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DEGERSHEIM: Nur kritische Stimmen aus der Bürgerschaft

Die vier Kirchgemeinden Niederglatt, Flawil, Wolfertswil-Magdenau und Degersheim gehören zu einer Seelsorgeeinheit. Nun streben die Verwaltungsräte eine Vereinigung an. Am Informationsanlass waren nur kritische Stimmen zu hören.
Zita Meienhofer
Ruedi Steurer informierte über die Problematik «Schottergärten».

Ruedi Steurer informierte über die Problematik «Schottergärten».

Die Struktur der Katholischen Kirche im Kanton St. Gallen basiert auf dem dualen System. Da sind einerseits die Pfarreien und/oder Seelsorgeeinheiten, da sind anderseits die Kirchgemeinden. Die Pfarrei ist für das Spirituelle zuständig, die Kirchgemeinde für die Verwaltung, das Personal, die Bauten und die Finanzen. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt, wegen Priestermangels, Seelsorgeeinheiten gebildet. Pfarreien wie Kirchgemeinden blieben bestehen.

Seit 2005 bilden die vier Pfarreien Degersheim, Wolfertswil-Magdenau, Flawil und Niederglatt die Seelsorgeeinheit Magdenau. Zu jeder Pfarrei gehört eine Kirchgemeinde mit einem Verwaltungsrat und einer Geschäftsprüfungskommission (GPK). Der Katholische Konfessionsteil des Bistums verlangt nun von einer Seelsorgeeinheit, dass diese Kirchgemeinden bis Ende 2018 Zweck- oder Gemeindeverbände gründen. Die Verantwortlichen der vier vorher genannten Kirchgemeinden haben sich für eine Vereinigung entschieden. Hauptsächlich deshalb, weil bei einer Vereinigung jeder Stimmbürger immer noch eine Stimme habe, was bei Zweckverbänden nicht der Fall sei. Bei einer Vereinigung bleiben die Pfarreien selbst­ständig und die Sekretariate unverändert bestehen. Ihre Gründe legten die vier Präsidenten den Interessierten an der Informa­tionsveranstaltung vom Montagabend detailliert vor.

Die Verwaltungseinheiten werden zusammengelegt, administrative Doppelspurigkeiten vermieden, unnötiger Verwaltungsaufwand abgeschafft, die Strukturen mit nur noch einem Verwaltungsrat und einer GPK vereinfacht, die Verwaltung professionalisiert, und letztlich ist es mittelfristig auch ein finanzieller Gewinn. Denn der Katholische Konfessionsteil beteiligt sich mit einem Entschuldungsbeitrag von einer halben Million Franken sowie einem Vereinigungsbeitrag. Der Steuerfuss beträgt künftig 25 Prozent. Das ist für die Kirchbürger von Flawil, Wolfertswil-Magdenau und Degersheim eine Reduktion um zwei Steuerprozente. Da neu eine Bausteuer von einem Prozent hinzukommt, bedeutet die Vereinigung für die Niederglättler eine Steuerfusserhöhung um ein Prozent. Voraussichtlich wird das neue Gebilde Katholische Kirchgemeinde Region Flawil-Degersheim heissen.

Vorteile in einer Vereinigung sehen nicht nur die Pastoralassistenten Bettina Flick und Hans Brändle, der zugleich Mitglied des Administrationsrats des Katholischen Konfessionsteils ist. Das sehen auch die vier Präsidenten der Kirchgemeinden, Marcel Baechler , Markus Burtscher, Pascal Bossart sowie Markus Stäheli. Von positiven Erfahrungen konnte Stefan Meier, Präsident der Kirchgemeinde Region Rorschach, berichten. Rorschach, Goldach und Untereggen haben sich kürzlich vereint.

In der Fragerunde waren ausschliesslich kritische Stimmen zu hören. Da war die Angst der kleineren Kirchgemeinden vor der allfälligen Übermacht der grösseren. Claudius Luterbacher, bischöflicher Kanzler, konnte etwas beschwichtigen: «Wo ein aktives Pfarreileben stattfindet, dorthin fliesst weiterhin Geld.» Rund 70 Interessierte waren anwesend. 5800 Kirchbürger können am 26. November über eine Vereinigung bestimmen.

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

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