Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DEGERSHEIM: Werte vermittelt bekommen

Im digitalen Zeitalter stellt die Jungwacht mehr denn je eine Abwechslung zum Alltag dar. Bis heute hat sie ihren Reiz nicht verloren. In Degersheim feiert die Schar nächstes Jahr ihr 75-Jahr-Jubiläum.
Jonas Manser
Die Jungwacht Degersheim hat keine Nachwuchssorgen, die Mitgliederzahlen sind seit Jahren stabil. (Bild: PD)

Die Jungwacht Degersheim hat keine Nachwuchssorgen, die Mitgliederzahlen sind seit Jahren stabil. (Bild: PD)

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

Kaltnasse Nacht im Herbstlager. Die Jugendlichen schlüpfen schlotternd in ihren Schlafsack –von Luxus keine Spur. Der Regen tropft schwer auf die Blachen des selbst aufgestellten Zeltes, die Unebenheiten des harten Bodens drücken in den Rücken. Man sehnt sich nach seinem warmen, gemütlichen Bett zu Hause: Was für ein tolles Erlebnis es doch war. In etwa so könnte ein Zurückerinnern eines Mitgliedes des Vereins «Freundeskreis Jungwacht Degersheim» lauten.

Langes Bestehen wird gefeiert

Die Jungwacht Degersheim (JWD) feiert im nächsten Jahr bereits ihr 75-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum organisiert der Freundeskreis einen zweitägigen Anlass am 5. und 6. Mai 2018. Thomas Scherrer, Präsident des OK, war selber Jungwachtleiter und pflegt auch nach all den Jahren engen Kontakt mit den ehemaligen Leiterinnen und Leitern. «Wir möchten die aktive Jungwacht entlasten», sagt Scherrer und beschreibt eines der Ziele des Freundeskreises. Der Verein unterstützt bei Bedarf sowohl finanziell und ideell als auch personell die aktive Schar.

Junge übernehmen die Verantwortung

Die Jungwacht habe in Degersheim ein gutes Ansehen, sagt Scherrer. Nebst den wöchentlich stattfindenden Übungen nehmen sie auch an Dorfanlässen teil oder organisieren selbst öffentliche Aktivitäten. «Ob Jungwacht, Blauring oder die Pfadfinderei: Die Jugendvereine sind eine Lebensschule», sagt Scherrer. In einem wichtigen Abschnitt im Leben können Jugendliche mit Gleichaltrigen etwas erleben. «Sie bekommen Werte wie Zusammengehörigkeit, Selbstständigkeit oder Verantwortung vermittelt – und lernen damit umzugehen.» Der Jugendverein erfreut sich bei den Jugendlichen auch im digitalen Zeitalter immer noch an Beliebtheit. Die Mitgliederzahlen der Jungwacht Degersheim sind stabil. Scherrer sehe es an den Kindern seiner Partnerin: «Es ist erstaunlich, wie die Jungen richtiggehend aufblühen, wenn sie etwas in der Natur unternehmen können.» Das Programm habe sich seit seiner Zeit nicht gross verändert. Der Aufwand habe für die Leiter sogar zugenommen. Um «Jugend und Sport»-Beiträge zu bekommen, muss ein klar strukturiertes Programm auf die Beine gestellt werden. Jeder Tag, von morgens bis abends, müsse bis ins Detail geplant sein.

Ohne Handy ins Herbstlager

«Handy-Verbot für 10 Tage» hiess es für die Schar während des Herbstlagers. Jetzt noch mehr als früher sei die Jungwacht ein Ausgleich zum Alltag, sagt Scherrer. Ein Problem, das einige Jugendvereine in letzter Zeit zu beklagen hatten, war eine Leiterknappheit. Diese Sorgen teilt die JWD nicht: «Im Gegenteil. Die meisten können es kaum erwarten, selbst die Leitung zu übernehmen», sagt Scherrer.

Ganze Gruppen übernehmen im Generationenwechsel die Leitung. «Die Besetzung der Leiter ist jedoch weniger beständig.» Die hohen Anforderungen in Schule und Karriere zwingen die Jugendlichen zum verfrühten Rücktritt, denn ein Grossteil der eigenen Freizeit fliesse in die Aktivitäten der Jungwacht. Doch dies würde wiederum den Zusammenhalt untereinander stärken. Man finde Freunde fürs Leben. Der Freundeskreis sei der beste Beweis dafür.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.