Den Rhythmus intensiv gespürt

Der Neujahrsapéro in Wilen stand im Zeichen des Miteinanders. Blinde Mitmenschen gestalteten den Empfang mit, inklusive eines Gospelkonzerts.

Christoph Heer
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Gemeindeammann Kurt Enderli bei seiner Neujahrsansprache. (Bild: Christoph Heer)

Gemeindeammann Kurt Enderli bei seiner Neujahrsansprache. (Bild: Christoph Heer)

WILEN. «Ein Dorf in den Dolomiten». So hiess die Geschichte aus dem Buch «Im Schatten der Rose» von Roland Marthaler, die der Wilener Gemeindeammann Kurt Enderli den gut 200 Besucherinnen und Besuchern beim Neujahrsapéro im Kirchen- und Gemeindezentrum am Sonntagnachmittag vorlas. Sie handelte von einer Gesellschaft, bei der alle – bis auf die Kinder – erblinden. Wie es ist, ohne Augenlicht zu leben, spürten die Besucher beim späteren Gospelkonzert.

«Es ist erstaunlich, wie hellhörig man werden und den Rhythmus der Musik intensiv spüren kann», sagte Kurt Enderli. Der Neujahrsempfang wurde von blinden Menschen mitgestaltet. So erzählte Max Luther den Kindern im Jugendraum Geschichten, während im Saal das Konzert «Gospel in the Dark» mit Malcolm Green und dem blinden Gerd Bingemann stattfand.

Konzert mit Augenklappen

Das Publikum konnte sich Augenklappen montieren, um ein möglichst reales «Konzert für Blinde» zu erleben. Malcolm Green, bekannt für seinen markanten, stimmgewaltigen Gesang, und Gerd Bingemann am Klavier gelang es, für einen ersten Konzerthöhepunkt im neuen Jahr zu sorgen. Höhepunkte hatte auch Gemeindeammann Enderli einige im vergangenen Jahr. «Noch wichtiger ist aber, dass ich eigentlich von nichts Schlechtem berichten kann».

Projekte verwirklicht

Enderli betonte, dass alle vorgesehenen Projekte verwirklicht wurden. «Auch diverse Investitionen haben ihren Zweck erfüllt.» Bei einem Ausblick hob er die «Woche der Begegnung» hervor, die am 8. Juni startet. Dass hierzu alle ihre Unterstützung zugesagt haben, habe ihn sehr gefreut. «Alle werden am gleichen Strick ziehen», freute sich Enderli.

In der Woche der Begegnung werden die Schulen und Gemeinden aus Rickenbach und Wilen, die beiden Kirchgemeinden und alle Einwohnenden einen Sporttag organisieren, Wanderungen, Exkursionen und einen Energieworkshop durchführen und Parkbänke erstellen.