DEGERSHEIM: «Liebeskäfer» brachten Bühne zum Beben

Die Premiere des «Festival am Gleis» ist Geschichte. Rund 900 Besucherinnen und Besucher rockten am Samstag bis in die späten Stunden vor und neben der Bühne am Degersheimer Bahnhof. Jetzt wird Fazit gezogen und allenfalls die Planung für 2018 gestartet.

Christoph Heer
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Was letztes Jahr Florian Ast für sich in Anspruch nahm, war in diesem Jahr die Basler Band Lovebugs: Headliner am «Festival am Gleis». (Bild: Christoph Heer)

Was letztes Jahr Florian Ast für sich in Anspruch nahm, war in diesem Jahr die Basler Band Lovebugs: Headliner am «Festival am Gleis». (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch

The Three Sum, Absolution, Station Quo, Red Cube, Lovebugs und, zum Auftakt, die Schülerband Sending Grin. Das Line-up des ersten «Festival am Gleis» – Nachfolge-Event des «Rock am Gleis» – konnte sich sehen lassen.Entsprechend hoch waren die Erwartungen: Sie wurden erfüllt oder gar übertroffen. Was Lovebugs etwa zu später Stunde auf der Festivalbühne zeigten, war zweifelsohne Extraklasse. Kaum eine Hand, die nicht nach oben schnellte, kaum ein Beinpaar, das sich nicht zu den wummernden Bassklängen mitbewegte. Und – ganz wichtig – auch dem OK-Präsidenten Urs Graber hat es überaus gut gefallen, was die Band aus dem Baselbiet mit ihrem Leadsänger Adrian Sieber dem zahlreichen Publikum auftischte. Von rockig-poppigen Arrangements bis zu ihren bekannten Ohrwürmern, sie spielten ihr facettenreiches Repertoire voll aus und hatten somit die Gunst des Publikums von der ersten Sekunde an auf ihrer Seite. 15 Grad Celsius zeigte zu diesem Zeitpunkt das Thermometer an, für die einen etwas gar frisch, für die anderen perfekt. Rund 900 Besucher zählte das Festival in diesem Jahr, nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass das Fassungsvermögen des Areals auf maximal 1200 Menschen ausgelegt ist.

Die kleine, feine Anpassung

Verändert hat sich gegenüber der letztjährigen Austragung und betreffend Layout eigentlich nicht viel. Doch insgeheim mauserte sich eine kleine, feine und neue Bühne zum heimlichen Star. Denn von vielen Personen wurde die erstmals erstellte Rollstuhlbühne als grandios bezeichnet. So wurde den Menschen mit einer körperlichen Behinderung ermöglicht, die Konzerte in vollen Zügen und mit freier Sicht auf die Bühne zu geniessen. Das Lob gebührt in erster Linie allen OK-Mitgliedern, deren Präsident Urs Graber gleich zum Rundumschlag ausholt und einige Dankesworte an seine Mitstreiter verliert. Jeannette Stillhart, Marco Stutz, Tanja Graber, Rolf Stillhart, Walter Lienhard, Simon Freund, als Assistentin Nicole Bürkler und natürlich Urs Graber, überliessen als Organisationskomitee rein gar nichts dem Zufall. Als Basis dient dabei der Verein Festival am Gleis, und auch in diesem Jahr konnte auf die tatkräftige Mitarbeit von gut 70 Helferinnen und Helfern zurückgegriffen werden. Urs Graber zeigte sich überaus zufrieden mit dem Ablauf des Freiluftanlasses. «Es gab dabei etliche Höhepunkte, einer davon war sicher auch der Auftritt von Station Quo, einer Status-Quo-Coverband. Die brachten das Dorf regelrecht zum Beben.»

Standortbestimmung Ende August

Aber auch die weiteren Bands und der Sponsorenapéro werden positiv resümiert. «Es hat uns enorm gefreut, dass am Apéro nebst den Sponsoren auch etliche Organisatoren von befreundeten Open Airs mit dabei waren, das zeigt doch, dass wir alle am ­gleichen Strick ziehen und den Menschen etwas Tolles bieten wollen.»

Wie es genau weitergeht mit dem «Festival am Gleis» steht jetzt noch in den Sternen. An der Schlusssitzung Ende August wird man, laut Urs Graber, dann mehr erfahren; an einer Austragung 2018 würden sich ganz bestimmt wiederum Hunderte Menschen erfreuen.