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DEGERSHEIM: «Bücher bleiben wichtig»

Über 20 Jahre lang wurden Bibliothek und Ludothek getrennt geführt. Nun sind sie eine Einheit. Gesamtleiterin Marianne Hälg über die künftige Ausrichtung sowie die Bedeutung von Büchern und Spielzeug.
Angelina Donati
Marianne Hälg mit Büchern in der einen Hand und Spielzeug in der anderen: Seit knapp drei Monaten sind Bibliothek und Ludothek vereint. (Bild: Angelina Donati)

Marianne Hälg mit Büchern in der einen Hand und Spielzeug in der anderen: Seit knapp drei Monaten sind Bibliothek und Ludothek vereint. (Bild: Angelina Donati)

Sowohl die Bibliothek als auch die Ludothek verstehen sich als Dienstleistungsbetriebe. Man könnte demnach davon ausgehen, dass kein Unterschied gemacht wird. Doch weit gefehlt: «Leider ist die Bedeutung der Ludothek in der Schweiz nicht so gross wie jene der Bibliothek», sagt Marianne Hälg, Gesamtleiterin der Bibliothek und Ludothek in Degersheim. «Das bedaure ich sehr.» Statt dass Synergien genutzt würden, bestehe ein Konkurrenzkampf. «Auch heute sind Mitarbeiter in Ludotheken oft ehrenamtlich tätig und werden nicht entlöhnt.

Immerhin in Degersheim gibt es diese Benachteiligung nicht. Seit der Gründung der Bibliothek und Ludothek vor 22 Jahren gehören beide Betriebe der Gemeinde an und werden in derselben Weise geführt. «Bereits damals kam der Gedanke für eine Einheit auf», erzählt Marianne Hälg. Aus Gründen, die ihr unbekannt sind, wurde die Idee aber verworfen. So kam es, dass die Bereiche in all den Jahren parallel nebeneinander herliefen – alle Artikel aber am selben Ort, in den Räumen der ehemaligen Stickereifirma Grauer, ausgehändigt wurden.

Logo und Abos waren schon immer dieselben

Der Umstand, dass der Posten der Ludotheksleitung sechs Jahre lang vakant war, und auch der Wechsel des zuständigen Gemeinderatsmitglieds, gaben neue Anstösse für einen Zusammenschluss. Marianne Hälg, die seit rund fünf Jahren die Leitung der Bibliothek inne hat und mit Herzblut mitwirkt, bekundete Interesse auch an der Ludothek. «Meine Bedingung war aber, dass aus zwei Betrieben einer wird.»

Und nun ist das Miteinander endlich geglückt: Mit Beginn dieses Jahres sind die beiden Dienstleistungsbetriebe mit über 12000 Artikeln zur Einheit verschmolzen. Von aussen gesehen ändert sich nicht viel: Der Auftritt, etwa das Logo, war seit jeher dasselbe. Und auch das Abonnement gilt seit der Gründung sowohl für die Bibliothek als auch für die Ludothek. Letztere Kundengruppe profitiert neu von längeren Öffnungszeiten, die sich an den Bibliotheksbetrieb anlehnen. Die meisten Änderungen sind interner Natur. Zum Beispiel wird nur noch ein Budget verwaltet. «Vieles wird einfacher.» Noch aber müsse sich das Ganze einspielen und die beiden Teams von je vier Mitarbeiterinnen müssen zusammenwachsen. Marianne Hälg freut sich, dass Veranstaltungen künftig ohne Umschweife gemeinsam über die Bühne gehen und so den Kunden ein Mehrwert geboten wird.

Bücher und Spielzeuge als Paket anbieten

Mit der Bibliothek verbindet Marianne Hälg einen Ort, an dem sich alle treffen können, einen Zugang zu Büchern erhalten, und das ganz unabhängig ihres Hintergrunds. Eine Ablösung durch E-Reader und weitere digitale Angebote ist in ihren Augen nicht denkbar. «Den Zeitpunkt, an dem Bücher nicht mehr wichtig sein sollten, werde ich nicht mehr erleben.» Sie selbst bevorzugt nach wie vor, ein herkömmliches Buch zur Hand zu nehmen, darin blättern zu können und zu sehen, wie viele Seiten sie gelesen hat und was ihr noch bevorsteht. «Wie sich die heranwachsende Generation verhält, wird sich weisen», sagt sie. Einen Schwerpunkt legt die Gesamtleiterin auf die Beratung der Kunden, womit man sich von den digitalen Angeboten abhebe.

Bücher zu lesen sei wie das Eintauchen in andere Welten. Wer sich mit dem Lesen schwer tue, könne sich den Einstieg mit Hörbüchern erleichtern. «Ich bin selbst ein riesen grosser Fan von Hörbüchern.» Oder auch das Vorlesen erachtet Marianne Hälg als hilfreich und lehrreich. Mit viel Spannung erwartet sie denn auch den ersten Schweizer Vorlesetag, der am Mittwoch, 23. Mai auch in Degersheim durchgeführt wird. «Genauso wichtig wie die Leseförderung ist die Spielkompetenz.» Ein guter Grund für die Gesamtleiterin, künftig Bücher und Spielzeug vermehrt als Paket anzubieten.

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