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DEGERSHEIM: Nach zehn Jahren wieder Strom

Das Kleinwasserkraftwerk Talmühle im Grenzgebiet der Gemeinden Degersheim und Herisau soll reaktiviert werden. 800'000 Franken werden dafür investiert. Die Landverhandlungen sind getätigt und das Projekt liegt nun öffentlich auf.
Zita Meienhofer
Relikt aus der Vergangenheit: Warntafel auf der Staumauer.

Relikt aus der Vergangenheit: Warntafel auf der Staumauer.

DEGERSHEIM. Das Kleinwasserkraftwerk Talmühle schreibt weiterhin Geschichte: Es soll in nächster Zeit reaktiviert werden. Die öffentliche Auflage des Gesuchs der Wasserrechtskonzession liegt noch bis Ende August auf. Zwar wird die künftige Anlage nicht mehr bei der Talmühle, die sich auf Flawiler Boden befindet, stehen, sondern beim Weiher im Wissenbach, neben dem Restaurant Kantonsgrenze. Dort, im Grenzgewässer von St. Gallen (Gemeinde Degersheim) und Appenzell Ausserrhoden (Gemeinde Herisau). Das Kraftwerk sorgte bis im Jahr 2006, als der St. Galler Regierungsrat die Bewilligung für die Wasserkraftanlage entzog, dafür, dass die Talmühle mit genügend Wasserkraft versorgt werden konnte.

Bis 2006 in Betrieb

Die Talmühle, die auf der gegenüberliegenden Strassenseite des Standorts des künftigen Kraftwerks steht, wurde im Jahr 1710 erstmals urkundlich erwähnt und hatte bis Ende des 19. Jahrhunderts den Zweck einer Kundenmühle. Allmählich wurde sie zur Handelsmühle, produzierte Brotgetreide und Futtermittel. Das Wasserrad trieb zudem eine Sägerei und eine Obstpresse an. Während längerer Zeit bewirtschaftete die Firma Jakob Frischknecht AG die Talmühle. Im 2006 beendete die Firma Frischknecht ihre Tätigkeit, das stattliche Haus wurde an Private verkauft, die kein Interesse am Kleinwasserkraftwerk bekundeten.

Landkauf führte zu Verzögerung

Im Jahr 2010 erwarb Idrel SA aus Baar, Kanton Zug, das Wasserkraftwerk aus einer Konkursmasse. Der Idrel SA steht Fernando M. Binder als Geschäftsleiter vor. Er ist ebenfalls Geschäftsleiter der fmb-Ingenieure, die das Projekt für die Reaktivierung des Kraftwerks geplant haben. Idrel SA gehören mit der Talmühle drei Werke, eines im Kanton Bern sowie das Kleinwasserkraftwerk Schwänberg (Gemeinde Herisau), das die Firma von der SAK gekauft hat. Binder ist seit 17 Jahren im Bereich Tief-, Wasser- und Kraftwerksbau tätig und schweizweit auf der Suche nach Kleinwasserkraftwerken. Eigentlich hätte der Betrieb des Wasserkraftwerks in der Talmühle schon länger aufgenommen werden sollen, erklärt Binder. Doch da waren langwierige Landverhandlungen, die zu Verzögerungen führten. «Es braucht eben seine Zeit», begründet Fernando M. Binder den Aufschub. Im Kleinwasserkraftwerk Talmühle soll Strom für 60 Haushaltungen erzeugt werden, Strom, der in das Netz der SAK eingespeist wird. Binder investiert in die Reaktivierung des Kraftwerks rund 800 000 Franken.

Kammer in Fels betoniert

Das Kraftwerk wird künftig am Fusse der Staumauer stehen und nicht wie vorher bei der Talmühle, damit keine Restwasserstrecke entsteht, wie Binder erklärt. Im Fels – von der Brücke gesehen, rechts – wird eine aus Beton gebaute Kammer realisiert, in der eine Schneckenturbine installiert wird. Zudem wird die Staumauer verstärkt und saniert, damit die Hochwassersicherheit gewährleistet ist. Dieses Vorhaben bringt mit sich, dass die Mauer auch erhöht werden muss.

Neben der Staumauer, dort wo die Visiere stehen, soll die Kammer für das künftige Kleinwasserkraftwerk gebaut werden. (Bilder: Zita Meienhofer)

Neben der Staumauer, dort wo die Visiere stehen, soll die Kammer für das künftige Kleinwasserkraftwerk gebaut werden. (Bilder: Zita Meienhofer)

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