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DEGERSHEIM/FLAWIL: Brückenbauerin zwischen Kulturen

Nach ihrer Matura verbrachte Lea Elena Filliger ein halbes Jahr in Kambodscha, um Lebenserfahrung zu sammeln. Nun organisiert sie einen Kulturabend über das südostasiatische Königreich.
Christoph Lampart
Mit dem Abend über Kambodscha in Flawil tritt Lea Elena Filliger erstmals als Brückenbauerin zwischen zwei sich fremden Kulturen in Erscheinung. (Bild: Christof Lampart)

Mit dem Abend über Kambodscha in Flawil tritt Lea Elena Filliger erstmals als Brückenbauerin zwischen zwei sich fremden Kulturen in Erscheinung. (Bild: Christof Lampart)

Kambodscha liegt nicht gerade im Fokus vieler, die eine Reise ins ehemalige Indochina planen. Vietnam, Thailand, ja sogar Laos sind weitaus geläufigere Touristendestinationen. «Wenn man hier etwas über Kambodscha weiss, sind es Pol Pot und die Khmer Rouge», sagt Lea Elena Filliger, die an der Universität Zürich Politikwissenschaft studiert. Und manchmal nicht einmal das: «Als ich Bekannten von meinen Plänen erzählte, bekam ich zu hören: «Ach, du gehst nach Afrika?»

Diesem Wissensmangel will sie nun zumindest ein wenig abhelfen, indem sie am Mittwoch, 23. Mai, in Flawil einen Kulturabend organisiert. Dabei wird die Studentin über Kambodscha als Land und über ihre eigenen Erlebnisse erzählen. Höhepunkt des Abends dürfte der Auftritt von vier kambodschanischen Profitänzerinnen sein, welche die berühmten Tempeltänze vorführen. Zustande kam der zwischen den Kulturen vermittelnde Event, da Filliger von Schweizer Jesuiten angefragt wurde, ob sie nicht einen Kulturabend in der Schweiz organisieren würde.

Völlig neuer Blick auf viele Dinge

Dass die Anfrage an die junge Degersheimerin gerichtet war, hatte damit zu tun, dass Lea Elena Filliger anfangs 2017 für ein halbes Jahr als Volontärin in einem von Jesuiten geleiteten Ausbildungszentrum für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen ausserhalb der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh tätig war. Doch wie kam sie überhaupt dazu? «Ich wollte nach der Matura zuerst noch etwas Lebenserfahrung sammeln, bevor ich mich ins Studium stürze. Ich meldete mich bei ‹voyage-partage› an, einer christlichen Organisation, die Volontäre an Kongregationen vermittelt, die auch Volontariate anbieten. So kam ich zu ‹Jesuiten weltweit›, die mich wiederum an die Jesuitenmission in Kambodscha weiterleiteten.»

Die Monate in Kambodscha vergingen wie im Fluge und liessen Lea Elena Filliger in vielerlei Hinsicht reifen: «Der Aufenthalt hat mir zu einem völlig neuen Blick auf viele Dinge verholfen», weiss sie heute. Ausserdem entdeckte sie ungeahnte Fähigkeiten an sich: «Ich übte während dieses halben Jahrs allerlei Jobs aus: Mal war ich Behindertenbetreuerin, mal Produktionsmanagerin und dann auch wieder als Fotografin unterwegs.» Am wertvollsten war für sie jedoch die Wertschätzung, die man ihr von allen Seiten entgegenbrachte, sodass Lea Elena Filliger schon bald erkannte, dass «ich den Leuten gar nicht so viel zurückgeben kann, wie ich von ihnen erhalten habe».

Zeigen, was, wer und wie Kambodscha ist

Umso selbstverständlicher war es da für die junge Brückenbauerin zwischen den Kulturen, dass sie spontan zusagte, als von den Jesuiten die Anfrage kam. «Ich freute mich riesig, dass die Jesuiten mich kontaktierten. Im Rahmen des Katholikentags in Deutschland wird eine Delegation der Mission Kambodscha nach Europa reisen. Die Anfrage an mich war, ob ich einen Auftritt für die vier mitreisenden Tänzerinnen in der Schweiz organisieren könnte. Da musste ich nicht lange überlegen». So werden am 21. Mai Freunde aus Asien in die Schweiz einreisen. Vor dem Auftritt gibt es noch einen «Switzerland in one day»-Ausflug, den Lea Elena Filliger genauso wie den Kulturabend dazu nutzen möchte, um «Freunden, die mich so lieb in ihrem Zuhause aufgenommen haben, nun meine Welt zu zeigen». Zudem hofft sie, Freunden und Bekannten sowie generell der Schweizer Bevölkerung zeigen zu können, was, wer und wie Kambodscha ist, und was sie dort getan hat. Damit nachher auch niemand mehr sie fragt, wie es denn in «Afrika» so gewesen sei.

Hinweis

23. Mai, 19.30 Uhr, Pfarreizentrum Flawil, Eintriff frei, Kollekte

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