Interview

«Den Rückhandflip spiele ich häufig im Match»: Das und vieles mehr sagt Wils neuer Tischtennisspieler Pekka Pelz vor dem Saisonstart

Der Deutsche Pekka Pelz äussert sich über seinen Wechsel zum Tischtennisclub Wil, die ersten Gegner in der NLA – und über den Meisterschaftsabbruch 2019/2020 wegen der Coronapandemie.

Interview: Monika Frey-Mäder
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Der 20-jährige Pekka Pelz stösst von Ligakonkurrent Neuhausen zum TTC Wil.

Der 20-jährige Pekka Pelz stösst von Ligakonkurrent Neuhausen zum TTC Wil.

Bild: Daniel Dorrer

Wechsel auf der Ausländerposition: Der Lette Matiss Burgis hat den TTC Wil nach einigen erfolgreichen Jahren verlassen – neu zum Team stösst der 20-jährige Deutsche Pekka Pelz.

Trainings in Deutschland mit Bundesliga-Team aus Saarbrücken

Pekka Pelz begann im Alter von sechs Jahren mit Tischtennis beim TTC Neuhausen. Früh nahm er an Nachwuchsturnieren wie den Schweizer Meisterschaften teil – mit Erfolg, gewann er doch einige Medaillen. Mit 14 Jahren entschied er sich, Turniere in seiner Heimat Deutschland zu bestreiten. Nach sechs Jahren kehrte er 2019 in die Schweiz zum TTC Neuhausen zurück. Vor zwei Jahren zog er ins deutsche Saarbrücken, um dort mit dem Bundesliga-Team zu trainieren und den nächsten Schritt zu machen.

Was sind Ihre Stärken?

Pekka Pelz: Mein sicheres und kontrolliertes Spielsystem. Ich versuche meistens, möglichst schnell in offene Ballwechsel zu kommen, um meine Stärken noch besser ausspielen zu können. Wenn ich einen Schlag nennen müsste, der mich besonders von anderen Spielern abhebt, würde ich meinen Rückhandflip nennen – diesen spiele ich oft im Match.

Was wissen Sie über den Tischtennisclub Wil?

Ich weiss, dass ich mit dem TTC Wil zu einem Klub komme, der immer die Ambitionen und Möglichkeiten hat, oben mitzumischen. Seit Jahren spielt er auf einem sehr hohen Niveau und der Zusammenhalt im Verein ist gross.

Was hat Sie zum Vereinswechsel bewogen?

Ich war auf der Suche nach einer neuen Aufgabe, wollte aber in der NLA bleiben, um meine Bilanz des vergangnen Jahres in dieser Saison zu toppen. Zudem habe ich mit Elia Schmid einen Spieler im Team, von dem ich mir vielleicht noch das eine oder andere abschauen und lernen kann, da er ein hohes Niveau hat.

Wie haben Sie den Meisterschaftsabbruch wegen der Coronapandemie erlebt?

Es war natürlich schade, da wir zu dem Zeitpunkt mit dem TTC Neuhausen auf dem zweiten Platz standen und ich in sehr guter Form war. Wir hatten noch viel vor und waren natürlich enttäuscht, aufgrund einer Pandemie ausgebremst zu werden. Umso motivierter bin ich, meine Ziele dieses Jahr mit dem TTC Wil zu erreichen. Mit meinem Vater Pedro Pelz konnte ich während des Lockdowns zu Hause an unserer Platte trainieren und mich gut in Form halten.

Wo möchten Sie sportlich in zwei bis drei Jahren stehen?

Ich denke nicht so sehr an die Zukunft und versuche, im Hier und Jetzt alles zu geben. Klar würde ich mich freuen, mich in einigen Jahren in der Zweiten Bundesliga im vorderen Paarkreuz mit guten Bilanzen zu etablieren, doch momentan zählt für mich nur der TTC Wil.

Zum Saisonstart trifft der TTC Wil zu Hause auf den Serienmeister Muttenz und den Aufsteiger La Chaux-de-Fonds. Wie schätzen Sie die Gegner ein?

Die beiden Teams sind komplett unterschiedlich einzuschätzen. Ich denke, gegen Rio-Star Muttenz wird es trotz des Heimvorteils schwer, zu punkten. Die Basler haben eine äusserst starke Mannschaft, die zudem von Lionel Weber angeführt wird, der in den vergangenen Jahren kaum NLA-Spiele verloren hat. Wir werden aber natürlich alles geben, um vielleicht für eine kleine Überraschung sorgen zu können. Gegen La Chaux-de-Fonds sollten wir hingegen als leichter Favorit ins Spiel gehen, wobei man alle gemeldeten Spieler auf keinen Fall unterschätzen sollte.


Klares Ziel vor Augen: Den Meistertitel zurück nach Wil holen

Mitte März 2020 hätte die entscheidende Phase in der Tischtennis-Meisterschaft beginnen sollen. Doch genau in diesem Moment kam es zum Lockdown wegen der Coronapandemie – so wurde der TTC Wil bei seinem Versuch ausgebremst, den Schweizer Meistertitel zurück in die Ostschweiz zu holen. Sieben Monate später startet Wils NLA-Team mit den Stammspielern Elia Schmid, Christian Hotz und Pekka Pelz einen neuen Anlauf. «Die Rückeroberung des Meistertitels ist unser Ziel», sagt Captain Schmid, «dafür setzen wir uns mit ganzer Kraft ein».

Teamcaptain Elia Schmid: «Das Niveau in der NLA ist stärker denn je.»

Teamcaptain Elia Schmid: «Das Niveau in der NLA ist stärker denn je.»

Einfach dürfte das aber nicht werden, haben doch auch andere Teams hohe Ambitionen. Schmid teilt diesen Eindruck: «Das Niveau in der NLA ist stärker denn je.» Schliesslich seien 20 Spieler mit der höchsten Klassierung A20 gemeldet. Die Wiler müssen also in jedem Spiel auf der Höhe sein. Als Topfavorit sieht Schmid nicht Titelverteidiger Muttenz, sondern Lugano, das einen Asiaten verpflichtet hat, der auf Weltniveau Top 100 spielt und zuvor in Italien eine starke Saison bestritten hat. Dahinter sieht Schmid Muttenz Meyrin und Wil als weitere Favoriten. Die Wiler starten am Wochenende mit zwei Heimspielen im Lindenhof in die neue Saison. Es gilt Maskenpflicht.

NLA-Saisonstart. Sporthalle Lindenhof. Samstag: 15.00 Wil – Muttenz. Sonntag: 14.00 Wil – La Chaux-de-Fonds.