Den Nebel-Nagel einschlagen

Rund 100 Feuerwehroffiziere bilden sich gestern Freitag und heute Samstag in Zuzwil weiter. Neben dem Repetieren von Führungs-Standards lernen sie auch neue Instrumente zur Feuerbekämpfung kennen. Beispielsweise den Nebel-Nagel.

Sebastian Keller
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Die Lösch-Lanze: Mit Fognail (zu deutsch: Nebel-Nagel) ist es möglich, Brände an schwer zugänglichen Stellen zu erreichen. (Bilder: seb.)

Die Lösch-Lanze: Mit Fognail (zu deutsch: Nebel-Nagel) ist es möglich, Brände an schwer zugänglichen Stellen zu erreichen. (Bilder: seb.)

ZUZWIL. «Führung Grossereignis». So heisst ein Programmpunkt am Weiterbildungskurs für Offiziere des Regionalen Feuerwehrverbands Untertoggenburg, Wil und Gossau. Dass sie mit einem solchen Ereignis konfrontiert werden könnten, ist nicht auszuschliessen. Die Grossbrände in Arbon und Gossau sind Beispiele dafür. Und die Reaktion, die Taktik für so einem Fall will geübt sein. «Dafür gibt es vordefinierte Verhaltensstandards», sagt Max Flammer, Kommandant der Feuerwehr Zuzwil und Kurskommandant. Diese Standards muss jeder Offizier kennen. Denn: Auch bei Grossereignissen ist der erste Offizier auf Platz Einsatzleiter. Ein solches Szenario durchzuspielen, helfe im Ernstfall.

Praktische Übungen

Auch praktische Übungen gehören zum Weiterbildungskurs. Auf einem Firmenareal lernen die Offiziere neue Instrumente für die Feuerbekämpfung kennen. «Wir wollen jeweils auch einen Höhepunkt bieten», sagt Flammer. Ein solcher ist das System «Tragkorb mit Schlauch-Paket». Mit diesem kann die Feuerwehr rasch in höhere Stockwerke vorrücken. Der Vorteil: Der Schlauch stockt nicht an jeder Ecke, weil er noch nicht ausgerollt wird. Im Tragkorb sind 100 Meter Schlauch, die wie ein Einkaufskorb mitgetragen werden können. Das Schlauch-Paket sind 20 Meter Schlauch, die geschultert werden können. «Bei falscher Anwendung gibt es ein Durcheinander», sagt der Feuerwehrkommandant Flammer. Das Schlauch-Paket diene als Reserve. «20 Meter Schlauch auf engstem Raum.» Wasser gelangt erst kurz vor dem Einsatz in den Schlauch. Dann töne es, wie wenn man Popcorn macht, berichtet Flammer. Vom System ist er überzeugt. Es tauge sehr gut im Einsatz, bediene ein echtes Bedürfnis.

Feuer auf engstem Raum

Auf ein weiteres Gerät ist Flammer gespannt. Auf «Fognail» (Nebel-Nagel). Es handelt es sich um eine Lösch-Lanze, mit der Feuer auf engstem Raum bekämpft werden kann. Die Offiziere zeigen die Handhabung an einem Auto und einer Schalttafel. Sie hämmern diesen Nebel-Nagel ins Material. Dann drehen sie Wasser auf. Heraus kommt ein feiner Nebel aus Wasser. «Es nebelt nicht schlecht», sagt ein Offizier, als er «Fognail» in der Hand hält. Die Offiziere üben auch den Einsatz eines Hebe-Kissens. Mit diesem ist es möglich, bis zu 40 Tonnen anzuheben – um beispielsweise eine Person zu bergen, die eingeklemmt ist. Für Flammer ist auch der Austausch wichtig. «Wir haben alle dieselben Aufgaben, da können wir auch voneinander etwas lernen.»

Die Übungsbesprechung: Die Feuerwehroffiziere der Region werden nach den Sicherheitsbestimmungen gefragt.

Die Übungsbesprechung: Die Feuerwehroffiziere der Region werden nach den Sicherheitsbestimmungen gefragt.

Max Flammer mit dem Schlauch-Paket auf der Schulter.

Max Flammer mit dem Schlauch-Paket auf der Schulter.