Dem «Gipfel» etwas näher

Das Geschäft «Pfarramt» ist einen Schritt weiter: An einer ausserordentlichen Versammlung stimmte die katholische Kirchbürgerschaft dem Antrag des Kirchenverwaltungsrats für einen dreigeschossigen Neubau mit zwei Wohnungen zu.

Ursula Ammann
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Die grosse Mehrheit der Stimmberechtigten sprach sich für den Antrag des Rats aus. (Bild: uam.)

Die grosse Mehrheit der Stimmberechtigten sprach sich für den Antrag des Rats aus. (Bild: uam.)

DEGERSHEIM. «Wir haben zahlreiche Anläufe genommen, und immer tauchten auf dem Weg zum Gipfel wieder neue Hügel am Horizont auf», resümierte Kirchenverwaltungsratspräsident Markus Stäheli. Das Geschäft «Pfarramt» beschäftigt die Kirchbürgerschaft, den Kirchenverwaltungsrat und die Katholische Administration mittlerweile schon seit einigen Jahren. Nun scheint die Katholische Kirchgemeinde Degersheim dem «Gipfel» aber etwas näher gekommen zu sein. Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger, 77 an der Zahl, stimmten dem Antrag des Kirchenverwaltungsrats für einen Neubau des Pfarramtes grossmehrheitlich zu. Die Kritik war dennoch nicht leise. Zudem präsentierte ein Kirchbürger einen Gegenvorschlag, der jedoch abgelehnt wurde.

Denkmalschutz im Spiel

Im Anschluss an die Bürgerversammlung 2012 hat der Kirchenverwaltungsrat das Architekturbüro Widmer in Wattwil beauftragt, Projektstudien für eine Sanierungs- und drei Neubauvarianten auszuarbeiten. Im sanierten Gebäude bzw. im Neubau sollte auch eine Wohnung integriert sein, so lautete der Auftrag. Anschliessend wurden die Projektstudien der Katholischen Administration zur Begutachtung vorgelegt. Dieser bezeichnete eine Sanierung als «Fehlinvestition» und sprach sich am Ende für zwei Neubauvarianten aus: Variante «K» (zweigeschossig, eine Wohnung) und Variante «L» (dreigeschossig, zwei Wohnungen). Die Administration beauftragte den Kirchenverwaltungsrat aber noch damit, bei der Politischen Gemeinde abzuklären, ob ein zweigeschossiger Neubau im Quartier überhaupt bewilligt werden könnte, zumal die umliegenden Häuser alle drei Geschosse aufweisen. Der Kirchenverwaltungsrat tat dies. Auch die Denkmalpflege wurde mit einbezogen. Nach diesen Abklärungen kam der Rat zum Schluss, dass die Anforderungen an den Bau nochmals überdacht werden müssen.

Etwa die Dimension des Sockelgeschosses oder die Traufhöhe, welche von der Denkmalpflege vorgegeben wird. So entstand eine weitere Variante, «F+» genannt. Diese sieht einen dreigeschossigen Neubau mit zwei Wohnungen vor. Die Anlagekosten belaufen sich auf eine Million und 550 000 Franken. Hinzu kommt ein Projektierungskredit von 85 000 Franken.

«Nur eine Wahlmöglichkeit»

Der Kirchenverwaltungsrat beantragte der Kirchbürgerschaft an der ausserordentlichen Versammlung, die Variante «F+» anzunehmen. Vor der Abstimmung wurde seitens der Kirchbürger unter anderem die Kritik geäussert, dass nun nur noch über eine Möglichkeit abgestimmt werden könne. «Lieber nur eine Variante , dafür eine mit den grösstmöglichen Chancen, durch alle Instanzen zu kommen», entgegnete Markus Stäheli dieser Kritik.

Gegenantrag abgelehnt

Das Projekt stehe mit seinen «überrissenen» Kosten angesichts allgemeiner Sparbemühungen «quer in der Landschaft», sagte Kirchbürger Ignaz Zimmermann. Er unterbreitete sogleich einen Gegenantrag, der eine sanfte Sanierung des Gebäudes vorsah. Doch auch darauf gab es Kritik. Ein altes Haus bleibe trotz zahlreichen Investitionen ein altes Haus. Zudem werde der Katholische Administrationsrat eine Sanierung sowieso nicht bewilligen, sagte ein Kirchbürger und fügt an: «Es ist ein Schuss in den Ofen, wenn man so etwas überhaupt diskutiert.» Der Applaus für dieses Votum fiel nicht unbeachtlich aus.

Der Gegenvorschlag von Ignaz Zimmermann erhielt 15 Ja-Stimmen. Die grosse Mehrheit lehnte ihn aber ab. Dafür stimmten die Kirchbürger dem Antrag des Kirchenverwaltungsrats grossmehrheitlich zu. Nun wird das Projekt bis zur nächsten Kirchbürgerversammlung durch die Architekten im Detail ausgearbeitet. In Rücksprache mit der Katholischen Administration wird der Kirchenverwaltungsrat den Kirchbürgern dann das Projekt zur definitiven Abstimmung vorlegen.

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