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Den Reben geht es gut – trotz Hitze

Im Kampf gegen Hitze und Trockenheit schlagen sich die Weinreben tapfer. Rebwart Eduard Kümin erklärt, warum die Pflanzen gegen Wassermangel immun sind und was die Hitze sonst noch für Vorteile bringt.
Claudio Weder
Gute Aussichten am Wiler Rebberg: Die Hitzewelle geht (fast) spurlos an den Weintrauben vorbei. (Bilder: Claudio Weder)

Gute Aussichten am Wiler Rebberg: Die Hitzewelle geht (fast) spurlos an den Weintrauben vorbei. (Bilder: Claudio Weder)

Das ist doch mal eine gute Nachricht: Während die meisten Landwirtschaftsbetriebe unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit leiden, geht die Dürreperiode an den Winzern und Weinbauern beinahe spurlos vorbei. Denn die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Weinrebe gilt traditionell als eine Pflanze, die resistent gegenüber Trockenheit ist. Dass die Weinrebe einen Wassermangel verkraften kann, verdankt sie ihrer Fähigkeit, den Boden, dank eines stark entwickelten Wurzelsystems, bis in tiefe Schichten zu nutzen.

Aus diesem Grund müssten Weinreben selbst bei Temperaturen, wie sie aktuell vorherrschen, nicht zusätzlich gewässert werden, wie der Rebwart des Wiler Rebberges, Eduard Kümin, erklärt. Auf dem Weinberg werden drei verschiedene Rebsorten angebaut: Die Rotweintraube Pinot noir, die mit einer Fläche von 100 Aren den grössten Anteil der Rebstöcke ausmacht, gefolgt von der weissen Sorte Müller-Thurgau mit 40 Aren und der Rotweintraube Regent mit 16 Aren.

Weniger Probleme mit Pilzen und Fliegen

Spürbare negative Auswirkungen der Hitzewelle gibt es am Wiler Rebberg aber dennoch, auch wenn sie sich in Grenzen halten: Auf dem Wiler Weinberg machte die Hitze bislang vor allem den Jungpflanzen zu schaffen. «Deren Wurzeln sind noch zu wenig in die tieferen Bodenschichten gewachsen», sagt Kümin. Dies sei auch der Grund, weshalb er die jungen Reben zusätzlich wässern musste. Drei Mal war es in diesem Sommer nötig.

«Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind die jungen Reben nicht so stark gewachsen. Der Behang musste deshalb etwas reduziert werden», erzählt Eduard Kümin. Letztlich sei dies aber kein tragischer Verlust – bei den jüngeren Weinreben gehe es noch nicht um den Ertrag, sondern vorerst um das Wachstum der Pflanze. Was nun die älteren Reben anbelangt – die halten es aus mit der Hitze. Ja, die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit bringen sogar wesentliche Vorteile mit sich: «Das aktuelle Klima führt erfreulicherweise dazu, dass bislang keine Pilzkrankheiten aufgetreten sind», sagt Eduard Kümin. Die Kirschessigfliege, die die Traubenbeeren im Herbst anbohrt - was zu Essigfäulnis führt - kann sich bei den heissen Temperaturen schlecht vermehren. Aber: «Man weiss ja nie, was noch alles kommt.»

Die konkreten Auswirkungen der Hitze auf den Weinbau halten sich also in Grenzen – die Klimaveränderungen über die Zeit sind jedoch, gerade was die Lese der Trauben anbelangt, deutlich spürbar. «Als ich vor 35 Jahren als Winzer angefangen habe, fand die Lese teilweise erst im November statt.» Das habe es in den vergangenen Jahren nicht mehr gegeben. Je länger desto mehr verschiebe sich das Datum der Lese nach vorne. Heute findet sie bereits Ende September/Anfang Oktober statt.

Für eine Prognose ist es noch zu früh

Eine Prognose zur diesjährigen Lese abzugeben, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht möglich. «Das wäre reine Spekulation», sagt Kümin. «Ob und wie sich die Hitzewelle auf den Ertrag und letztlich auch auf die Qualität des Weines auswirkt, werde erst der Herbst entscheiden.»

Eines steht jedoch fest: Ernsthafte Sorgen bereitet der Hitzesommer dem Rebwart keine – zumindest nicht, was seine Reben anbelangt.

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