Dem Druck standgehalten: Uzwils Nicolas A. Müller ist der jüngste Medaillengewinner an den Schweizer Meisterschaften 2020

Nicolas A. Müller gewinnt an den Schweizer Meisterschaften in Brig Silber im Männerdoppel und Bronze im Einzel. Seine Erfolge überraschen nicht,  schliesslich hat sich der 19-Jährige zum Leistungsträger im NLA-Team des Badmintonclubs Uzwil entwickelt. Die weiteren Uzwiler verpassen den Überraschungscoup. 

Matthias Zindel
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Nicolas A. Müller (vorne) hat in dieser Saison grosse Fortschritte gemacht.

Nicolas A. Müller (vorne) hat in dieser Saison grosse Fortschritte gemacht.

Bild: PD

«Ich verspürte eine grosse Anspannung», sagte Nicolas A. Müller vom Badmintonclub Uzwil nach dem zweifachen Medaillengewinn. Die Freude sei zwar da, aber die Niederlage im Männerdoppel schmerze schon. «Ich wollte einfach unbedingt gewinnen, doch jetzt hat es nicht geklappt.» Seine Enttäuschung kann er kurz nach der Finalniederlage nur bedingt verbergen. Doch er fügt an:

«In einer Woche werde ich sicher stolz auf meine Leistung sein.»

Müller zeigte ein starkes Turnier. Als Mitfavorit hielt der erst 19-Jährige dem Druck stand. Er ist in diesem Jahr an den Schweizer Meisterschaften der jüngste Medaillengewinner bei den Männern. Zudem vergrösserte er mit Silber im Männerdoppel und Bronze im Einzel seine Edelmetallsammlung. 2019 hatte er Bronze im Männerdoppel gewonnen.

Zum Leistungsträger in der NLA entwickelt

Bereits in der NLA-Meisterschaft bewies Müller, dass seine Formkurve steil nach oben zeigt. Seine Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr sind riesig. Beim BC Uzwil wuchs er zu einer festen Grösse und gilt mittlerweile als Leistungsträger im Team. Mit seiner kämpferischen Art reisst er das Uzwiler Publikum immer wieder mit.

Nicolas A. Müller

Nicolas A. Müller

PD

Zuletzt bezwang er namhafte Gegner. Doch dieser Erfolg wurde ihm nicht geschenkt – der Nationalspieler hat sich das alles hart erarbeitet. Sein Alltag im nationalen Leistungszentrum in Bern wird durch den Sport bestimmt. Gleichzeitig absolviert er die Sportlerlehre als Kaufmann bei einer Versicherung.

Gedrängtes Tagesprogramm: arbeiten, lernen und zweimal trainieren

Es ist ein Spagat, beides unter einen Hut zu bringen. Am Vormittag steht jeweils das erste Training an, am Nachmittag folgt die Arbeit, am Abend die zweite Trainingseinheit und danach gilt es noch mindestens eine Stunde für die Schule zu lernen.

Nicolas A. Müller im NLA-Spiel gegen St. Gallen-Appenzell.
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Müller im Uzwiler Doppel mit Partner Adam Cwalina.
Müller hat nur den Ball im Blick. Im Hintergrund sein Doppelpartner und Uzwils Cheftrainer Iztok Utrosa.

Nicolas A. Müller im NLA-Spiel gegen St. Gallen-Appenzell.

Ralph Ribi

Das sind keine einfachen Tage. «Doch ich will das. Es braucht die richtige Mentalität, um es zu packen.» Nun befindet sich Müller im Schlussspurt: Nach vier Lehrjahren stehen die Abschlussprüfungen bevor.

Der Nationalspieler traut dem BC Uzwil viel zu

Sportlich gilt die Konzentration in den nächsten Wochen wieder voll und ganz der NLA. Mit Uzwil kämpft er ums Playoff. «Momentan schaut es gut aus», sagt Müller.

Eine erfolgreiche Titelverteidigung scheint für den Schweizer Meister durchaus wieder realistisch. Auch er selbst traut seinem Team alles zu, und sagt: «Uzwil besitzt die besseren Chancen aufs Playoff, als ich bei der Lehrabschlussprüfung.»