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Demographische Uhr tickt

Die Bevölkerung der Schweiz wird älter. Die Zahl der Personen im Ruhestand wächst in den kommenden Jahrzehnten immer schneller. Dieser nationale Trend fordert auch die Gemeinde Uzwil.
Ein Platz im Alter. Uzwil hat sich mit dieser Frage beschäftigt und Pläne für die Entwicklung des Areals Sonnmatt erstellen lassen. (Bild: Zita Meienhofer)

Ein Platz im Alter. Uzwil hat sich mit dieser Frage beschäftigt und Pläne für die Entwicklung des Areals Sonnmatt erstellen lassen. (Bild: Zita Meienhofer)

GEMEINDE UZWIL. Eine Facette des Älterwerdens: In 15 Jahren rechnen die Fachleute für Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren mit einem gemeinsamen Bedarf von 100 zusätzlichen Pflegeplätzen.

Fakten sind klar

Die Bedarfsplanung ist kein Blick in die Kristallkugel. Sie basiert auf Fakten. Die Altersstruktur der Bevölkerung ist bekannt. Wie auch der Anteil der älteren Bevölkerung, welcher auf stationäre Betreuung angewiesen ist. Bekannt sind auch Möglichkeiten und Grenzen alternativer Betreuungsformen. Entsprechend einhellig fällt die Einschätzung der Gemeinden zwischen Wil und Gossau aus. Sie trafen sich unlängst zu diesem Thema. Die Gemeinden sind gefordert, ihre Betreuungsangebote der demographischen Veränderung anzupassen. Die steigende Nachfrage nach Plätzen und die Warteliste im Seniorenzentrum Sonnmatt bestätigen den Trend.

Beeinflusst die Spielräume

Viel Zeit bleibt nicht. Grosse Infrastrukturausbauten brauchen Vorlauf. 15 Jahre ziehen schnell ins Land. Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel: «Der grosse Bedarf an stationären Betreuungseinrichtungen fordert heraus. Und bindet voraussichtlich öffentliche Mittel im grossen Stil. Unsere finanziellen Spielräume werden in absehbarer Zeit wohl davon bestimmt, wie gut wir diese Aufgabe lösen.» Und welche Schritte unternimmt man denn nun in Uzwil konkret? Keel verweist auf die Arealentwicklung Sonnmatt.

Areal Sonnmatt entwickeln

Der Gemeinde gehört das Areal Sonnmatt. Dort betreibt der Zweckverband Pflegeheim Sonnmatt für die Gemeinden Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren das Seniorenzentrum. Das grossflächige Areal umfasst 40 000 Quadratmeter. Und damit grosse Entwicklungsflächen. Lucas Keel: «Diese Reserven sind seit Jahren und Jahrzehnten dafür gedacht, die Altersbetreuung bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.» Und genau diese Entwicklung ist nun eingeläutet. Gemeinde und Zweckverband haben drei Raumplaner beauftragt, sich mit dem Areal zu befassen. Und mit Fragen wie: Welche Wohnformen bringt die Zukunft? Wie verändert sich die Gesellschaft? Wie entwickeln sich die Ansprüche ans Wohnen? Wo trifft man sich, wo findet Austausch zwischen den Generationen statt? Lucas Keel: «Wir sind in einer komfortablen Ausgangslage. Das Areal Sonnmatt hat Potenzial. 100 zusätzliche Pflegeplätze können dort gebaut werden. Für uns stand die Frage im Vordergrund: Was gibt das Areal insgesamt noch mehr her? Wie soll es entwickelt werden, um für Uzwil einen Mehrwert zu schaffen?»

Alle drei Raumplaner sind sich einig: Das Areal ermöglicht die denkbaren Entwicklungen. Ist geeignet, stationäre Pflegeplätze im erforderlichen Umfang zu schaffen. Bietet zudem Platz für generationenübergreifendes Wohnen. Wohnraum, welcher alle Anforderungen für altersgerechtes Wohnen erfüllt und nicht allein auf ältere Menschen fokussiert ist. Schwellenlose Übergänge, ausreichend breite Türen und anderes mehr dient Familien mit Kleinkindern gleichermassen wie älteren Menschen. Einen bunten Mix von Bewohnern haben die Raumplaner denn in Bereichen des Areals im Visier. Die Nähe dieses generationenübergreifenden Wohnraums auf dem Areal Sonnmatt ermöglicht, Dienstleistungen für Pflege und Haushalt von der benachbarten Institution bei Bedarf zu nutzen.

Durchgrünt im Park…

Zwei Vorschläge gehen subtil mit dem Areal um. Nebst der geforderten Erweiterung des stationären Angebotes sehen sie generationenübergreifendes Wohnen im durchgrünten Park auf dem Areal Sonnmatt vor. Sie betonen mit einem ausgeprägten Campus-Charakter den Uzwiler Grüngürtel. Einer dieser beiden Vorschläge postuliert auch die Möglichkeit, sich nicht auf den Standort Sonnmatt zu konzentrieren, sondern zusätzliche Einheiten für generationenübergreifende Wohnangebote übers Gemeindegebiet zu verteilen. Der dritte Vorschlag fällt durch seine hohe urbane Dichte auf. Durch eine radikale Neuorientierung des Areals und seiner Umgebung.

…oder städtische Dichte

Während der nächsten 25 Jahre würde in Etappen eine geschlossene Bebauung entlang der Gupfenstrasse entstehen. Markante Bauten am Kreisel Flawilerstrasse und an der Kreuzung Gupfenstrasse-Sportstrasse würden Eingangstore bilden. Das grosse Nutzflächenangebot schafft Möglichkeiten für verschiedenste Nutzungen. Wohnen, Arbeiten, Bewegung, Kultur und Weiterbildung könnten sich so auf dem Areal ansiedeln. Eine sehr städtische Entwicklung des Areals. Ein Ansatz, der konsequent auf die Karte innere Verdichtung setzt.

Start zur Reise

Was ist auf dem Areal Sonnmatt überhaupt möglich? Die Arbeiten der drei Raumplaner zeigen den Fächer auf, beantworten diese Frage. Lucas Keel: «Wir haben unterschiedliche Ansätze präsentiert erhalten. Sie regen zum Nachdenken an. Provozieren teils auch, weil sie aus gewohnten Denkmustern ausbrechen. Der Schritt hat sich gelohnt.» Und wie geht es weiter? Noch vor den Sommerferien sollen die drei Vorschläge der Öffentlichkeit präsentiert werden. Anschliessend gehen Gemeinde und Zweckverband über die Bücher. Um abzustecken, in welche Richtung die Reise geht. Und mit welchem Fahrplan. Klar ist: Viel Zeit bleibt nicht. 15 Jahre ziehen schnell ins Land… (gk) ?

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