Den Eltern über die Schultern gucken

Einmal mit den Eltern mit zur Arbeit gehen, mehr über den Beruf des Vaters oder der Mutter erfahren: Dazu gab den Kindern der gestrige Nationale Zukunftstag die Gelegenheit, untypische Berufe zu schnuppern.

Melanie Graf
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Robin Klingler «Automechaniker»

Robin Klingler «Automechaniker»

FLAWIL. Darauf freuten sich bestimmt viele Kinder: Für einmal keine Schule, dafür durften sie mit einem Elternteil oder einer anderen Bezugsperson mit zur Arbeit und gucken, was die Erwachsenen den ganzen Tag so treiben. Jedes Jahr findet der Zukunftstag statt. Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse dürfen daran teilnehmen. Obwohl für den Zukunftstag (ehemaliger Tochtertag) unter dem Motto «Seitenwechsel für Mädchen und Jungs» geworben wird, gehen doch viele Buben mit ihren Vätern, und viele Mädchen mit ihren Müttern mit zur Arbeit.

Die Redaktion der Wiler Zeitung, Ressort Flawil, hatte gestern Unterstützung. Zusammen mit ihrer Tochter Joy, machte sich die Schreibende zu diesem Thema auf den Weg und besuchte in Flawil Elternteile mit ihren Kindern bei der Arbeit.

«Zahltag nicht aus Bancomat»

Zwischen Autos, Pneus, Werkzeugkästen, Autoliften und eifrigen Automechatronikern, hantiert Robin Klingler. Er durfte mit seinem Vater Raoul Klingler, Geschäftsinhaber der Garage Neff, zur Arbeit kommen. «Ich finde die Idee des Zukunftstages sehr gut», sagt Raoul Klingler. Die Jugendlichen von heute sollten wissen, wie ihre Eltern Geld verdienen, und dass der Zahltag nicht einfach aus dem Bancomat kommt.

Gleich neben der Garage Neff, an der Toggenburgerstrasse bei der Firma Klaus Gartenbau GmbH erhält Cédric Locher Einblick in die Arbeit seines Vaters Daniel. Der Anzeigenverkäufer der dfmedia ist auf Kundenbesuch bei Ruth Klaus. Ein wenig langweilig seien die Besprechungen schon, meinte Cédric Locher. Da habe ihm die Bildbearbeitung in der Firma dfmedia schon besser gefallen.

Eine Handvoll Kinder schnupperten Arbeitsluft bei der Büchler Werkzeugbau AG. Er könne den Zukunftstag voll unterstützen, er finde den Tag eine gute Idee, eine gute Sache, sagt Geschäftsführer Andreas Scherrer. Gerade auch in der heutigen Zeit sei so ein Programm wichtig. Die Firma Büchler Werkzeugbau AG bildet Lernende als Konstrukteur, Polymechaniker oder im Kaufmännischen Bereich aus.

«Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen Einblick in verschiedene Berufsgattungen bekommen und den richtigen Beruf lernen», so Scherrer weiter. Er erzählte, dass die Kinder am Zukunftstag die Firma besichtigen durften und in alle drei Berufe Einblick erhielten.

Einblick in Arbeiten

Die Maschinen rattern unermüdlich in der Druckerei der dfmedia. In der Verarbeitung der Printmedien stehen Cédric Locher und Marco Fiore zusammen mit Lukas Zürcher, Polygraf-Lernender, um Ivo Brlekovic herum und sehen ihm interessiert zu, wie er Visitenkarten zuschneidet. Marco Fiore durfte mit seiner Mutter Caroline Hug, Polygrafin in der dfmedia, mit zur Arbeit gehen.

Die kleine Gruppe Kinder zieht in die nächste Abteilung und bekommt Einblick in Arbeiten, die ihnen ohne den Zukunftstag wahrscheinlich verborgen geblieben wären.

Cédric Locher «Anzeigenberater»

Cédric Locher «Anzeigenberater»

Michelle Gabriel «Kauffrau»

Michelle Gabriel «Kauffrau»

Michael Frick «Montageleiter»

Michael Frick «Montageleiter»

Marco Fiore «Polygraf»

Marco Fiore «Polygraf»

Joy Graf «Redaktorin»

Joy Graf «Redaktorin»