Der andere Ort der Begegnung

Ob Tipi-Zelt, Jurte oder Chalet: Seit rund einem Jahr kann im Feriendorf «Villa Donkey Village» in Degersheim übernachtet werden. Das Fazit der Besitzerin Patricia Hauser fällt positiv aus. Sie hatte sogar Gäste aus Hongkong.

Ramona Cavelti
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Patricia Hauser steht inmitten ihres Feriendorfes in Degersheim. Die Tipi-Zelte im Hintergrund gehören zum Themenbereich des Wilden Westen. (Bild: Ramona Cavelti)

Patricia Hauser steht inmitten ihres Feriendorfes in Degersheim. Die Tipi-Zelte im Hintergrund gehören zum Themenbereich des Wilden Westen. (Bild: Ramona Cavelti)

DEGERSHEIM. «Es war eine unglaublich strenge Zeit, doch was wir jetzt haben, ist der Wahnsinn», schwärmt Patricia Hauser. Sie sitzt vor einem Alpenchalet und blickt auf das Feriendorf: Auf Tipis, Jurten und einen Grillplatz. Und sie realisiert dabei nicht, dass diese Erlebniswelt ihr und ihrem Mann gehört. «Mir ist noch immer nicht bewusst, dass dies mir gehört. Es ist noch so neu und speziell», lächelt sie. Vor rund drei Jahren haben Patricia und Christoph Hauser mit dem Bau des Feriendorfes «Villa Donkey Village» hinter ihrem Bed & Breakfast an der Hauptstrasse begonnen. Seit mehr als einem Jahr läuft nun der Betrieb. Ein guter Zeitpunkt für ein Fazit.

Chalets, Tipis und Jurten

«Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt», ist Patricia Hauser überzeugt. Nach einer Reise durch Amerika sei die Idee entstanden, Tipis anzubieten. Die Jurten und Chalets seien später dazugekommen, genau so wie der Dusch- und der Aufenthaltsraum. «Diesen haben wir zuletzt geplant. Heute ist er aber für uns der wichtigste Teil des Angebots», sagt Patricia Hauser. Dieses besteht aus verschiedenen Themenbereichen: In den «Schweizer Alpen» kann in einfachen Chalets übernachtet werden. Im Bereich des Wilden Westens werden Tipi-Zelte angeboten und in der «Mongolei» können Jurten bezogen werden. «Unser Feriendorf ist gefragt, weil es etwas anderes ist», sagt Patricia Hauser. Es sei ein Begegnungsort, wo sich die unterschiedlichsten Menschen austauschen können.

Im Sommer mehr gefragt

«Der Aufenthaltsraum und die Jurten sind am meisten gefragt», bilanziert Patricia Hauser. Den Aufenthaltsraum würden sie für Anlässe vermieten, die auch im Winter stattfinden können. «Natürlich besuchen das Feriendorf im Sommer mehr Leute als im Winter. Bis im Dezember sind die Jurten und Chalets gefragt, für die Übernachtung in Tipis ist es dann zu kalt. Im Januar, Februar und März wird vor allem der Aufenthaltsraum für Events gebucht», erzählt Patricia Hauser. Es sei aber nicht so, dass für den Sommer bereits alles ausgebucht ist, ergänzt sie. So habe es auch für spontan entschlossene noch Platz in den Sommerferien.

Besuch aus Hongkong

Im Feriendorf begegnen sich die unterschiedlichsten Leute mit unterschiedlichster Herkunft. «Es gibt keine Personengruppe, die am häufigsten hier in Degersheim Ferien macht», sagt Patricia Hauser. So seien kürzlich ungefähr 30 Menschen mit einer Behinderung übers Wochenende gekommen. Auch sei ein junger Mann aus dem Dorf hier gewesen, der seine Freundin überraschen wollte. «Doch die Besucher kommen nicht nur aus der Schweiz. Viele kommen aus Deutschland oder Holland. Und dann gibt es sogar solche, die aus Mexiko, Amerika oder der Türkei anreisen. Kürzlich hatten wir sogar Gäste aus Hongkong», erzählt Patricia Hauser. Auch die Aufenthaltsdauer im Feriendorf sei unterschiedlich und reiche von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen.

Country-Musik am Lagerfeuer

«Oftmals werden die Gäste übers Internet auf uns aufmerksam. Oder sie kommen ins Bed & Breakfast und sehen, was dahinter steht, kommen wieder und erzählen es weiter», sagt Patricia Hauser. Leider sei das Feriendorf in Degersheim und der nahen Umgebung nicht so bekannt, denn an der Eröffnung seien viele in den Ferien gewesen. Am Wochenmarkt habe Patricia Hauser deshalb Führungen angeboten. «Ich hätte nie gedacht, dass hinter dem Haus ein Paradies liegt», hätten danach viele Personen gesagt. Patricia Hauser erlebt in ihrem Feriendorf viel und täglich Neues. Doch sie hat bereits eine Liste mit den schönsten Erlebnissen:

«Ein Paar aus dem Wallis hatte eine Jurte für eine Nacht gebucht. Nach dieser kamen sie auf mich zu und fragten, ob sie eine weitere Nacht bleiben könnten. Am nächsten Tag fragten sie, ob sie nicht die ganze Woche bleiben könnten. Das war so erfreulich.» Oder: «Kürzlich war eine Country-Sängerin hier. Am Abend hat sie am Lagerfeuer gespielt und alle haben mitgesungen. Das war himmlisch.»

Ihre Träume gehen nie aus

Das Ehepaar Hauser plant bereits für die Zukunft. So möchten sie beispielsweise Firmenanlässe mit Essen anbieten. Oder kleine Küchen in die Chalets einbauen, damit die Besucher nicht auf den Aufenthaltsraum, indem die Küche stationiert ist, angewiesen sind und der Aufenthaltsraum gleichzeitig wie die Chalets vermietet werden kann.

«Unsere Träume gehen nie aus», sagt Patricia Hauser. Doch sie seien zurzeit irrelevant. «Wir haben so viel investiert. Zuerst muss etwas zurückkommen.» Doch sie habe volles Vertrauen, dass ihr Feriendorf bald noch mehr Zulauf finden werde. «Es läuft bereits jetzt besser als im letzten Jahr», sagt sie. Und sie bekomme gute Rückmeldungen, was ihr sehr viel bedeute.

Mit strahlendem Blick beobachtet Patricia Hauser Kinder, die im Feriendorf zu Gast sind. Sie jagen einem Schmetterling nach. «Ich freue mich täglich, aufzustehen. Natürlich trägt man hier auch eine grosse Verantwortung, doch ich liebe diese Arbeit», schwärmt sie und macht sich auf den Weg zum Grillplatz. Am Nachmittag wird sie mit den Kindern Gold im Bach waschen.

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