Den Schulrat beibehalten

«Bedeutung der Bildung unterstreichen», Ausgabe vom 26. September

René Walcher, Wil
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Die Schaffung einer ständigen parlamentarischen Bildungskommission ist sicher keine abwegige Idee. Ich rate aber dringend davon ab, die Eliminierung des Schulrates in Erwägung zu ziehen. Ihm obliegt die strategische Führung der Wiler Schulen und in dieser Funktion ist er zuständig für alle diesbezüglichen Geschäfte und Vorlagen. Das Parlament wird zwar über bereits ausgearbeitete Projekte informiert und kann Stellung beziehen, aber in den jeweiligen Entstehungsprozess ist es kaum involviert. Der Schulrat bestimmt also in Eigenregie in nicht unbedeutendem Ausmass die Schulpolitik unserer Stadt. Eine parteipolitisch ausgewogene Besetzung dieses Gremiums ist somit die beste Garantie, dass nicht am Stimmbürger vorbeipolitisiert wird. Das ist nicht nur angesichts der finanzpolitischen Bedeutung des Bildungsdepartements wichtig, sondern auch deshalb, weil gerade im Schulbereich oft Geschäfte behandelt werden, die je nach gesellschaftspolitischer Positionierung höchst unterschiedlich beurteilt werden können.

Leider ist der Schulrat zurzeit alles andere als parteipolitisch ausgewogen besetzt. Das Sagen hat die parteilose Jutta Röösli mit ihren weitgehend auch parteilosen Schulratsmitgliedern. Würde man den Schulrat jetzt ganz abschaffen, käme man vom Regen in die Traufe. Dann hätte die Meinung der Schulratspräsidentin noch mehr Gewicht. Ich bin daher der Meinung, dass man den Schulrat beibehalten sollte. Die Parteien sind aber aufgefordert, sich im Hinblick auf die nächsten Wahlen auf die Suche nach tatkräftigen, fachkompetenten Personen zu machen – und nicht zuletzt auch auf die Suche nach einer parteipolitisch gebundenen Person für das Schulratspräsidium, von der man weiss, für was sie eigentlich steht.

René Walcher, Wil