Den Boden jetzt schon abtragen

Beim Bau der Umfahrung Bütschwil hat der Kanton jetzt schon Installationsflächen für spätere Bauarbeiten vorbereitet. Der Grund: Man darf den Boden nicht abtragen, wenn er zu feucht ist.

Martin Knoepfel
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Vizeprojektleiter Rolf Stadelmann, Projektleiter Ruedi Vögeli und die Gemeindepräsidenten Karl Brändle (Bütschwil-Ganterschwil) und Alois Gunzenreiner (Wattwil, von links) bei der Infotafel. (Bild: Martin Knoepfel)

Vizeprojektleiter Rolf Stadelmann, Projektleiter Ruedi Vögeli und die Gemeindepräsidenten Karl Brändle (Bütschwil-Ganterschwil) und Alois Gunzenreiner (Wattwil, von links) bei der Infotafel. (Bild: Martin Knoepfel)

BÜTSCHWIL. Am Montag fand die Hauptversammlung der IG Umfahrungsstrasse Bütschwil und Wattwil in Bütschwil statt. Vertreter des Tiefbauamts informierten über den aktuellen Stand der Bauarbeiten.

Als Baustellenzufahrt nutzen

Die Umfahrung wird in drei Etappen erstellt. Die erste Etappe vom Anschluss Engi zum Soorpark ist im Bau. Die zweite erstreckt sich vom Soorpark zum Tunnel Michelau und zur Thur. Die dritte Etappe reicht zum Anschluss an die Umfahrung Lichtensteig. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre pro Etappe. Die fertiggestellten Etappen dienen als Baustellenzufahrt, um die Kantonsstrasse zu entlasten.

Einige Arbeiten wurden nach den Erfahrungen des Frühlings 2014 vorgezogen. So wurden Installationsflächen, die später benötigt werden, jetzt schon angelegt. Das ist beim Soorpark und in Neudietfurt der Fall. So sei man unabhängig vom Wetter, sagte Rolf Stadelmann, stellvertretender Projektleiter. Man dürfe den Boden nicht abtragen, wenn dieser zu feucht sei.

In Engi seien die Platzverhältnisse sehr eng. Man habe den Tagbautunnel entlang den Hauswänden erstellt. Das und der laufende Verkehr hätten die Anwohner enorm belastet. Dennoch habe es eine einzige Beschwerde gegeben, sagte Rolf Stadelmann. Er erwartet allerdings, dass für den Bau des Tunnels Bahnhof wie beim Tunnel Engi Sprengungen nötig sind. Der Nagelfluhfels sei sehr hart und reiche tief hinab, nannte er als Grund. Die Vibrationen gingen bis in die Häuser.

Brückenbau im Plan

Die Brücke Dorfbach dürfte im November fertiggestellt sein. Die Überführung Plattenstrasse habe man als eine der ersten Kunstbauten erstellt.

Eine Herausforderung sei der Tunnel Bahnhof, dies wegen der kleinen Überdeckung, sagte Rolf Stadelmann. Das Johannisbächlein werde in einem Düker, ähnlich einem Siphon, unter dem Tunnel hindurchgeführt. Gegenüber der früheren Planung wurden noch Änderungen vorgenommen. So wird der Tunnel Michelau bergmännisch statt im Tagbau erstellt. Er wird deshalb kein kasten-, sondern ein hufeisenförmiges Profil erhalten. Sonst müsste man 60 000 bis 70 000 Kubikmeter Material bewegen, sagte Rolf Stadelmann.

Die Thurbrücke sei statisch heikel, da sie 85 Meter lang sein werde. Sie werde zudem in der Kurve verlaufen und ohne Pfeiler im Fluss auskommen müssen.

Zwei Scheunen abbrechen

In Neudietfurt müssten für den Bau der Umfahrung zwei Scheunen abgebrochen werden, sagte Rolf Stadelmann. Der Abbruch anderer Häuser sei nicht auf den Strassenbau zurückzuführen. Zudem habe man angefangen, Werkleitungen in Neudietfurt umzulegen.

Die Arbeiten an der Umfahrung seien bisher im Terminplan. Als Baukosten wurden die bekannten 200,4 Millionen Franken genannt. 16 Millionen seien für die Ingenieurhonorare. Das sei sehr wenig, sagte Rolf Stadelmann. Die Hälfte der Baukosten machten die Kunstbauten aus.

Der Tagbautunnel in Neudietfurt sei anspruchsvoll, sagte Rolf Stadelmann. Der Grund sei, dass man alle Verkehrsbeziehungen beim Knoten in Neudietfurt aufrechterhalten müsse. Da der Tunnel unter der heutigen Kantonsstrasse liegen wird, gibt es eine provisorische Umfahrung auf der Bergseite der Fabrik. Nach dem Bau des Tunnels wird die Durchgangsstrasse wieder am heutigen Ort verlaufen.

Sorgen wegen alter Deponie

Offenbar bereitet eine alte Deponie in Neudietfurt Rolf Stadelmann Sorgen. An einigen Stellen liege nur Bauschutt, andere sähen unschön aus, sagte er. Unklar ist offenbar, ob auf dem Trassee der Strasse die Ruinen einer Burg im Erdreich ruhen. Geplant ist schliesslich, auf der ganzen Länge der Umfahrung ein Überholverbot anzuordnen, mit einem «singenden» Mittelstreifen, wie er auf der Umfahrung Lichtensteig existiert.