Den Elektrosmog verbannen

WIL. Weil die zunehmende Belastung durch Elektrosmog eine breite Bevölkerungsschicht interessiert, griff das Forum CVP 60 Plus das Thema mit einem Vortrag von Cyrill Benz, Oberbüren, auf.

Ernst Inauen
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Cyrill Benz beschäftigt sich mit biologischer Elektrotechnik. (Bild: ei.)

Cyrill Benz beschäftigt sich mit biologischer Elektrotechnik. (Bild: ei.)

Das Forum CVP 60 Plus Wil-Untertoggenburg traf mit der Wahl des Vortragsthemas einmal mehr ins Schwarze. Rund 120 wissbegierige Frauen und Männer interessierten sich für die Standortbestimmung und die Meinung eines Fachmanns auf dem Gebiet der biologischen Elektrotechnik. Im Gewölbekeller des Hofs zu Wil wurden sie im Namen der Organisatoren durch Fredy Rüegg begrüsst.

Biologische Elektrotechnik

Der Oberbürer Unternehmer Cyrill Benz stellte sich selber vor. Seit über 20 Jahren befasst sich Benz mit Elektrobiologie. Er ist Gründungsmitglied und derzeit Vizepräsident der Schweizer Arbeitsgemeinschaft Biologische Elektrotechnik (SABE). Er gab die Ziele seines Vortrags bekannt. Er orientiere über den Stand der heutigen Erkenntnisse und die wichtigsten Bereiche in der Elektrobiologie und über die heutige Messtechnik. Ebenso wolle er die Zuhörenden für die Störungsquellen im Wohn- und Arbeitsbereich sensibilisieren.

Offensichtlich gelang ihm dies, äusserten sich doch mehrere Besucher positiv über den Vortrag. «Der Referent verstand es, die technische Materie verständlich, sachlich und sehr aufschlussreich zu erklären. Die Fallbeispiele haben deutlich gezeigt, welcher Strahlenbelastung ein normaler Haushalt ausgesetzt ist», meinte ein Besucher.

Verschiedene Felder

Der Elektrobiologe unterscheide bei Messungen zwischen elektrischen und magnetischen Wechselfeldern, hochfrequenten Feldern und Geomagnetfeldern. «Jede elektrische Leitung strahlt ein elektrisches Feld ab. Der Mensch nimmt diese abgestrahlten Spannungsfelder auf und wird von ihnen beeinflusst», erklärte der Referent. Am Beispiel einer Nachttischlampe und eines Heizkissens verdeutlichte Benz seine These.

Elektrosensible Personen könnten durch solche Beeinflussung mit gesundheitlichen Störungen reagieren. Er empfehle deshalb, die Belastung vor allem im Schlafbereich zu reduzieren. Durch Messungen und entsprechende Massnahmen wie Netzfreischalter sei dies möglich. Eine Netzfreischaltung funktioniere allerdings nur so lange, wie kein Gerät eingeschaltet werde.

Bei elektrischen Geräten und Leitungen entstehe ein Elektromagnetfeld. Dieses durchdringe alle Materialien und Körper und könne nicht abgeschirmt werden. Eine elektrobiologisch korrekte Installation verschaffe jedoch Abhilfe. Zunehmend seien im Wohnbereich elektromagnetische Strahlungen festzustellen. Schnurlos- oder Mobilfunktelefone, Handy und drahtlose EDV-Netzwerke verursachten rund um die Uhr Hochfrequenzfelder.

Häufig werden Natelantennen für Störungen verantwortlich gemacht. Der Fachmann ist jedoch überzeugt, dass die Belastung im Haus bedeutend grösseren Einfluss hat. «Verbannen Sie einmal vierzehn Tage lang alle Geräte, Nachttischlampen und Radiowecker aus dem Schlafzimmer, und ich garantiere Ihnen, dass Sie besser schlafen», führte der überzeugte Elektrobiologe eine eigene Erfahrung an.

Strenges Schweizer Gesetz

Die Schweiz habe eines der strengsten Gesetze für die Strahlenbelastung. Bei Orten mit empfindlicher Nutzung wie Spitäler oder Schulen seien noch tiefere Grenzwerte empfohlen. Jeder Mensch bestimme selber, wie vielen Strahlen er sich aussetzen wolle. Die Elektrobiologie empfehle jedoch aus gesundheitlichen Gründen noch tiefere Grenzwerte. Weltweit durchgeführte Untersuchungen hätten zahlreiche Gesundheitsstörungen festgestellt, deren Ursachen in energietechnischen Feldern liegen könnten.

Zum Abschluss des rund einstündigen Referats berichtete Cyrill Benz von einigen Beispielen, bei denen mit Messungen und Elektrosanierungen positive Erfolge erzielt wurden. In der anschliessenden Fragerunde gab er Auskunft über die Kosten einer Messung, über Elektronik in Autos, über Minergiehäuser und weitere Fragen.