Degersheimer Schülerin verkauft am Wochenmarkt Selbstgemachtes und sammelt damit 2'200 Franken für die Stiftung Wunderlampe

Im Rahmen ihres Oberstufen-Abschlussprojektes stellte Lorena Hug einen Stand am Degersheimer Wochenmarkt auf. Zugunsten der Stiftung Wunderlampe verkaufte sie Esswaren, Genähtes und Gebasteltes.

Christof Lampart
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Lorena Hug an ihrem Stand am Wochenmarkt von Degersheim.

Lorena Hug an ihrem Stand am Wochenmarkt von Degersheim.

Bilder: Christof Lampart

Zuerst hegte die 15-Jährige für ihre Abschlussarbeit andere Pläne, wie sie am frühen Samstagvormittag während des Einrichtens des Standes am Degersheimer Wochenmarkt erzählt:

«Ich wollte ein Buch schreiben, da ich sehr gerne lese. Aber da musste ich feststellen, dass das schon jemand anderes gemacht hatte.»

Da sie in der Freizeit auch gerne Kinder hütet, kam ihr die Idee, ein Projekt zum Wohle von Kindern zu lancieren. «Ich klärte ab, was es für Stiftungen gibt und entschied mich am Ende dazu, die ‹Wunderlampe› zu unterstützen.»

Stiftung Wunderlampe

Die Stiftung Wunderlampe mit Sitz in Winterthur hat sich die Realisation von Herzenswünschen handicapierter beziehungsweise schwerkranker Kinder, die in der Schweiz wohnen, auf die Fahnen geschrieben. (art)

Lorena Hug begrüsst eine Kundin an ihrem Marktstand und erläutert dabei ihr Projekt.

Lorena Hug begrüsst eine Kundin an ihrem Marktstand und erläutert dabei ihr Projekt.

Wie eine Unternehmerin gehandelt

Bei der Umsetzung des im Dezember 2019 gestarteten Standprojektes zeigte sich jedoch schnell, dass der Teufel im Detail steckt. Denn obwohl die Teenagerin beispielsweise für den Start drei Säcke Stoffreste von einer befreundeten Schneiderin geschenkt erhielt, musste sie schon bald erkennen, «dass der Einkauf der Stoffe und der Rohstoffe für die Backwaren ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigt», wie Lorenas Mutter Gaby Hug erklärt.

Deshalb konnte sich die Jugendliche nicht nur aufs Nähen, Basteln und Backen konzentrieren, sondern musste sich zuerst auch das Kapital beschaffen. Nebst Freunden, Bekannten und Verwandten fanden auch viele kleine, regionale Ladengeschäfte Lorena Hugs Engagement bemerkenswert und spendeten Geld und Sachen.

Lorena führte über ihre Einnahmen und Ausgaben genau Buch, so dass sie im Frühling rechtzeitig einen zweiten Spendenaufruf starten konnte, als sie merkte, dass das Geld knapp wurde. Die sichtlich stolze Mutter sagt:

«Sie hat sich wie eine kleine Unternehmerin gefühlt und danach auch gehandelt. Am Ende waren alle Ausgaben gedeckt.»

Viel Betrieb am Verkaufsstand

Erschwerend kam hinzu, dass sich durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie auf einmal viele benötigte Dinge nicht mehr problemlos beschaffen liessen. Andererseits «half» die Zeit des Homeschoolings Lorena Hug dabei, dass sie sich ungestört zu Hause dem Nähen widmen konnte. «Ich habe 33 Babyhosen genäht», erklärt sie.

Dabei ist das noch lange nicht alles. Am Markttag quillt der Stand nur so von mit Herzblut gestalteten Stoff- und Esswaren über: Magenbrot, Gebäck (Totenbeinli, Brezeli etc.), Öpfelringli, Konfitüren, Sirup, Seifen, Babyhosen, Brotsäckchen, Kinderschürzen, Haargummis, Lippenpomade, Karten – und die Liste ist dabei sicherlich noch nicht abgeschlossen.

Der Stand quillt fast über.

Der Stand quillt fast über.

Kein Wunder treffen schon ganz früh die ersten Kundinnen und Kunden ein – und kaufen nach Herzenslust ein. Während Lorena Hug ihre Kunden begrüsst und Produkte und Projekt erläutert und ihre Freundin Fiona Gerster die Kasse bedient, vergeht die Zeit wie im Fluge. Am Ende des Tages ist die Freude beim Kassensturz gross. Lorena:

«Wir haben 2'200 Franken eingenommen und dabei ganz viele nette Kontakte gehabt.»