Den Knöterich an der Wurzel packen

Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen. Sie verwildern, breiten sich stark aus und verdrängen die einheimische Flora. Deshalb ist ihre Bekämpfung wichtig. In dieser Woche sind Zivilschützer an der Glatt und Thur im Einsatz. Das Ergebnis der verrichteten Arbeit ist deutlich sichtbar.

Urs Bänziger
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Nicht berühren: Der Riesenbärenklau kann akute Hautreizungen und Verbrennungen verursachen. (Bild: pd)

Nicht berühren: Der Riesenbärenklau kann akute Hautreizungen und Verbrennungen verursachen. (Bild: pd)

OBERBÜREN. Das Ausreissen der Pflanzen treibt den Pionieren der Zivilschutzorganisation Uze Schweiss auf die Stirn. Aber die Männer machen ihre Arbeit gerne, auch wenn sie streng ist. Georg Schubiger hat ihnen Sinn und Zweck der Neophytenbekämpfung erklärt. Er hat ihnen gezeigt, welches die Pflanzen sind, die für die einheimische Flora schädlich sind. Stück um Stück befreien die jungen Männer aus Oberbüren die eine Uferseite der Glatt von Neophyten. Auf dem anderen Flussufer verrichten ihre Kollegen aus Oberuzwil die gleiche Arbeit.

Im Einsatz an der Glatt und Thur

Seit Beginn der vergangenen Woche sind die Gemeinden Oberbüren, Oberuzwil und Uzwil daran, Neophyten entlang der Glatt und Thur zu vernichten. In Oberbüren und Oberuzwil sind Männer der regionalen Zivilschutzorganisation im Einsatz, für die Gemeinde Uzwil führen Personen des Ausgesteuertenprojektes der Stiftung Business House diese Arbeit aus. Im Werk Uzwil ist Georg Schubiger für den Bereich Aussenpflege und Gemeindearbeiten zuständig. Durch seine Tätigkeit hat er Erfahrungen in der Neophytenbekämpfung sammeln können. «Es ist nun das sechste Jahr, dass ich im Auftrag der Gemeinden im Einsatz bin», sagt der gelernte Gärtner.

Weniger als vor sechs Jahren

Schubiger erkennt Neophyten auf den ersten Blick. «Es sind invasive Pflanzen, die sich rasch ausbreiten, wenn man sie nicht ausmerzt.» An der Glatt wuchert zu dieser Jahreszeit vor allem der Japanische Knöterich. Die Helfer vom Zivilschutz müssen die Pflanzen an der Wurzel packen und ausreissen. «Der Knöterich verbreitet sich durch seine unterirdischen Ableger, was die Bekämpfung schwierig macht. Oft bleibt ein Teil der Wurzel in der Erde. Deshalb ist es wichtig, Neophyten regelmässig zu vernichten», sagt Schubiger. Zumal er einen Erfolg dieser Arbeit feststellt. «Als wir vor sechs Jahren mit der Bekämpfung begonnen hatten, entfernten wir hier an der Glatt an gewissen Abschnitten drei Tonnen, in diesem Jahr sind es noch 400 Kilo.»

Die entfernten Pflanzen gehen an die Kompogas-Anlage in Niederuzwil, wo sie erhitzt und dann kompostiert werden. «Auf diese Weise werden die Wurzeln unschädlich gemacht», erklärt Schubiger. Im September wird er nochmals mit Helfern die Ufer der Glatt und Thur durchforsten. Dann richtet sich sein Augenmerk auf die Kanadische Goldrute und das Springkraut aus Asien. «Diese beiden Neophyten verbreiten sich so sehr, dass sie nicht von Hand entfernt, sondern gemäht werden müssen.»

Geschützte Pflanzen bedroht

Das Problem mit den Neophyten sei sehr ernst zu nehmen, unterstreicht Guido Ackermann die Wichtigkeit der regelmässigen Bekämpfung. «Invasive Neophyten verdrängen die standorttypische Vegetation und haben vor allem in Schutzgebieten negative Folgen, wenn seltene und geschützte Pflanzenarten beeinträchtigt werden», sagt der Leiter Natur und Landschaft beim Kanton. Zurzeit konzentriere sich die Bekämpfung auf Flächen entlang von Flüssen, Bächen und Schutzgebieten, aber auch Hausbesitzer würden einen Beitrag leisten, wenn sie Neophyten aus ihren Gärten entfernen.

Im Einsatz gegen Neophyten: Pioniere der Zivilschutzorganisation Uze entfernen am Glattufer Japanischen Knöterich. (Bild: Urs Bänziger)

Im Einsatz gegen Neophyten: Pioniere der Zivilschutzorganisation Uze entfernen am Glattufer Japanischen Knöterich. (Bild: Urs Bänziger)