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DEGERSHEIM: Weisse Schoggi für eine helle Haut

Seit knapp zehn Jahren unterhält die katholische St.-Jakobus-Pfarrei eine Pfarreipartnerschaft mit einer Pfarrei auf den Philippinen. Zurzeit weilt eine vierköpfige Delegation aus Hingyon in Degersheim.
Andrea Häusler
Die Gäste (vorne von links): Father Pablo Lumiwan, Casilda Tudoc Gayamo, Noralyn Dinamling Butic und Jessie Cris Dacmay Bognadon. Hinten: Rolf Gähwiler und Bettina Flick von der Partnerschaftsgruppe Degersheim-Hingyon der St. Jakobus-Pfarrei. (Bild: Andrea Häusler)

Die Gäste (vorne von links): Father Pablo Lumiwan, Casilda Tudoc Gayamo, Noralyn Dinamling Butic und Jessie Cris Dacmay Bognadon. Hinten: Rolf Gähwiler und Bettina Flick von der Partnerschaftsgruppe Degersheim-Hingyon der St. Jakobus-Pfarrei. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Brot oder Brötchen, einige Scheiben Toast vielleicht, Butter und Konfitüre, dazu eine Tasse Kaffee. Das klassische europäische Frühstück ist den Filipinos fremd. Sie essen Reis, zu jeder Mahlzeit, auch zur ersten des Tages. Pablo Lumiwan lacht, wenn er sich an die Ankunft in seiner Degersheimer Gastfamilie erinnert. «Nach zwei Tagen flehte ich meinen Magen an: Bitte gewöhne dich daran.» Der 44-jährige Priester aus Hingyon, einer knapp zehntausend Einwohner zählenden Stadtgemeinde auf der Insel Luzon, ist ein besonnener Mann, mit einer sympathischen Ausstrahlung und einer gesunden Portion Witz. Am Abend des 17. August ist er zusammen mit Casilda Tudoc Gayamo, Noralyn Dinamling Butic und Jessie Cris Dacmay Bognadon in Zürich gelandet und hat erstmals europäischen Boden betreten. Nach einem langen Flug und einem noch längeren bürokratischen Hindernislauf. «Der ganze Papierkrieg um die Reiseformalitäten ist extrem aufwendig», sagt Bettina Flick, Pastoralassistentin und Mitglied in der siebenköpfigen Partnerschaftsgruppe. Trotz der Erfahrungen, die sie bei der Organisation des ersten Besuchs der philippinischen Partner im Jahr 2011 gesammelt hatte. Umgekehrt sei es weit einfacher, sagt sie, die bei einem der beiden Gegenbesuche schon selber mit an Bord gewesen ist. Im Gegensatz zu Rolf Gähwiler. Auch er ist in der Partnerschaftsgruppe engagiert, hat die Reise jedoch auf nach seiner Pensionierung verschoben. Bezahlt werden die Flüge übrigens von der St.-Jakobus-Pfarrei Degersheim.

Finanzielle Hilfe für Kapellenbau

Untergebracht sind die vier Filipinos – jeweils nächteweise – in insgesamt neun Gastfamilien. Diese zu finden sei überhaupt kein Problem gewesen, es hätten noch weitere zur Verfügung gestanden, freut sich Bettina Flick. Diese Gastfreundschaft, die Freundlichkeit der Menschen hat Pablo Lumiwan denn auch besonders beeindruckt; die Tatsache, dass einige für die Beherbergung der Delegation aus Fernost gar Ferien genommen haben, geradezu überwältigt. Und da ist ja noch die Sache mit dem Essen, mit der Milch insbesondere. Er verlange öfters danach, habe im Chocolarium auch ausschliesslich weisse Schokolade gekostet – damit seine Haut schön weiss werde, scherzt er. Ferien sind die knapp zwei Wochen in der Schweiz nicht. Die Gastgeber haben ein straffes Programm zusammengestellt, das Einblicke in die Geografie, das kulturelle und spirituelle Leben der Schweiz gewähren soll. Im Spital waren sie schon, bei Maestrani, am Rheinfall, in Immensee und Einsiedeln. Der Kontakt mit dem Schnee auf dem Corvatsch steht noch bevor, jener mit Bischof Markus auch. Und da ist noch der vorgesehene Chilbi- besuch. Danebst stehen Beteiligungen an Gottesdiensten und kirchlichen Anlässen an.

«Ziel ist es, voneinander zu lernen», sagt Pablo Lumiwan. Bettina Flick bestätigt dies. Wissend, dass die Filipinos den Schweizer Freunden in einigen Bereichen voraus sind. «Die Laienseelsorger sind auf den Philippinen mit weit umfassenderen Befugnissen ausgestattet, unter anderem auch für Beisetzungen zuständig – das würde ich mir hier auch wünschen», sagt sie. Apropos wünschen: Völlig wunschlos sind die philippinischen Gäste denn doch nicht angereist. Sie möchten finanzielle Unterstützung für eine Kapelle, die neu gebaut werden muss. Diese Hilfe werden sie erhalten. Zumindest wurde am Sonntag dafür die Kirchenkollekte eingesetzt. Vielleicht reicht es ja noch für ein bisschen mehr: Father Pablo haben es die im Spital gesichteten «Whiteboards» angetan.

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