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Der andere Trend auf zwei Rädern: In Wil steigt das Interesse an E-Trottinetts

In vielen Schweizer Städten sind E-Trottinetts omnipräsent. In Wil hingegen ist das nicht der Fall – doch die Nachfrage nimmt zu.
Nicola Ryser
Das E-Trottinett polarisiert. In St.Gallen wird es wohl bald öfters anzutreffen sein. Bild: Benjamin Manser

Das E-Trottinett polarisiert. In St.Gallen wird es wohl bald öfters anzutreffen sein. Bild: Benjamin Manser

Umgänglich, unkompliziert, umweltbewusst: Das sind die Schlagworte, welche E-Verkehrsmittel beschreiben und deren Verkauf antreiben sollen. Und diese Worte schlagen tatsächlich an. Die Nachfrage nach E-Velos und E-Mountainbikes ist seit Jahren steigend, E-Stehroller und die skateboardähnlichen Hoverboards mischen den Markt auf. Und nun folgt bereits ein weiterer Trend auf zwei Rädern: das E-Trottinett, auch E-Scooter genannt.

Das designtechnisch am klassischen Trottinett angelegten Gerät, neu aber mit einem ladbaren Akku ausgestattet, gewinnt sukzessive an Popularität und wird von den grossen Schweizer Städten stark gefördert. Die Stadt St.Gallen hat gerade einen Pilotversuch mit 100 öffentlichen E-Scootern lanciert, die einzeln mit Hilfe einer App gemietet und benutzt werden können. Bereits länger mit den E-Trottinetts herumgekurvt wird in Genf oder Zürich, wo das im ersten Augenblick betrachtet eher kuriose Bild eines in feschem Anzug bekleideten Städters auf einem eher kindlichen Elektro-Scooter bereits omnipräsent ist. Der Gebrauch von solchen Trottinetts sorgte bezüglich Verkehrssicherheit jedoch auch für viel Kritik.

Verschiedene Modelle, verschiedene Preise

In Wil wiederum ist scheinbar nichts von dieser Polarisierung zu spüren. Noch nicht. Zwar hat die Stadt bisher nichts zu einer möglichen öffentlichen E-Scooter-Nutzung kommuniziert, dennoch können die Geräte in einigen Sportläden der Äbtestadt bereits individuell bezogen werden. Im Ochsner Sport sind die Scooter online bestellbar, im SportXX an der Churfirstenstrasse kann man sie gar vor Ort kaufen. Der Grund: «Die Nachfrage ist da, der wachsende Trend absolut zu spüren», sagt Verkäufer Silvano Rohner. Dabei ist nicht einmal der ökologische Aspekt für den Kauf ausschlaggebend – der übrigens umstritten ist, schliesslich müssen gewisse E-Trottinetts bis zu sieben Stunden lang geladen werden –, sondern vielmehr die Bequemlichkeit.

«Sie sind optimal für kürzere Strecken. Ohne grössere Anstrengung kommt man vor allem in Städten mit viel Verkehr sehr schnell vorwärts. Die Trottinetts passen darum eigentlich auch perfekt nach Wil.»

Die Wiler SportXX-Filiale hat aktuell ein Modell der VMAX-Reihe im Sortiment, der Preis dafür liegt bei 489 Franken. Es sei aber lediglich eines von vielen, wie Rohner erklärt: «Es gibt unzählige Modelle und Marken, die sich vom Design oder der Handhabung leicht unterscheiden. Beispielsweise gibt es einige, die zusammenklappbar sind, andere nicht.» So gross die Bandbreite der Modelle ist, so stark divergieren die Preise. «Unser Modell bewegt sich dort eher in den niedrigeren Bereichen. Anderswo gehen die Preise teils bis zur 1000- Franken-Marke.»

Nicht alle Scooter sind strassentauglich

Über den Daumen geschätzt verkauft der SportXX laut Rohner zwei bis drei E-Scooter im Monat. Viele weitere Kunden zeigten derweil schon Interesse:

«Die Leute werden aufmerksam darauf, beispielsweise weil sie die Scooter in irgendeiner Stadt schon mal gesehen haben, und wollen sich bei uns informieren lassen.»

Das sei wichtig. Wer sich nämlich ein E-Scooter besorgen wolle, solle sich nicht nur über die Funktion, sondern auch die Strassenregeln bewusst sein. Um auf der Strasse zugelassen beziehungsweise dem Velo gleichgestellt zu werden, muss ein E-Scooter Bremsen, hinten und vorne Licht sowie eine Glocke haben und bis 20 Kilometer in der Stunde schnell sein. Doch Rohner relativiert: «Nicht alle Modelle sind zugelassen. Ursprünglich sind die E-Trottinetts eigentlich nur für Privatstrassen geeignet.» Darum Rohners Tipp: «Man soll beim Kauf des Modells immer darauf achten, ob es für die Strasse zugelassen ist oder nicht.» Übrigens: Eine Helmpflicht gibt es nicht.

Keine Alternative zum Velo

Nicht minder relevant ist die Altersbeschränkung. Denn während bei normalen Trottinetts kein Mindestalter existiert, liegt es bei den E-Trottinetts bei 16 Jahren. Zurecht, findet Rohner:

«Kinder sollen noch die normalen Trottis nehmen.»

Somit sind die E-Trottinetts eher für Erwachsene geeignet. Das Velo, ob mit oder ohne Elektroantrieb, werde es aber wohl kaum ersetzen. «Das ist dann schon eine andere Kategorie. Nur schon, wenn man über Land in die nächste Gemeinde kommen will, nimmt man wohl eher das Velo. Oder das Auto.»

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