Rüti)