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DEGERSHEIM: Weihnachtsglanz aufleben lassen

Am traditionellen Dreikönigskonzert trat am späten Sonntagnachmittag der Magdenauer Hornist Christian Holenstein zusammen mit dem Concilium musicum aus Wien auf.
Carola Nadler

Carola Nadler

redaktion@wilerzeitung.ch

Holenstein mag zwar seiner Heimat den Rücken gekehrt haben und in die weite Welt hinausgegangen sein – seine Karriere, die auch von geisteswissenschaftlichen Studien geprägt ist, führt ihn bis nach Asien und in die USA. Doch er kehrt gerne wieder zurück, ist dankbar für das Zuhause, das ihn geprägt und den werden liess, der er heute ist.

Als mehrfacher Preisträger nationaler und internationaler Musikwettbewerbe ist der Hornist ein gefragter Musiker, zählt doch das Horn zu den schwierigeren Instrumenten. Und zu den vielfältigen, wie der junge Holenstein am Sonntagnachmittag in der vollbesetzten St. Jakobus-Kirche zeigte: Passend zur historischen Instrumentierung des Conciliums musicum spielte er Joseph Haydns Konzert für Horn in D-Dur auf einem Naturhorn. Carl Rütti hatte sein Konzert jedoch für Alphorn geschrieben – dass diese beiden Instrumente mehr Gemeinsamkeiten aufweisen als nur den Namen, zeigte Holenstein in einer kurzen Demonstration: So verfügt das Naturhorn in vier Oktaven über die gleichen 16 Naturtöne wie das Alphorn, auch die Länge ist identisch – würde man das Naturhorn entwickeln.

Neues Hörerlebnis

Der 1949 geborene Schweizer Musiker und Komponist Carl Rütti ist vor allem durch seine Bruder-Klaus-Messe aus dem Jahr 2017 bekannt. Nebst zahlreichen sakralen Werken schuf er aber auch eine Musicaloper. Sein Konzert für Alphorn und Streichorchester aus dem Jahr 1987 liess dieses Instrument mit einem ganz neuen Hörerlebnis kennen lernen – eingebettet in einen Streicherklang. Dem gegenüber standen die klassischen Strukturen des Haydn-Konzertes, in welchem der schärfere Naturhornklang einen angenehmen Kontrast zu den meist hellen Streicherklängen bot.

Das Concilium musicum unter seinem Gründer Christoph Angerer hatte nebst Robert Volkmanns F-Dur-Serenade auch Edward Griegs Suite «Aus Holbergs Zeit» auf dem Programm – einzelstehende Charakterstudien wie in seiner Klaviersammlung «lyrische Stücke», in denen die bildhafte Sprache Griegs sehr gut herausgearbeitet war. Besonders heraus stach das «Air» mit seiner nordisch spröden Melancholie und den schwebenden, fast schon ätherischen Klängen. Ganz anders dagegen das «Rigaudon», eine verspielte Melodie im Stile eines Springtanzes über grazilen Pizzicati.

Weihnachtsglanz im Januarloch

«Seit Jahrtausenden bringt Musik die Menschen zusammen», wie Joseph Senn in seiner Begrüssung aufzeigte. Gerade in der Weihnachtszeit sei dies markant und Senn erinnerte an die vielen musikalischen Veranstaltungen in und um Degersheim im Dezember. An einem Ort der christlichen Kultur und des Gebetes lasse man darum gerne nochmals die Weihnachtszeit aufleben. Dass dies im «Januarloch» willkommen ist, zeigt die grosse Publikumsmenge, die jährlich zum Dreikönigskonzert in die katholische Kirche strömt, um noch einmal den Glanz des Weihnachtswunders zu erleben.

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