Den Jubiläumsakt zum Dessert

Zur 73. Delegiertenversammlung war der St. Galler Braunviehzuchtverband in Degersheim zu Gast. Die Mehrzweckhalle Steinegg füllte sich dabei mit 168 Stimmberechtigten und vielen Gästen.

Christoph Heer
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Die geehrten Mitglieder des Braunviehzuchtverbandes St. Gallen erhielten eine Ehrentafel für Kühe mit herausragenden Lebensleistungen. (Bild: che.)

Die geehrten Mitglieder des Braunviehzuchtverbandes St. Gallen erhielten eine Ehrentafel für Kühe mit herausragenden Lebensleistungen. (Bild: che.)

Degersheim. Reger Verkehr herrschte am Samstagmorgen in Degersheim. Grund hierfür war die Delegiertenversammlung des St. Galler Braunviehzuchtverbands. Bereits um 9 Uhr morgens trafen die ersten Züchter aus dem St. Gallischen in der Mehrzweckhalle ein. Mit etwas Verspätung eröffnete der Präsident Sepp Räss die Versammlung. Nachdem Gemeindepräsident Reto Gnägi den Anwesenden «sein» Degersheim nähergebracht hatte, liess Sepp Räss in seinem Jahresbericht kurz das vergangene Verbandsjahr Revue passieren. «2010, das Jahr in dem der Viehabsatz harzig zu laufen begann. Viehabsatz mit den fallenden Milchpreisen ist eine grosse Herausforderung für die Züchterfamilien. Eine schwierige Zeit, in der die Aufzuchtkosten in keinem Verhältnis zu den Verkaufserlösen stehen», so der Präsident. Viel zu reden gab auch die neue Direktzahlungsverordnung, die weiterhin auf eine extensive Landwirtschaft setzt. «Dass die Schweiz eine produzierende Landwirtschaft braucht, liegt wohl auf der Hand. So zeigt das Verhalten der Konsumenten genau diese Tendenz auf, quasi <in der Region – für die Region>», erklärte Sepp Räss. Er ist auch davon überzeugt, dass die Schweizer Bevölkerung den Bezug zur Landwirtschaft schätzt und auch auf die Herkunft der Produkte achtet.

Trümpfe der Braunviehzucht

Sepp Räss informierte das fachkundige Publikum über die Braunviehzucht. «Trümpfe unserer Rasse sind Langlebigkeit, hohe Stoffwechselstabilität, hoher Kappa-Kasein-Anteil und ein ruhiger Charakter. Eine hohe Stoffwechselstabilität ist Voraussetzung für langlebige Kühe. Das beweisen jährlich die rund 120 Kühe, die die 100 000er-Marke knacken. Dreissig Kühe daraus stammen aus unserem Verbandsgebiet.» Mit einer Lebensleistung von 150 000 Litern Milch stehen momentan die beiden Kühe «Adora» von Markus Eicher aus Engelburg und «Hirta» von Guido Benz aus Montlingen zu Buche.

Mit einem sagenhaften Weltrekord von gut 197 000 Litern Lebensleistung hat sich die Kuh «Regal Morchel» ein einmaliges Denkmal gesetzt. Sie gehört der Familie Studach aus Mörschwil und wurde 1987 geboren.

Absolute Einigkeit

Die Traktandenliste wurde zügig abgehandelt. Weder zur Jahresrechnung von Kassierin Erna Zimmermann noch zu den Jahresbeiträgen oder dem Ausblick auf kommende Viehschauen wurde eine Diskussion gewünscht. Dies lag vielleicht an dem Duft der Fleischvögel, der sich in der Halle verbreitete. Auf der Bühne überzeugten das Trachtenchörli und die Geräteriege aus Oberhelfenschwil. Zum Dessert folgte der offizielle Jubiläumsakt.

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