Defizit ist grösser als erwartet

Die erste Rechnung der vereinigten Stadt Wil schliesst mit einem Ausgabenüberschuss von 1,3 Millionen Franken. Trotz wesentlicher Mindereinnahmen bei den Steuern beträgt die Differenz zum Budget 2013 «nur» 350 000 Franken.

Philipp Haag
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Finanzchef Reto Stuppan bespricht sich mit Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Stadtrat Daniel Meili. (Bild: Philipp Haag)

Finanzchef Reto Stuppan bespricht sich mit Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Stadtrat Daniel Meili. (Bild: Philipp Haag)

WIL. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Finanzchef Reto Stuppan sind nicht unzufrieden. «Wir erachten die Rechnung 2013 als gut», sagte Susanne Hartmann gestern morgen an einer Medienorientierung. Ihre Aussage bezog sich nicht auf den Ausgabenüberschuss von 1,3 Millionen Franken, sondern auf die Beinahe-Punktlandung, welche die Stadt im Vergleich zum Budget 2013 hinlegt. Das Defizit bedeutet eine Schlechterstellung um 350 000 Franken zum veranschlagten Ausgabenüberschuss von 950 000 Franken, was einer Abweichung von 0,26 Prozent des Gesamtumsatzes gleichkommt (Ausgaben: 132 Millionen Franken; Einnahmen: 130,7 Millionen). Mit der Rechnung 2013 liegt nun der erste Abschluss der vereinigten Stadt Wil vor. Da das Zusammenführen der Budgets von Bronschhofen und Wil sowie die Umstellung auf das Rechnungsmodell HRM2, wofür die Stadt Wil Pilotgemeinde ist, komplex und mit etlichen Fragezeichen behaftet war, stufen Susanne Hartmann und Stuppan die Differenz zum Voranschlag 2013 als akzeptabel ein.

Mehraufwände: 2,3 Millionen

Der Vergleich von Budget und Rechnung zeigt einige Abweichungen. So belaufen sich die Mehraufwendungen auf 2,3 Millionen Franken. 1,2 Millionen entfallen auf die Pflegefinanzierung, welche im Jahr 2011/2012 noch nicht vorhersehbar waren, sowie eine Million Franken auf die Sozialhilfe, bei welcher gemäss Susanne Hartmann unrealistisch budgetiert worden war. Bei den Mindereinnahmen stechen die 2,4 Millionen bei den Steuern natürlicher Personen hervor. Laut Stuppan entfallen nur schon 1,5 Millionen Franken auf gut verdienende Personen (ab einem Einkommen von einer halben Million Franken), die entweder weggezogen sind oder einer tieferen Lohn-Kategorie zugeordnet worden waren. Ein Minus von 600 000 Franken ergab sich, weil der von der Stadt prognostizierte Zuwachs an Einwohnerinnen und Einwohnern nicht eintraf. Stuppan gibt allerdings Entwarnung. Lag die einfache Steuer per Ende 2013 bei 45,8 Millionen Franken, waren es per Anfang 2014 bereits 46,4 Millionen.

Plus bei juristischen Personen

«Erfreulich waren dafür die Einnahmen bei den juristischen Personen», sagte Stuppan. Mit 7,9 Millionen liegen sie um eine halbe Million Franken über Budget, die Grundstückgewinnsteuern mit 2,5 Millionen gar um fast eine Million Franken. Bei den Mehreinnahmen macht mit 2,4 Millionen der Gewinn aus Liegenschaftenverkäufen, vor allem Weierhofhang (Neualtwil), einen wesentlichen Anteil aus. Bei den Minderaufwendungen waren Einsparungen von einer Million Franken beim Personalaufwand zu verzeichnen. Die Ausgabenreduktion beim Personal ist für Susanne Hartmann ein Zeichen «für den Sparwillen von Stadtrat und Verwaltung». Sie erwartet einen positiven Einfluss auf das Projekt «Effizienz Plus», bei dem die Verwaltung analysiert wird. Das Defizit 2013 wird gemäss Susanne Hartmann dem Eigenkapital verrechnet, womit dieses von 21 Millionen Franken auf 19,8 Millionen sinkt. Die Investitionen beliefen sich im vergangenen Jahr auf 45 Millionen Franken, von denen der überwiegende Teil auf den Sportpark Bergholz entfiel. Dadurch stieg die Verschuldung auf 87 Millionen Franken (3759 Franken pro Einwohner). Stuppan bezeichnete die Rechnung 2013 als gute Basis für künftige Budgetierungen. Es zeige sich, dass das Budget 2014 auf Kurs sei, keine Überraschungen zu erwarten seien.