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Deponiestandorte: Aushub soll in der Region bleiben

Der Regierungsrat hat die Anpassung 18 des Richtplans erlassen. Sie hält an den Deponienstandorten für unverschmutzten Aushub im Gebiet Degenau und Nutzenbuecherwald zwischen Niederwil und Gossau fest.
Zita Meienhofer
Die Gebiete Degenau und Nutzenbuecherwald zwischen Niederwil und Gossau sind als Deponiestandorte im Richtplan 18 aufgenommen. (Bild: Archiv St. Galler Tagblatt)

Die Gebiete Degenau und Nutzenbuecherwald zwischen Niederwil und Gossau sind als Deponiestandorte im Richtplan 18 aufgenommen. (Bild: Archiv St. Galler Tagblatt)

Die Regierung des Kantons St. Gallen hatte die Deponiestandorte Degenau und Nutzenbuecherwald, die im Grenzgebiet von Niederwil (Gemeinde Oberbüren) und Gossau liegen, in den Entwurf des Richtplans 18 aufgenommen. Dieser wurde im Frühsommer des vergangenen Jahres zur Vernehmlassung vorgelegt. Gruppierungen und Einzelpersonen, vorwiegend aus den Gemeinden Gossau und Oberbüren, taten ihre Bedenken zu den beiden Standorten kund. Die Regierung hält jedoch daran fest.

Ihre Begründung: «Die Region zwischen St. Gallen und Wil generiert durch ihre Bevölkerungsdichte und ihre intensive Bautätigkeit pro Jahr knapp eine Million Kubikmeter Aushubmaterial. Das entspricht etwa zwei Drittel der im Kanton anfallenden Menge.» Die Deponie Tüfentobel, Gaiserwald, in die bislang der Aushub gebracht wurde, ist bald voll. Für sauberen Aushub aus der Region müssen deshalb neue Deponien geschaffen werden.

Stellungnahmen zu beiden Standorten

Der Stadtrat Gossau, der Gemeinderat Oberbüren sowie die Regio Appenzell Ausserrhoden-St. Gallen-Bodensee sprachen sich für die Ablehnung beider Standorte aus, dies vor allem deshalb, weil sich im Raum Gossau-Oberbüren neben diesen Standorten, weitere in Abklärung befinden. Die Räte sowie die Regio regten an, dass der Kanton eine Priorisierung der Standorte in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden vornehme.

Die Verantwortlichen des Kantons halten fest, dass zurzeit wegen der sehr geringen Reserven keine Priorisierung vorgenommen werden könne, da jedes Projekt mit Unsicherheiten behaftet sei. Die Regio Wil stellt sich ebenfalls gegen die Aufnahme der beiden Standorte in den Richtplan. Die Verantwortlichen verlangen die Erarbeitung eines Deponie-Konzepts. Die Regierung hält dem entgegen, dass es nicht vorgesehen sei, die bereits im Richtplan eingetragenen oder neu von der Privatwirtschaft vorgeschlagenen Standorte mit einem übergeordneten Konzept zu überprüfen.

Die beiden Standorte lehnen auch ein Bauer aus Gossau sowie Experten des Schweizer Bauernverbandes, die «IG Depo-Nie» Oberbüren/Niederwil sowie Privatpersonen aus der Gemeinde Oberbüren und die Füllemann AG, Gossau, ab. Befürchtet wird einerseits die Schmälerung von Nutzland und die Beeinträchtigung und Entwicklung eines Landwirtschafsbetriebes, anderseits wird eine Gesamtbeurteilung aller bestehenden und geplanten Vorhaben in der Region gefordert und die Erhaltung des Naherholungsgebiets Nutzenbuecherwald verlangt. Letztlich wird befürchtet, dass eine Deponie nachteilige Auswirkungen auf den Wasserhaushalt des Gebiets haben kann.

Degenau stösst auf generelle Ablehnung

Während die meisten Bemerkungen für beide Standorte eingereicht wurden, befasste sich die Wasserversorgung Nutzenbuech-Rüeggentschwil, Gossau, nur mit der Deponie Degenau und kritisierte, dass diese im Einzugsgebiet ihrer Quelle liege. Der Bund merkte an, dass am Deponiestandort Degenau Fruchtfolgeflächen betroffen sind, und forderte, dass diese Flächen bei einer allfälligen Planung nach erfolgter Rekultivierung wieder die entsprechende Qualität aufzuweisen hätten. Aus dem gleichen Grund erachten die kantonale SP, Pro Natura St. Gallen-Appenzell sowie der VCS St. Gallen-Appenzell den Standort als ungeeignet. Der Kanton ist sich dessen bewusst und verweist auf entsprechende Schritte im weiteren Verfahren.

SP, Pro Natura und WWF pro Nutzenbuecherwald

Mehr oder weniger positiv zum Standort Nutzenbuecherwald äussern sich verschiedene Organisationen oder Parteien, obwohl ein Grossteil des Waldes gerodet werden muss. Die kantonale SP begrüsst die Wahl des Standorts und erachtet ihn als geeignet. Einverstanden mit dem Standort zeigt sich auch der WWF St. Gallen, sofern die Schutzziele des nahe gelegenen Naturschutzgebiets und Biotops berücksichtigt werden. Als sehr gut geeignet bezeichnet Pro Natura St. Gallen-Appenzell den Standort, da er sich ganz im Wald befindet und wegen des hohen Fichtenanteils und der guten Etappierbarkeit nur ein geringer ökologischer Schaden erwartet wird.

Das Bundesamt für Umwelt bemerkt dazu, dass für die Erteilung einer Rodungsbewilligung die Prüfung von Alternativstandorten sowie die Bodennutzungseffizienz wichtige Kriterien seien. Diese fehlen in den Unterlagen und müssten in der folgenden Planung erbracht werden. Einzig beim Verein Pro Oberbüren stösst der Standort auf Ablehnung. Der Verlust des Nutzenbuecherwaldes sowie der Mehrverkehr seien eine zu grosse Belastung für die Region.

Hinweis: Der Vernehmlassungsbericht ist zu finden unter www.areg.sg.ch.

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