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DEGERSHEIM: Fussball der flinken Hände

Markus Keel ist in den Kreisen der Hobby- und Profi-Tischfussballspieler international bekannt. Auch deshalb, weil er die weltbesten Bälle erfunden hat. Heute organisiert er vornehmlich Plauschturniere.
Christoph Heer
Im Höfli-Pub in Degersheim hat Markus Keel sein zweites Plauschturnier organisiert. (Bild: Christoph Heer)

Im Höfli-Pub in Degersheim hat Markus Keel sein zweites Plauschturnier organisiert. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch

Es ist familiär, ja fast schon heimelig und trotzdem spürt man eine gewisse Portion Ehrgeiz und Siegeswille. Es ist das zweite, von Markus Keel organisierte Tischfussballturnier im Höfli-Pub in Degersheim. Eine sympathische Schar hat sich hier mit dem Ziel versammelt, spannende, gemütliche und sportliche Stunden zu verbringen. Am Mikrofon der Degersheimer Kickerkönig höchstpersönlich. Fortlaufend behält er das Geschehen auf den drei Profi-Spieltischen im Überblick. Ebenso informiert er stets über Resultate und Spielpaarungen und fungiert zugleich auch als DJ. Für unsere Zeitung lässt er seine Kickerkarriere Revue passieren und erzählt von vielen Begegnungen und Erlebnissen.

Zehn Jahre alt war Markus Keel, als er seine ersten Versuche mit den kleinen Bällen machte. «Eigentlich war damals mein älterer Bruder schuld. Er hat mich mit dem Töggele-Virus infiziert, obwohl ich damals kaum auf den Tisch gesehen habe. Wir hatten natürlich auch einen Tisch zu Hause. Später dann spielte ich oft in Jugendkaffees und da ging dann mein Stern so richtig auf», erzählt Keel.

Dass der heute 61-Jährige viel Talent mitbrachte, war schnell ersichtlich und trotzdem fehlte es ihm nie am Spassfaktor, der ihm ebenso wichtig erschien. «In Herisau spielte ich dann oft gegen Militärdienstleister und gewann so oft, dass ich mir meine Getränke selten selber bezahlen musste», sagt Keel lachend. Als 20-jähriger nahm er dann ein erstes Mal an den Schweizermeisterschaften teil und belegte auf Anhieb den 13. Platz von über 100 Teilnehmern.

WM-Bronzemedaille in Wien gewonnen

An unzähligen Meisterschaften im In- und Ausland hat man Markus Keel um sein Können beneidet. Vor sieben Jahren hat er, nach zahlreichen Topklassierungen, seine letzte Medaille erspielt. «An der Weltmeisterschaft in Wien kam ich sogar auf den dritten Rang in der Kategorie Senioren», sagt er stolz. Doch nur mit Spielen gab er sich nicht mehr zufrieden und so wagte er sich an das Problem der unrunden Bälle. Nach langem Tüfteln hat er heute die wohl weltweit besten Bälle im Angebot. «In 44 Ländern werden meine gelben Bälle, welche aus fünf verschiedenen Kunststoffen hergestellt sind, vermarktet», sagt Keel.

Der gelernte Elektriker und heute selbstständig erwerbender Kaufmann, weiss aber, dass Spiele hauptsächlich im mentalen Bereich gewonnen oder auch verloren werden. «Zudem ist Töggele fördernd in der Kopf-Hand-Koordination. Aber das Wichtigste ist doch, dass es einfach Spass macht.» Keel freut sich darüber, dass auch sein Sohn Andreas und Tochter Sabrina vom «Töggele-virus» infiziert sind.

Seit Januar dieses Jahres wird Tischfussball in der Schweiz offiziell als Sport akzeptiert. Das nationale olympische Komitee nahm die Swiss Tablesoccer Federation (STF) als vollwertiges Mitglied auf. Die STF ist somit weltweit der erste Tischfussballverband mit einer Vollmitgliedschaft beim nationalen olympischen Komitee.

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